@jjunker schrieb: Steuerberater Software mit KI Habe mir Anfang April einen noch nicht fixierten Vorstellungstermin aufquatschen lassen. Mal sehen was die können. Das Vorgänger-Produkt zur Digitalisierung von Belegen fand ich anfangs recht interessant. Preislich ist das ganze aber schon damals recht happig gewesen. Was aber gar nicht geht und für mich ein Indikator für Unprofessionalität ist, ist die Vorgehensweise des Vertrieb-Teams. Unter irgendwelchen Vorwänden (z. B. "wichtiges DATEV-Thema") versuchen an die Entscheidungsträger des Unternehmens durchgestellt zu werden und auch nach mehrmaligen Ablehnen alle paar Monate erneut anrufen um einen zu einem "kostenlosen Beratungsgespräch" zu bequatschen. Als man mich dann eines Tages am Abgabetermin der Steuererklärungen belästigt hat ist mir der Kragen geplatzt und ich habe (im Auftrag meines damaligen Chefs) mit Unterlassungsklage gedroht, sollte man uns nicht in Ruhe lassen. Danach war Ruhe. Würde mich also sehr wundern, wenn wir im Anschluss positives von dir zu hören bekommen. Mit der E-Rechnung und ASR, sehe ich dann aber sowieso keinen Mehrwert mehr in deren Lösung. Allgemein ist es ein Unding, mit welcher Frequenz man teilweise Kaltaquise-Anrufe bekommt und versucht wird zu irgendwelchen Beratungen (=Produktvorstellungen) zu drängen. Wirklich gute Produkte leben meiner Meinung nach von Empfehlungen und müssen nicht derart aggressiv beworben werden. Und über die überzogenen Produktpreise soll man diese Belästigung dann auch noch mitfinanzieren. Jeder der sich via Bildungsgutschein eine Online Schulung von der Arbeitsagentur finanzieren lässt, schimpft sich heute KI-Manager oder KI-Consultant, wobei die tatsächliche Expertise oft leider fehlt. Da muss man wirklich mal die DATEV loben, unser KAM kommt wirklich nur mit nützlichen Themen um die Ecke und versucht uns nicht ständig irgendwelche zusätzlichen Services oder Beratungen anzudrehen. @seb_ms schrieb: Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Wir haben diverse Software-Werkzeuge selbst gebaut, die aus Belegbildern Buchungsinformationen machen. Natürlich haben wir die Aufgabe auch schon an diverse KI-Modelle übertragen. Bislang war die KI nur in den seltensten (trivialen Fällen) erfolgreich - daher gehen wir vorerst noch den Weg, unsere Belegerkennung ganz "klassisch" mit menschlicher Intelligenz zu programmieren. Das ist zwar deutlich mehr Aufwand "up front", dafür ist die Erkennung aber bei nahezu 100% und die Nacharbeit am Ende ist nur selten erforderlich Das ist der viel interessantere Ansatz. Regelbasierte Automatisierung ist zwar aufwändiger aber wird KI-Systeme noch lange schlagen, da letztere zu Halluzinationen neigen und durch einen Feedback loop immer die Gefahr besteht, dass sich die Qualität langfristig verschlechtert. Am Ende des Tages bedarf es immer menschlicher Arbeit. Ob KI-Assistenten oder der elektrische Webstuhl. Am Ende ändert sich wie wir arbeiten, aber den Menschen werden wir auf unbestimmte Zeit nicht wegrationalisieren können.
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