Um noch mal auf das Thema zurückzukommen: Daß der Fredstarter ein "rießen Problem" hat, wie er schreibt, wird in dieser Antwort offensichtlich. Nur liegt das Problem nicht darin, daß sich "in diesem Land" etwas ändern müsse, sondern darin, daß er sein Augenmerk darauf beschränkt hat, die Warenflüsse am Laufen zu halten, um sich auf den Handelsplattformen nicht unbeliebt zu machen oder sich gar Strafanzeigen einzuhandeln. Die Bürokratie beschränkt sich in den Vorstellungen eines "ecommerce"-Unternehmers naturgemäß darauf, den Zahlungseingang im Blick zu behalten, um die richtige Ware pünktlich an den korrekten Empfänger zu versenden sowie aus den gesammelten Lieferantenrechnungen die Vorsteuer ermitteln - das wars dann schon. Irgendwann gegen Fristablauf soll das Steuerbüro aus diesen gesammelten Werken, die bei täglicher Verarbeitung bequem zu handhaben gewesen wären, eine Bilanz und die betrieblichen Steuererklärungen machen. Wenn der Berater Pech hat, weigert sich der Mandant, den Aufwand für die anstehende Jahresbuchhaltung zu bezahlen, weil er die ja schon selbst erledigt habe. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, denn die Beschwerden des Fredstarters gehen ja genau in diese Richtung. Selbstredend ist der Berater dran schuld, wenn er bei einem Konvolut aus tausenden Seiten die Geschäftsvorfälle nicht bemerkt, die der Mandant zweifach der Umsatzsteuer unterwarf - bei der Rechnungstellung und im Folgejahr beim Zahlungseingang (oder auch vice versa). Im Grunde erscheinen die kolportierten Kosten plausibel. Die wären früher ja vielleicht auch noch akzeptiert worden, wenn man mehrere Waschzuber voller Ordner ins Steuerbüro geschleppt hatte. Heute schickt man eine e-Mail mit ein paar mageren pdf-Dateien, denen man nicht ansieht, ob da 500 oder 5.000 Seiten drin sind - letzteres dürfte eher die untere Grenze einer branchenüblichen Debitorenbuchhaltung sein. Fazit: Entweder man bringt so einen Mandanten dazu, das mit UO abzuwickeln oder man muß das Mandat im Grunde ablehnen, sofern man nicht Mitarbeiter damit beauftragt, von denen man sich ohnehin schon immer mal trennen wollte.
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