Insgesamt bin ich gespaltener Meinung was das Thema "Gang in die Cloud" angeht. Aus Sicht des IT-Administrators profitiere ich im Moment davon, dass ich zukünftig weniger Verantwortung für die Instandhaltung des Betriebes der Anwendungssoftware haben werde. Dafür treten andere administrative Aufgaben in den Vordergrund. Der Fachkräftemangel sorgt auch dafür, dass mir die Aufgaben nie ausgehen. Plus: Notebooks, Switches, Router und die ganze Peripherie werden immer da sein. Dazu kommen die "dummen Anwender", die wirklich alles kaputt und durcheinander kriegen! Unser Aufgabenbereich wandert einfach weiter und trifft immer wieder auf neue Herausforderungen. Auf der anderen Seite bin ich auch ein wenig skeptisch. Wenn plötzlich alles aus einer Hand aus einem Rechenzentrum kommt und genau diese Hand anfängt zu bluten (Cyber-Angriff, Software-Fehler, Hardware-Fehler, Naturkatastrophen an falscher Stelle etc.), dann steht nicht nur eine Kanzlei still, sondern wohlmöglich ein ganzer Wirtschaftszweig. Die DATEV wird als Ziel für Cyber-Angriffe aus dem Ausland immer attraktiver. Wenn die Kanzleien nicht mehr arbeiten können, dann können zum Teil auch keine Steuergelder in Richtung Staat laufen! Und da wird es doch so richtig kritisch! Unsere Chefs interessieren sich auch nicht unbedingt für die Gründe und Ursachen einer Störung. Das einzige was zählt ist die schnelle Wiederherstellung des Betriebs. Und wenn man hier als zuständiger Administrator keine genauen Angaben dazu hat, wann der Betrieb wieder anrollen wird, dann wird die Lage sehr schnell unentspannt. Auch das Thema Performance spielt immer wieder eine Rolle. Wobei ich gerade sagen muss, dass die Cloud-Anwendungen doch gefühlt stabiler und flotter geworden sind im Vergleich zu vor ein paar Jahren. Und dann kann man noch sagen: Um einige Dienste möchte ich mich gar nicht mehr selbst kümmern. Dazu zählen für mich: Microsoft Exchange Server-Hardware Die Server-Hardware kann gerne bei einem Dienstleister in einem ordentlich zertifizierten Rechenzentrumsgebäude stehen. Soll doch jemand für uns defekte Bauteile und veraltete Hardware tauschen. Das hat zwar damals Spaß gemacht, aber heute habe ich spannendere Aufgaben. Was mir persönlich immer wieder auf die Nerven geht: Gierige IT-Vertriebsmitarbeiter, SLAs und Abo-Modelle. Man kann selbst einfache Standardprodukte kaum noch kaufen. Stattdessen wird man dazu gezwungen irgendwelche Abos zu bestellen. Irgendwann blickt auch hier niemand mehr durch. Abschließend: Aus Sicht eines Software-Entwicklers ist es doch super, wenn man durch Abos und SLAs regelmäßige bzw. dauerhafte Einnahmen erzielt und nicht wie früher auf große, einmalige Aufträge und Projekte gewittert hat. Einen schönen Feierabend
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