@invoicefetcher-Phillip schrieb: Aus meiner Sicht sollte sich eine buchende Steuerkanzlei mit den eingesetzten Programmen, Datenströmen und Praktiken eines Mandanten beschäftigen, um die Datenverarbeitung effizient gestalten zu können. Es reicht aus meiner Sicht nicht mehr, immer zu erwarten: „Der Mandant liefert mir das so, wie ich es brauche.“ Die Zeiten sind vorbei. Das sieht unsere Kanzlei zu 99% anders. Wir sind eine kleine Kanzlei und noch nicht alle Mandanten benutzen Unternehmen online. Gerade letztens bei einer neuen Mandantin (ohne Unternehmen online), deren System so vollkommen von dem abweicht, wie wir die Belege zum Bearbeiten benötigen. Hier wurde festgelegt, dass sie sich zu 99% anpassen muss. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie wissen, wie "verquer" einige Mandanten denken, weil Buchhaltung für sie einfach lästig ist. Von Pauschal 100 Buchhaltungsmandanten haben 90 % ihr eigenes -unterschiedliches- "System", dass von allen anderen abweicht, wie sie uns die Unterlagen zum Bearbeiten ursprünglich hereingeben. Sollen wir hier wirklich uns auf diese 90% anpassen? Nein. Hier müssen sich die Mandanten anpassen. Und bei allen digitalen Mandanten ist das doch exakt genauso. Der Mandant fragt (in der Regel) nicht wegen Software, er hat sie entweder schon oder kauft sie ungefragt. Hier muss der Mandant seine Software und seinen Workflow entsprechend anpassen, dass seine Daten effizient mit DATEV weiterverarbeitet werden können. Selbstverständlich sind wir dabei kein "Fels in der Brandung", der nicht von vorgegebenen Mustern abweicht und sehen auch, wo man zu- und abgeben muss. Nichtsdestotrotz muss sich aber im größten Teil der Mandant anpassen. Es wird auch gern an anderen Stellen erwähnt, dass das Steuerbüro Zugriff auf diverse Portale (o.ä.) hat und Rechnungen etc. für den Mandant abruft. Das finde ich einen tollen Service - wenn die Kanzlei das möchte. Hier bin ich dann aktuell überfragt, wie diese abgerufenen Rechnungen dann in Unternehmen online kommen. Und wer bearbeitet diese? Für mich hört sich das nach Mehraufwand an, der dann schnell wesentlich höher wird, je nach dem, wie viele Rechnungen angerufen werden. In unserer kleinen Kanzlei ist der Mandant angehalten, alle Belege für die Erstellung einer Buchhaltung zu liefern. Egal, ob dies Digital oder auf Papier erfolgt. Auch möchten wir auf Grund der Zeitersparnis, einmal mit einem Buchhaltungsmonat beginnen und ihn dann fertigstellen. Hier kann ich mir dann leider nicht vorstellen, wie das mit dem Abrufen von Rechnungen dazu passt. Auch sollte man, meiner Meinung nach, nicht vernachlässigen, was der Gesetzgeber alles von einer Steuerkanzlei sowieso schon verlangt, was beachtet werden und umgesetzt werden muss. Oder gibt es in den Steuerkanzleien jetzt nur noch "Buchhaltroniker" die zwar die Programme anwenden können, aber keine gesetzlichen Grundlagen mehr wissen? @invoicefetcher-Phillip schrieb: Wenn ein Mandant seine Rechnung noch im Online-Banking seiner Bank abtippt und bezahlt, wissen wir alle: Der Beleg wird mehrmals angefasst. Das ist doch eigentlich Quatsch und ein bisschen irre. Auch das Abfotografieren und anschließende Bezahlen ist Quatsch, derselbe Beleg muss ja noch in die Buchhaltung. Volle Zustimmung. Aber warum fotografiert der Mandant einen Beleg? Weil das blöde Handy es kann und weil es schnell und einfach geht. Für den Mandant ist der Beleg dann digitalisiert. Dass wir uns beschweren, dass der Beleg fast schwarz, mit dickem Daumen über dem Rechnungsdatum oder einfach nur schlecht lesbar ist, weil der Beleg geradewegs aus dem Briefumschlag oder der Geldbörse genommen wurde und keine Knicke und Falten glattgezogen werden... "Pff... ist mein Steuerbüro heute wieder anspruchsvoll..." interessiert den Mandant leider in den wenigsten Fällen. 1 oder 2 Belege lang geht es, aber dann ist der Beleg doch wieder unbrauchbar. Buchhaltung fängt auf Mandantenseite an. Da können sich Steuerbüros - ob sie dafür die Zeit haben, oder nicht - den Mund fusselig reden. Und ich weiß nicht, wie es bei den anderen Kanzleien hier in der Community ist, aber was ich bei den Mandanten feststelle ist, dass eher die "älteren" Mandanten hier besser damit zu recht kommen, die auch unsere Ratschläge annehmen - weil deren Papierbuchhaltung vorher schon in Ordnung war. Die jüngere Generation kümmert sich weniger um unsere Ratschläge. Bei denen ist dann aber auch die digitale Buchhaltung chaotisch - wie vorher die Papierbuchhaltung. Da würde - meiner Meinung - auch kein invoicefetcher helfen. Ich bin mit meinem Text vielleicht etwas vom Thema abgekommen, bitte entschuldigt dies. Viele Grüße
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