Ich glaube nicht, dass die Zusammensetzung des Vorstands - geplant mit einem StB weniger - irgendetwas an der Situation ändern wird. Zumindest nicht an dem Zusammenspiel Kanzlei - Kanzleibedarf und Software. Strategisch übergeordnete Entscheidungen hier mal ausgenommen. Diejenigen, die hinsichtlich der Funktionalität der Programme für die DATEV hilfreich sein könne, sitzen m.E. in der Kanzlei und nutzen die Programme. Das Potential hat DATEV m.E. noch nicht wirklich entdeckt. Bei der Neubesetzung des Vorstands - Auswechselspieler für einen StB - müsste es jemand sein, der genau das erkennt. Aber wie soll er, wenn er die "Kanzlei" überhaupt nicht kennt? Oder gerade deshalb? Ein Hindernis in der Programmentwicklung ist ein aus meiner Sicht merkwürdiges Verständnis der DATEV über die Einbindung der Kanzleien als fachlichen Qualitätsmesser. Das Konzept der Pilotkanzleien halte ich seit Jahren für ungenügend und habe das mehrfach lautstark kundgetan. 1. Die Kanzleien sollten anhand der systematischen, guten und konstruktiven Kritik an den Programmen in dieser Community und im Servicekontakt aus der Vergangenheit proaktiv selektiert werden. Die Daten hierzu liegen der DATEV vor. Dadurch wird qualifizierte Expertise rekrutiert. 2. Während der Pilot (so meine letzte Information) bisher ein äußerst lächerliches Handgeld und eine hakelige Versuchsversion der Software bekommt, muss der konstruktive Einsatz und die damit verbundene Arbeit der Pilotkanzlei sehr gut bezahlt und gefördert werden. Für mich ganz logisch - Leistung gut zu bezahlen. Software ausgiebig im Kanzleiumfeld zu testen, Schwachstellen zu analysieren und nachzustellen sowie mit der Technik zu besprechen um dann konkrete Verbesserungsvorschläge zu machen ist nichts, was für ein paar lächerliche (Ich bitte um Entschuldigung, aber dafür habe ich gar kein Verständnis) hundert Euro zu leisten ist. Der Pilot braucht einen Kommunikationskanal mit den anderen Piloten sowie einen heißen Draht zu den Experten auf Augenhöhe bei DATEV. Dabei dürfen diese natürlich nicht am unteren Ende der Befehlskette stehen, sondern müssen echte Entscheidungsträger sein. Diese Entscheidungsträger der DATEV können Bugs in Echtzeit zu Korrektur vorlegen und auch einen entsprechenden Druck auf kurzem Dienstwege bei notwendigen Verbesserungen weitergeben. Es muss ein Ende von politisch korrekten Floskeln geben, die in der Standardantwort auf Kritik entweder zwischen Fehler und Feature unterscheiden, die Fragestellung nicht verstehen oder in eigener Verzweifelung darauf verweisen, dass durch die Cloud an den "alten" Programmen Jahre nichts mehr gedreht wird. 3. Der Pilot muss zudem auch die Kommunikation der DATEV bewerten. Leider ist diese doch oft ungenügend, sei es in kryptischen Emails oder in ebenso stirnrunzelverursachenden Programmhilfen. Der Verfasser wusste wovon er schrieb (auch daran ist zunehmend zu zweifeln), konnte sich aber in dem Empfänger der Nachricht nicht hineinversetzen. 4. Der Pilot muss sich proaktiv mit anderen, interessierten Kanzleien auseinandersetzen und die eigenen Erkenntnisse dort validieren / ggf. weitere Schwachpunkte ergründen. So wird der Pilot auch Vervielfältiger von Wissen. Ja, es geht hier um Wissen, nicht Meckerei, Klug**bleep**erei oder Geltungsbedürfnis des nervenden Kunden. Warum meine ich hier etwas zu wissen? Ich bin kein Pilot (es wäre mir peinlich für das Bakshish) habe aber trotzdem und unentgeltlich - falsch, für viel eigenes Geld / meine Zeit - hunderte von SK in den letzten Jahren aufgemacht, um Programmfehler technischer Art, rechtlicher Art und praktischer Art an DATEV weiterzugeben. Ich war wesentlich an der Verbesserung der grafischen Auflösung bei der SmartIT beteiligt (konstruktive und massive Kritik). Wie hat DATEV darauf reagiert? Nun ja, in erster Linie mit netten Mitarbeitern, die sich teilweise viel Zeit genommen haben. Andererseits auch eine Vorstandsreaktion auf eine steuerrechtliche Frage, die derjenige von oben herab als unwichtig abgetan hatte (war kein Steuerberater - hat das steuerrechtliche Problem wohl gar nicht verstanden). Im Falle der SmartIT und anderen technischen Fragen teilweise Abhilfe. Bei den meisten Kritiken jedoch sind die SK im Sande verlaufen oder der Mitarbeiter hat selber resigniert. Am besten waren aber die sehr häufige Berechnung von SK-Gebühren auf konstruktive Kritik, wurde meist nach Rückfrage wieder storniert, hat mir aber den Spaß daran ordentlich verhagelt. Aktuell bekomme ich - seit Jahren als Poweruser und konstruktiver Kritiker eigentlich immer häufiger kopierte Antworten, vollkommenes Desinteresse an der Sache und lange, sehr lange Antwortzeiten. Einen Fachmann bei der DATEV persönlich an die Strippe zu bekommen - eher schwierig. Aus diesem Grunde habe ich in den letzten 2 Jahren dieses - für mich teure - Engagement nahezu gen null gefahren. Was nicht gewürdigt wird, macht halt keinen Spaß. Das ist nur mein Blick auf die Sache. Vielleicht etwas naiv? Aber ist die Kanzlei als wesentlicher Leistungsempfänger nicht das wichtigste Rädchen im System? DATEV verliert diesen Blick möglicherweise. Welcher Ersatzspieler im Vorstand hätte die Fähigkeiten dies zu erkennen und zu fördern? Aktuelle sehe ich da nur einen engagierten Steuerberater, der auch den Kanzleialltag kennt und noch die Software selber bedient (wichtiger Aspekt).
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