Alternative (WP, StB) zu DATEV. Wir werden den Weg mitgehen. Und hoffen dabei nicht auf die Nase zu fallen. Wir haben keinen Plan B. Und wenn dann in der Cloud gar nichts laufen sollte, dann müssen wir zusehen. Die Ausfallzeiten im "RZ" in den letzten Jahren sind wirtschaftlich nicht darstellbar bei uns - 50 Leute, die nicht arbeiten können, irre. Kennen wir on Premise nicht. Auch das ist nicht Polemik. Es ist Frust. "Gemeinsam" wird immer mehr zu "einsam". Das war jetzt Polemik. Das gebe ich zu. Aus meiner Sicht ist Cloud in diesem Bereich eben nicht nur „schlecht umgesetzt“, sondern grundsätzlich der falsche Weg, jedenfalls dann, wenn sie als Zwangsmodell für die gesamte Berufsgruppe durchgedrückt wird. Wir reden hier nicht über irgendeine Spielerei, sondern über die produktive Arbeitsgrundlage von Steuerkanzleien. Wenn 30, 50 oder 100 Mitarbeiter wegen Störungen im Rechenzentrum nicht arbeiten können, dann ist das kein kleiner Komfortverlust, sondern ein wirtschaftlicher Totalausfall für die Kanzlei. Genau diese Abhängigkeit kannten wir in dieser Form bei echten On-Premise-Lösungen nicht. Bei einer Genossenschaft müsste der Weg von den Mitgliedern bestimmt werden. Nicht von Cloud-Ideologen, die offenbar glauben, dass Zentralisierung automatisch Fortschritt bedeutet. DATEV gehört den Mitgliedern. Sie ist nicht das Privateigentum eines Produktmanagements, das ohne Rücksicht auf Verluste einen Kurs durchsetzt, den viele Kanzleien weder gewollt noch bestellt haben. Bedarfsgerecht wäre, Software so bereitzustellen, dass Kanzleien stabil, unabhängig und wirtschaftlich arbeiten können. Dazu gehört für mich zwingend eine echte lokale Betriebsfähigkeit. Eine Cloud-Zwangsstrategie bedeutet dagegen: maximale Abhängigkeit, maximale Verwundbarkeit und am Ende maximale Kosten bei den Kanzleien. Wenn es keinen spürbaren Widerstand gibt und keine echte Kündigungswelle droht, wird sich an diesem Kurs vermutlich nichts ändern. Dann zahlen am Ende wieder wir Steuerberater die Zeche: mit Ausfallzeiten, Produktivitätsverlusten, Umstellungszwang und der ständigen Hoffnung, dass „das Rechenzentrum heute schon laufen wird“. Gerade deshalb wäre ein echter Parallelbetrieb für mindestens zwei bis drei Jahre zwingend gewesen. Nicht als Feigenblatt, sondern als reale Wahlmöglichkeit: Kanzleien hätten geplant migrieren, Erfahrungen sammeln und selbst entscheiden können, ob und wann der neue Weg für sie tragfähig ist. Gleichzeitig hätte DATEV unter kontrollierter Last sehen können, ob die Infrastruktur überhaupt hält. Stattdessen wirkt es immer mehr wie eine Friss-oder-stirb-Taktik. Und wenn man die Ausfälle und die Stimmung in vielen Kanzleien betrachtet, funktioniert sie schon jetzt nicht. Die eigentliche Frage ist daher: Wechseln wir irgendwann unter Druck, wenn nichts mehr geht – oder bereiten wir Alternativen jetzt geplant vor, solange wir noch handlungsfähig sind?
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