@agmü schrieb: ... Ein guter Freund hat im Hinblick auf den Mini-Job vor nunmehr 20 Jahren bei seinem Hauptarbeitgeber die Arbeitszeit reduziert und bei einem anderen Arbeitgeber einen Mini-Job angenommen. Nach seiner "Berechnung" hatte er bei Addition beider Einkommen mehr Netto als bei Vollzeittätigkeit. Mein Hinweis, dass sich dies auch auf seine Rente auswirken würde, hat er stets übergangen; bzw. darauf hingewiesen, dass dann ja bestimmte Ausgaben entfallen würden und er noch Rücklagen bilden könne. Zwischenzeitlich steht er kurz vor dem Übergang in die Rente und jammert: diese und jene Ausgabe kann ich mir nicht mehr leisten. Dieser Aspekt ist den Beteiligten, die sich auf diese Beschäftigungsmodelle einlassen, selten bewusst. Daher finde ich es unter dem Gesichtspunkt der Absicherung des Nacherwerbslebens (Rente) sinnvoll, diese Art der Subvention abzuschaffen. Das mag für viele zutreffen. Sehen Sie, verehrter @agmü , mir bitte nach, wenn ich noch andere Aspekte zu bedenken gebe. Gegen diese Argumente (nicht jedoch gegen die grundsätzliche Kritik an der Systematik der Minijobs) wende ein: Müssen wir unsere Menschen zwangsbeglücken bzw. vor negativen Auswirkungen in der fernen Zukunft bewahren, und deshalb diese Minijobregelung abschaffen? Und: Viele brauchen den Minijob schlichtweg zum Überleben, wenn man auf Mindestlohnbasis nicht mehr als 30 Std./Woche arbeiten darf (weil der AG keine höhere Wochenarbeitszeit zulässt), aber eine vierköpfige Familie und den täglichen Arbeitsweg mit dem Pkw finanzieren muss. Da geht es um das aktuelle (Über-)leben; der Blick in die Zukunft (von der ich seit Jahrzehnten ohnehin nur eine Rente auf Sozialhilfe-/Grundsicherungsniveau erwarte) ist schlichtweg irrelevant. Und: Dass ich mir auch mit ausschließlich rv-pflichtigem Vollzeitjob im Rentenalter vieles nicht mehr leisten können werde (von der staatlichen Rente), ist mir bereits jetzt bewusst. Denn dort, wo ich mein ganzes Erwerbsleben arbeite, erreichen die wenigsten den Verdienst eines in der gesetzlichen Rente angenommenen Durchschnittsverdieners. Die Begrifflichkeit Absicherung des Nacherwerbslebens ist in meinen Ohren ein Hohn angesichts des bereits jetzt existierenden Rentenniveaus und des Renteneintrittsalters. (BTW: Was waren denn damals die guten Begründungen für die Einführung der Minijobs?) Viele Grüße und einen schönen Tag.
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