Ein wenig Reflektion sollte bei DATEV schon zu wünschen sein, bei Personio gab es auch Stimmen, die genau das eingetroffene Szenario befürchtet hatten. Die Angriffe waren sinngemäß nahezu gleichlautend. Etwas Offtopic, aber dennoch mal zur Erinnerung: Als Personio die Payroll eingeführt hat, wurde hier in der Community von dem Phönix aus der Asche gesprochen, der DATEV endlich mal Konkurrenz machen wird. Und? Ist etwas passiert? Hat einer der damals „Feiernden“ zu Personio gewechselt? Wohl nicht, sonst hätte es seit Anfang 2024 bei Personio nicht drei große Kündigungswellen in Deutschland gegeben. Ich bin der Meinung, dass es auch nicht zielführend ist, bereits Jahre vor dem „go live“ alles aufgrund eines Marketingvideos zu zerreden. DATEV muss abliefern, da sind sich alle einig. Wir in den Kanzleien müssen uns frühzeitig dem Thema stellen und mit konstruktiver Kritik, an die richtige Stelle adressiert, beteiligen. Ich sehe die neue Software als riesige Chance und vertraue auf die Kompetenz der DATEV. Ich erwarte allerdings aus der Erfahrung heraus auch nicht die 100%-Lösung. Sich in der Community zu zerfleischen und Lager zu bilden führt meines Erachtens zu noch mehr Frust bei den Skeptikern, weil sie sich aus den eigenen Reihen heraus auch nicht mehr ernstgenommen fühlen. Ich teile diese Skepsis in Teilen durchaus - aber aus anderen Gründen. Nicht wegen dem Foto vom zerknitterten Beleg in der Buchhaltung. Ich halte es für eine geeignete Strategie, die Entwicklungen, Handlungsempfehlungen und Kommunikation der DATEV in diesem Kontext im Blick zu behalten und bei Bedarf zu reagieren, irgendwann freigegebene Programmbestandteile vor einer flächendeckenden Implementierung in die Kanzleiprozesse auf Herz und Nieren zu prüfen und bei Nichtgefallen so lange wie möglich beim Bewährten zu bleiben. Und vor allem wichtig: Ruhe bewahren! Auch wer dieses Vertrauen nicht hat oder es verliert muss, wie auch immer geartet, reagieren. Dann aber meiner Meinung nach auch schon vor dem Ende dieses Jahrzehnts.
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