Na bitte. Es geht doch. DATEV stellt Leistungen ein, die speziell für Anforderungen in Österreich entwickelt wurden, und konzentriert sich stärker auf den Kernmarkt Deutschland und die Cloud-Transformation. Für betroffene Anwender ist das natürlich unschön. Aber strategisch ist das eine bemerkenswert vernünftige Entscheidung: weniger Sonderwege, weniger Parallelwelten, weniger historisch gewachsene Komplexität, die man mit viel Aufwand in die Cloud hinüberrettet, nur damit sie dort dann moderner aussieht. Eine Cloud-Transformation dieser Größenordnung gelingt allerdings auch nicht dadurch, dass man wahllos Dinge über Bord wirft, die Kanzleien seit Jahren produktiv brauchen. Genau das passiert bei DATEV derzeit leider an vielen Stellen noch immer. Aber: nationale Sonderlogiken und dauerhaft mitgeschleppte Parallelwelten zu reduzieren, ist trotzdem der richtige Ansatz. Für die Veränderungen ist das nützlich: Fokus, richtige Priorisierung und ggf. auch sinnvolles Weglassen. Man könnte fast sagen: Die DATEV hat eingesehen, dass die eigenen Ressourcen längst nicht mehr für alles gleichzeitig reichen – was man zuletzt ja nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei Erreichbarkeit, Support und Hilfestellungen recht deutlich merken konnte. Deshalb: gute Nachricht. Nicht, weil Leistungen wegfallen, sondern weil dahinter hoffentlich die richtige Konsequenz steht: weniger Sonderlogik, weniger Nebenkriegsschauplätze und damit vielleicht endlich mehr Ressourcen für die eigentliche Aufgabe — nämlich eine Cloud zu bauen, die mindestens so gut funktioniert wie das, was heute auf dem eigenen Server läuft. Danach sieht es aktuell nämlich noch nicht aus.
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