Mein Tip: nimm dir den Stress raus ! Kompetenz zeigt sich nicht darin, mit vielen schwierigen Wörtern um sich zu schmeissen, sondern ein Problem zu erkennen und einen gangbaren Lösungsweg zu finden, auch wenn der nicht immer optimal ist. Die mit den großen Worten sind meist Angeber und die kann keiner leiden. Die Kunst ist, einen komplexen Sachverhalt mit einfachen Worten verständlich wiederzugeben (in der Mandantensprache, wie du sie nennst), so dass auch der Handwerker am Ende sagt "Ah, alles klar, so ist das also!" und nicht nur der Prof. Dr. Dr. Dafür kommen sie nämlich zu uns. Ich kann dir zwei DinA4 Seiten schreiben, die letztlich nur bedeuten "Hier hast du das !". Das will aber keiner lesen, weder der Mandant noch das Finanzamt. Und zahlen auch nicht. Fachsprache da, wo sie nottut, weil sie präzisiert und abkürzt. Einem Mandanten kann ich die drei Buchstaben "vGa" nicht an den Kopf werfen, da muss ich eben in einfachen Worten das Problem und die Auswirkungen auf den Punkt bringen. Unter Kollen reichen die drei Buchstaben in den Raum geworfen, damit jeder weiss, was Sache ist und welche Auswirkungen das hat. Wobei, aus der Erfahrung kann ich sagen, dass statistisch in solchen Fällen fünf bestätigend nicken, wobei ca. 1,5 davon überhaupt keine Ahnung haben, worum es geht, ihr wisst, was ich meine 🙂 Das Wissen ist wie ein Spinnennetz. Du hast jetzt ein Grundgerüst und baust dir dein Netz auf. Du kannst dein Netzt nicht unendlich in alle Richtungen stabil bauen, das ist unmöglich. manche Richtungen kannst du nicht weiterbauen, mache Fäden werden mit der Zeit lose oder lösen sich gar auf - hier muss man dann nochmal ansetzen und nacharbeiten. Die Thematik ist komplex, das Wissen unendlich - es wird niemals ein Punkt X kommen, an dem du alles weisst und alles kannst. Das muss man sich gelegentlich vergegenwärtigen. Jeder von uns stellt vermutlich sogar mehrmals die Woche fest "Guck an, das habe ich noch gar nicht gewusst" auch nach vielen, vielen Jahren im Beruf. Du kannst jeden Tag in der Praxis lernen, einfach eng am Gesetz arbeiten Eine Einkommensteuererklärung von Ehegatten auf deinem Tisch - was sagt das Gesetz zu den Veranlagungsmöglichkeiten ? Die haben acht Steuerbescheinigungen, die schnell in die Detailerfassung eingekloppt werden - wie sieht das denn im Gesetz mit der Versteuerung aus ?Wie ist die Systematik ? Da blätterst du schon ein bisschen hin und her. Die PKW-Nutzung des Angestellten ist in Lodas schnell angelegt - aber was sagen die Paragaraphen im Gesetz eingentlich dazu ? Steuer und Sozialversicherung ? Dein Arbeitsalltag bietet eine Fülle von Möglichkeiten, dein Netz zu erweitern und zu stabilisieren. Dafür braucht es nur eins : Übung ! Alles andere kommt von alleine. Ganz praktisch : ich habe auf meinem Desktop so eine Kurznotiz, so einen viertuellen gelben Zettel. Da schreibe ich mir im Laufe der Woche immer mal Themen drauf, wo ich nochmal nachschlagen möchte - manchmal auch ganz lapidare Themen, das führt oft zu erhellenden Momenten, muss ich eingestehen. Es gibt einen Anbieter im Netz, der bietet kostenlos Seminare zu einzelnen Themen an, auf unterschiedlichem Niveau. Da lohnt es sich, das eine oder andere anzuschauen, alleine um sich bestimmte Systematiken anzueignen - ich nehme gerne daran teil. Insbesondere weil man die Videos auch im Nachhinein anschauen kann. Ein Seminar über den Vorsteuerabzug ? Haha, lachen einige, was für ein Babythema ! - aber scheitern dann direkt grandios an der ersten Amazonrechnung die ihnen morgens auf den Tisch flattert. Was ich im Grunde sagen möchte: keinen Druck, keinen Stress machen. Wissbegier, Geduld, Kontinuität und Routine bringen dich an dieser Stelle weiter. Alles Gute für deinen Weg ! Er ist auf jeden Fall spannend und fordernd und du wirst ab sofort jeden morgen ein bisschen schlauer aufwachen als am Tag davor.
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