https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/es-l%C3%A4uft-auf-eine-bottleneck-wirtschaft-hinaus/ar-AA295EcE Peter Sloterdijk beim Handelsblatt zum Thema: HB: Papst Leo XIV. versucht in seiner jüngst erschienenen Enzyklika, den Leuten Wege zu zeigen, wie sie mit dem Voranschreiten der Künstlichen Intelligenz zurechtkommen. PS: Eine meiner Thesen lautet, dass die KI bei uns ja schon seit dem 18. Jahrhundert regiert. Man hat sie damals nur anders benannt: Bürokratie. Alexis de Tocqueville verdankt man den Nachweis, dass die bürgerliche Revolution lediglich die Tendenz des alten Staates vollendet hat, sich selbst allgegenwärtig zu machen. Nach der Revolution konnte er um ein Vielfaches besser durchgreifen als zuvor, er war nun bis hinunter ins kleinste Dorf präsent. Plötzlich waren die Polizei und die Steuerbehörden überall um die Ecke. Die ältere KI regierte im Modus von staatlichen Institutionen. Über dieser Basis stocken wir eine weitere Stufe auf. Und plötzlich sehen wir uns selbst und unsere Seelen im Spiegel und fühlen uns anfangs nicht recht wohl. Irgendwann lesen wir einen KI-generierten Entwurf, den ein Computer im Nu ausspuckt, und geben zu: „Das könnte fast von mir selbst stammen.“ oder auch HB: Alle, die nicht in Kalifornien sitzen und KI programmieren, werden auf die Rolle des Datenlieferanten reduziert? PS: Amerikareisende kennen den Begriff der „Fly-over-States“. Große Teile der Menschheit werden künftig, mental und kulturell, in solchen „Fly-over-Zonen“ leben – abgehängt von den Entscheidern. Die avanciertere Menschheit spielt jetzt im Achtelfinale der Intelligenz, die Deutschen sind im Sechzehntelfinale ausgeschieden. (Es sei denn vielleicht, man würde auch den Rest des Interviews lesen wollen. Aber danach sah es während seiner Lesereise nicht aus)
... Mehr anzeigen