Ich spiele den advocatus diaboli: Wer sagt, dass "Datensparsamkeit und - transparenz" die richtigen Ansätze sind? Beide Prinzipien wurden von einem Gesetzgeber (Europaparlament) erfunden, der eine Region "repräsentiert" (Europa) hat, die die grundlegenden Technologien verschlafen hat - und der selbst gegen diese Grundsätze verstößt - ganz abgesehen davon, dass die Verstöße auf nationaler Ebene noch wesentlich gravierender und umfassender sind. Wenn die Amerikaner - warum sind in diesem Kontext nur die Amerikaner die Bösen Buben - selbst nicht darauf zugreifen können, machen wir (BND, Verfassungsschutz, etc.) das doch und geben die Daten dann weiter; ggf. wird auch gemeinsam gelauscht, ich erinnere nur an die Crypto AG. Je nun, Dank Snowden ist bewiesen, in was für einen Umfang die Amerikaner Daten abgegriffen haben und es noch tun. Abgesehen davon ist halt MS ein amerikanisches Unternehmen. Aber tatsächlich muss "die Amerikaner" hier eher als Variable gesetzt werden. Im Kontext zu MS 365: Es ist ein Unterschied ob eine Kanzlei durch wen auch immer direkt angegriffen wird oder Daten an anderer Stelle mitgelesen wird. Im ersten Fall wette ich darauf, dass man einen gewollten und gezielten Angriff nicht abwehren kann. Man kann es Ihnen nur so schwer wie möglich machen. Was nicht bedeutet, dass man es gleich sein lassen kann. Das würde ja unserer Sorgfaltspflicht widersprechen. Der zweiten Fall ist der Fall von 365: Man nimmt sehenden Auges in Kauf, dass Daten die hier der Verschwiegenheit und dem Datenschutz unterliegen frei dort für Menschen mit Interessen zur Verfügung stehen (man muss hier noch nicht einmal einen Gerichtsbeschluss dafür vorlegen oder sonst wie informieren). Und sowas wäre imho eine offensichtliche fahrlässige Verletzung unserer Pflichten. Um meine Kritik an der DATEV nochmal klarer darzustellen: Ich verstehe die Idee der DATEV eine Cloudplattform zu bieten und somit vielen externe Schnittstellen zu dem DATEV Ökosystem bietet. Die Idee ist gut und richtig. Was ich nicht verstehe: Falls man DATEV installiert, wird immer noch stillschweigend das MS Ökosystem mit einbezogen und in Teilen unabdingbar gemacht. Das bedeutet ja nicht das man Schnittstellen zu MS eine Absage machen muss. Aber MS muss darauf reduziert werden: Eine Schnittstelle und keine obligatorische Notwendigkeit wenn ich DATEV installieren will. Bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Rechtslage wird geändert und die DATEV gibt deshalb ein paar Millionen für Lobbyarbeit aus, oder die DATEV geht hin und entkoppelt die DATEV von dem MS Ökosystem und entwickelt aktiv Lösung zur Installation auf RHEL, Suse und Co., schaut an was es an Alternativen zu MS Office, SQL und Co. gibt. Es gibt da echte Alternativen. Und ich wette auf lange Sicht hat man sogar Geld gespart und kann ein paar rechtliche Problemstellungen umgangen. PS: Die Konzepte der Datensparsamkeit und -transparenz sind soweit ich mich erinnere nicht eine Erfindung der EU sondern Konzepte aus der heißen Phase der Entwicklung von leistungsfähigen Rechner (Zuse und Co.). Im Gesetzesform kamen Sie -glaube ich- erstmal in den deutschen Datenschutzgesetzen explizit vor. Aber mal ehrlich: Das ist dann eher was für die Historiker und Archäologen der Juristerei.
... Mehr anzeigen