Das ist eine sehr interessante Diskussion hier. Ich bin weder Berufsangehöriger noch Mitarbeiter einer Kanzlei. Ich betreue aber zahlreiche Kanzleien mehr oder weniger intensiv und habe seit sehr langer Zeit mit DATEV zu tun. Ob die Gremien die richtige Instanz sind, die DATEV in technischer Hinsicht vor sich her zu treiben, kommentiere ich mal nicht. Mich treibt aber etwas anderes um und vielleicht kann ich hier mal einen anderen Aspekt der Mitbestimmung ansprechen. Was ich in letzter Zeit stark vermisse, ist ein Einfluss der DATEV auf den Gesetzgeber. Wir brauchen uns nur mal die letzten „Innovationen“ des Staates in Richtung Verwaltungsdigitalisierung anzuschauen. DIVA I/II, beSt, Grundsteuer, eAU, PUEG, diverse CORONA-Hilfen, Veröffentlichungsplattform, ich hab bestimmt noch was vergessen. Überall werden von den zuständigen Ministerien Gesetze auf den Weg gebracht und ich habe den Eindruck, dass die praktische Umsetzbarkeit dabei kaum eine Rolle spielt. Wäre an dieser Stelle nicht auch entsprechende Lobby-Arbeit der DATEV angebracht? Müsste DATEV da nicht zum Beispiel zum Gesundheitsministerium mal sagen „Hey wir sind die DATEV, wir vertreten 90% der Steuerberater und über unsere Lösungen werden 80% der Löhne gerechnet. So wie das geplant ist, wird das zu extremen Mehraufwand führen - wir hätten da ein paar Ideen.“ (die Zahlen sind frei geraten) Im Grunde also ganz klassischer Lobbyismus wie das alle anderen Industrieverbände auch machen. Jetzt wird sicher jemand sagen, das ist aber Aufgabe der Verbände und Kammern. Mag sein - aber das scheint nicht so toll zu klappen und die sind natürlich zur (Produkt/Anbieter-)Neutralität verpflichtet. Also sollte DATEV sich diesen Schuh anziehen!?! Damit könnte DATEV vieles unter dem der Berufsstand momentan leidet mindern. Im Moment vernehme ich immer nur „Das hat sich der Gesetzgeber so ausgedacht - da können wir nix machen.“ Aber hat DATEV den Gesetzgeber dabei denn im Sinne einer für die gesamte Gesellschaft besseren Lösung beraten? Immerhin lese ich, dass sich der Beirat mit 31 Personen um Berufspolitische Belange kümmert. Entweder funktioniert das nicht so richtig oder man hört darüber nichts. freundliche Grüße aus Berlin, F.Lange
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