Wahrscheinlich ist es für den Mandanten nicht einfach zu erkennen, ob ein Steuerberater der richtige für ihn ist. Sofern es nur und in die Tiefen des Steuerrechts geht, ist eine Beurteilung ob alles "richtig" "gut" oder "optimal" ist durch den Mandanten (als Steuerlaie) sicher schwer, zumal negative Ergebnisse (z.B. Betriebsprüfung) oft erst Jahre später auftreten. Für den Mandanten ist das oft wenig greifbar und sehr theoretisch. Die folgenden Merkmale könnten zur Beurteilung hilfreich sein, denn diese können durch den Mandanten beurteilt werden: 1. Der Steuerberater ist für den Mandanten persönlich erreichbar (ich rede hier aber nicht von 24/7 !) 1a). Im Team betreut derjenige, zu dem der Mandant am besten passt und wenn es nicht klappt = Sachbearbeiterwechsel. 2. Die übertragenen Arbeiten werden fristgerecht erledigt (ein Zeichen, dass der StB nicht überlastet ist). 3. Es gibt keinen "Stress" mit dem Finanzamt (auf lange Sicht), insbesondere keine Schätzungen. 4. Der Steuerberater bietet weitergehende Beratung zu individuellen Themen an, insbesondere zu Auffälligkeiten. 5. Der Steuerberater informiert zu Beginn der Selbstständigkeit oder nach einer Übernahme proaktiv zu den wichtigsten Punkten (danach oder in diesem Zuge Punkt 4 - Mandant muss das dann annehmen). 6. Wenn sich das Unternehmen ungewöhnlich (positiv/negativ) entwickelt, geht der Berater proaktiv auf den Mandanten zu und macht erste Vorschläge. 7. Der Steuerberater spricht proaktiv, mindestens einmal im Jahr die Steuerplanung an und macht Vorschläge. 8. Der Berater macht keine mal-eben oder zwischen Tür-und-Angel-Beratung. Fragen vorab stellen und Termin vereinbaren. Wenn man von seinem Berater etwas wichtiges wissen möchte, muss dieser sich die Zeit nehmen die Antworten gut vorzubereiten (eine kostenlose Schnellauskunft ist meist unvollständig und wertlos), damit es keine Missverständnisse gibt und das Anliegen wirklich gut gelöst und dokumentiert werden kann. 9. Auftrag: Der Steuerberater vereinbart klar und deutlich mit dem Mandanten, was überhaupt der Auftrag ist und was es kostet. Wichtiger Punkt Aus meiner Sicht spricht es auch dann für einen guten Steuerberater, dass dieser dem Mandanten ganz klar auch mal die rote Linie aufzeigt und in Konfrontation geht! Werden beispielsweise Unterlagen ständig zu spät eingereicht, fehlen Angaben oder macht der Mandant irgendwelche Dinge, die man als Berater nicht vertreten möchte, muss man dies zeitnah und deutlich mit dem Mandanten besprechen. Auch muss man als StB ganz klar sagen, wenn einem Dinge betriebswirtschaftlicher Natur auffallen. Das sind meist Banalitäten (z.B. dass 5€-Rechnungen wahrscheinlich 3€ Verwaltung kosten...). Der Mandant muss wissen (Aufklären), dass der Steuerberater nicht NUR ein Dienstleister ist, sondern berufsrechtlich auch den Gesetzen verpflichtet ist. Man muss das als Berater erklären. Kommt vielleicht beim Mandanten nicht gut an, zeigt aber, dass man als StB seinen Beruf ernst nimmt. Andersherum muss der StB für den Mandanten natürlich ein offenes Ohr haben und seine Probleme ernst nehmen und nach Lösungen suchen. Der StB muss auch versuchen, die Sprache des Mandanten zu sprechen, um seine Probleme zu verstehen. Das sind die wesentlichen (teilweise weichen) Punkte nach 30 Jahren im Beruf, die - so meine ich - für den Mandanten wichtig sind und für eine gute Geschäftsbeziehung sorgen. Manchmal wichtiger, als für 100€ noch irgendwelche 7g (Investitionsabzugsbetrag) - Sperenzchen zu machen. Und zu guter Letzt: Ein guter Steuerberater muss nicht derjenige sein, der komplizierte und vom Mandanten nicht zu durchblickende Steuersparmodelle anbietet. Steuern sparen ist nur ein Bestandteil von vielen Merkmalen, aber nicht nicht nicht die absolute Gottheit. Gerade wenn der Mandant Unternehmer ist, muss dieser alle Vorgängen durchblicken können - ansonsten begibt er sich in eine Abhängigkeit mit einem unguten Gefühl des Kontrollverlusts.
... Mehr anzeigen