Ich möchte einmal eine aktuelle Erfahrung mit dem DATEV-Servicekontakt schildern, weil wir mittlerweile den Eindruck haben, dass die Bearbeitung zusammenhängender Sachverhalte dort zunehmend schwierig wird. Ausgangspunkt war eigentlich ein relativ überschaubares Problem: Bei uns konnten Bescheide nicht abgerufen werden. Im Zuge der Klärung stellte sich heraus, dass eine Folge-SmartCard nicht ordnungsgemäß identifiziert bzw. freigeschaltet worden war. Der Grund dafür war nach unserer Feststellung, dass das hierfür erforderliche Schreiben, das der Folgekarte hätte beiliegen sollen, bei uns gar nicht vorhanden bzw. der Karte nicht beigefügt war. Hierzu hatten wir zunächst ein sehr gutes telefonisches Gespräch mit einem DATEV-Mitarbeiter. Der Sachverhalt wurde besprochen und war für uns eigentlich nachvollziehbar geklärt. Danach begann allerdings eine ziemlich merkwürdige Kommunikation über den Servicekontakt. Es folgte eine schriftliche Antwort eines anderen Mitarbeiters mit dem sinngemäßen Hinweis, die Freischaltung habe nicht erfolgen können, weil das erforderliche Dokument von uns nicht unterschrieben zurückgesandt worden sei. Auf den entscheidenden Punkt – nämlich dass dieses Dokument nach unserer Feststellung der Folgekarte überhaupt nicht beigefügt war – wurde nicht eingegangen. Wir wollten deshalb irgendwann schlicht wissen, welches Schreiben der ursprünglichen Folgekarte eigentlich beigefügt gewesen sein soll, und baten um Übersendung dieses ursprünglichen Schreibens. Daraufhin begann eine inzwischen kaum noch nachvollziehbare Kette von Antworten: Ein weiterer Mitarbeiter teilte uns sinngemäß mit, die Angelegenheit sei inzwischen erledigt und das Schreiben werde daher nicht mehr benötigt. Das war aber gar nicht unsere Frage. Zwischenzeitlich hatten wir nämlich ein neues Schreiben erhalten, dieses unterschrieben und damit die Identifizierung erfolgreich durchgeführt. Uns ging es ausdrücklich um das ursprüngliche Schreiben, das nach Aussage der DATEV seinerzeit hätte unterschrieben zurückgesandt werden müssen. Daraufhin erklärte uns der nächste Mitarbeiter, dieses ursprüngliche Schreiben könne nicht noch einmal zur Verfügung gestellt werden. Auch das hat bei uns Fragen ausgelöst. Wenn ein Schreiben im Rahmen eines Geschäftsvorgangs von DATEV erstellt und versandt worden sein soll, müsste doch zumindest nachvollziehbar sein, welches Dokument damals erzeugt wurde. Also nochmals nachgefragt. Der nächste Mitarbeiter – inzwischen gefühlt Bearbeiter Nummer fünf – stellte uns daraufhin das zweite, später erstellte und inzwischen längst unterschriebene Schreiben zur Verfügung. Genau um dieses Schreiben ging es aber wiederum überhaupt nicht. Wir mussten also erneut erklären, dass wir nicht das zweite Schreiben suchen, sondern das ursprüngliche Schreiben, dessen angeblich unterbliebene Rücksendung uns zuvor als Ursache des Problems genannt worden war. Und genau hier liegt für mich inzwischen das eigentliche Problem: Es geht gar nicht mehr um die SmartCard. Die funktioniert inzwischen. Es geht darum, dass bei einem laufenden Servicekontakt offenbar immer wieder andere Mitarbeiter einsteigen und Antworten verfassen, ohne den bisherigen Verlauf und die konkrete Fragestellung vollständig nachzuvollziehen. Dadurch beantwortet Mitarbeiter B eine andere Frage als Mitarbeiter A, Mitarbeiter C erklärt die Sache für erledigt, Mitarbeiter D erklärt etwas für unmöglich und Mitarbeiter E übersendet schließlich ein Dokument, nach dem überhaupt niemand gefragt hatte. Das ist für beide Seiten ineffizient und produziert letztlich nur noch mehr Servicekontakte. Warum wird ein bereits laufender und etwas komplexerer Servicekontakt nicht einem Mitarbeiter zugeordnet, der den Vorgang bis zur Klärung begleitet? Natürlich kann es Vertretungen geben. Aber wenn bei praktisch jeder Antwort ein anderer Mitarbeiter beteiligt ist und sich jeder zunächst neu in einen inzwischen längeren Verlauf einarbeiten müsste – oder dies offensichtlich gerade nicht vollständig geschieht –, wird eine sachgerechte Kommunikation irgendwann nahezu unmöglich. Wir nutzen DATEV seit vielen Jahren und wissen durchaus, dass im Support sehr viele Anfragen eingehen. Gerade deshalb sollte das System aber so organisiert sein, dass ein zusammenhängender Vorgang auch als ein zusammenhängender Vorgang bearbeitet wird. Mich würde interessieren, ob andere Kanzleien derzeit ähnliche Erfahrungen mit dem Servicekontakt machen.
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