Sehr geehrter Herr Renz, ich glaube auch nicht, dass Sie mich überzeugen können. Aber nach sehr hektischen und betriebsamen Arbeitstag komme ich jetzt mal dazu ihre Frage zu beantworten: Können sie mir erklären, warum sie glauben a) die DATEV habe sich vom genossenschaftlichen Gedanken verabschiedet. -> m.E. ist das genaue Gegenteil der Fall. Genossenschaftsgedanken ist m.E. die Genossen gründen eine gemeinsame Unternehmung damit alle daran Beteiligten = Genossen davon profitieren sei es materiell ( finanziell) oder ideel. oder lt. Wikipedia Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von natürlichen beziehungsweise juristischen Personen, deren Ziel der Erwerb oder die wirtschaftliche beziehungsweise soziale Förderung ihrer Mitglieder durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb ist. Das war mit Sicherheit der in den 60er Jahre gute Zweck die Datev zu gründen, weil die Genossen damals den Vorteil der elektr. Datenverarbeitung geniesen konnten- falls das mit Lochkarten ein Genuss war . Seitdem hat sich viel getan sowohl in der EDV als auch bei der Datev eG. Aus meiner Sicht handelt die Datev inzwischen seit vielen Jahren wie eine AG , so werden Änderungen nicht mit den Eigentümern (Genossen) besprochen oder ich habe das nicht mitbekommen, sondern es werden aus Sicht des Vorstands ggf. noch des Vertreterrats Neuerung angestoßen die zukunftsorientiert sein sollen ( z.Bsp. Datev Pro, Arbeitsplatz, Ablösung altes Kanzlei Rewe und vieles mehr. Wurden Sie hierzu jemals vorher befragt ? Ich nicht und ich kenne nun niemand der bei diesen oder anderen Änderungen befragt worden wäre. Ich meine mich erinnern zu können das letztmals bei der Gründung der div. ausländischen Datev Töchter und Join Ventures die Mitglieder befragt worden oder via Satzungsänderung informiert wurden. Nun ist das mit der Plattform Diskussion das gleiche. Die vemeintliche Zukunftslösung wird vom Vorstand vorgegeben nicht mittels Information das könnten wird so machen sondern durch den Vorschlag der Satzungsänderung der dann gleich mit dem abgeschwächten Eventualantrag kombiniert wird, also scheint der Vorstand schon damit zu rechnen dass die Satzungsänderung abgelehnt wird. Ich fühle mich diesbzgl. eben nicht mehr als Genosse und Miteigentümer der Datev eG sondern schon viel eher als jemand der 1 Aktie an der Datev AG hält und damit eher machtlos dem Gebaren aus Nürn berg zusehen muss bzw. mit den vollzogenen Tatbeständen leben muss. Das bin ich von anderen Genossenschaften nicht gewohnt. Hier beim Schreiben dieses Posts erinnert mich der Ablauf durchaus an die Volksbanken eG,weil auch diese wurden einstmals gegründet zum Vorteil der Mitglieder, davon ist m.E. heute nichts mehr übrig geblieben. Es wird genauso gehandelt wie bei jeder anderen Bank auch ( Sparda Bank München ausgenommen und ebenfalls die Raiffeisenbank Gammesfeld ( hat in der Presse etwas Furore gemacht als kleinste Volksbank Deutschlands). Die größeren Institute ebenso wie die Datev eG mit mittlereweils mehr als 4000 Arbeitnehmer haben sich soweit von der Basis der Genossen entfernt das dort in Nürnberg autark Entscheidungen getroffen werden die häufig an den Bedürfnissen der Mitglieder vorbeigehen. Ich weiss nicht wieviele Threads und Posts ich nun schon gelesen habe - seit ich hier Mitglied- mit Verbesserungsvorschlägen usw. und die Reaktion ist eigenlcih immer die gleiche ist und bekannt geben wird weiter und Jahrelang - nicht tage/Wochen oder Monate passiert defnitiv nichts. So kann man sich nicht ernstgenommen fühlen. Wenn nun eine Satzungsänderung auf die Art und Weise wie jetzt vorgekommen, Brief an die Mitglieder durchgesetzt werden soll, weil sonst die Datev eG eben nicht auf dem Markt als Eventualkonkurrent auftauchen darf, hier haben sich doch die Gründungsmitglieder etwas dabei gedacht, ist das aus meiner Sicht mehr als schlechte Politik und schlechter Stil und ist ein weiterer Punkt den ich als nicht Genossenschaftlichkeitfördernd ansehen kann und will. Die Summe der Handhabung, Kommunikation usw. haben bei mir den Eindruck hinterlassen das sich vieles nicht mehr mit dem Gedankengut von Genossenschaften deckt. Wohlgemerkt mir ist völlig klar das dies nicht nur die Datev eG betrifft. Möglich das dies mit der Größe der Unternehmung zu tun hat. Nur soll am dann meine ich sich nicht hinter möglichen Zukunftserwartungen verstecken sondern klar und deutlich sagen was man - in diesem Fall Datev eG- will. Das ich den Artikel "Eine Datev-Plattform für Steuerbürger " gesehen hatte war schon eher Zufall, weil ich befürchte das geht uns allen so dass bei der Menge Fachliteratur alles schon lange nicht mehr gelesen werden kann. Aber auch hier warum ein Puplikationsmedium nutzen anstatt bei so einer fundamentalen Satzungsänderung nicht alle Mitglieder befragen ? Hier drängt sich mir einfach der Gedanke auf, dass der Vorstand der Datev das auf jeden Fall will und dieser sich ggf. nicht mit 40.000 Mitgliedern diskutieren will und das ist auf keinen Fall einer Genossenschaft zuträglich. Jetzt ist der Text doch ganz schön lang geworden, aber kürzer hätte ich Ihnen meine Beweggründe glaube ich nicht schildern können.
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