@Steuerberater_DO schrieb: ....Ob die DATEV eine eG oder eine AG ist, ist nur eine historische Frage. Bei der Größe der DATEV ist der Genossenschaftsgedanke meiner Meinung nach gar nicht mehr relevant. Nur passt diese Einschätzung nicht zur Außendarstellung der DATEV, die gern und oft betont, wie sehr man sich den genossenschaftlichen Werten und Zielen verpflichtet fühlt (siehe z.B. Geschäftsberichte & Pressekonferenzen). Selbst diejenigen, die nicht (mehr) von dem "Gemeinsam." der Genossenschaft geblendet sind: Bei der "Umtriebigkeit" der DATEV der vergangenen Jahre (Verdopplung der Beschäftigtenzahl in 8 Jahren, Jahresumsatz von mittlerweile mehr als € 1,5 Mrd., Beteiligungen, ausländische Betriebsstätten, Kooperationen, Stadion usw.) haben vielen Genossen Großes erwartet und damit sind nicht die DATEV-Rechnungsbeträge gemeint. ...Mit Ausnahme der Tatsache, dass es keinen Exit an "Berufsfremde" geben kann. Warum nicht? Wenn klar ist, dass es nicht um Genosseninteressen, sondern nur um Kohle geht, kann man doch befreit aufspielen, sich auf dem Markt austoben und den Datenschatz in seiner gesamten Breite heben. ...Mal abgesehen davon, dass Diskussionen von gefühlt 15 Leuten in so einem Forum ohnehin keine Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung des Vorstands hat, führt auch die Art der Diskussion mancher Teilnehmer auch nicht dazu, dass man auf sie hört. Wenn die einen sowieso für doof halten, warum dann auf sie hören? Pragmatismus oder Zynismus? Stören die letzten kritischen Teilnehmer wirklich so sehr? Vielleicht braucht es noch etwas Zeit, bis relativierende Lobgesänge ihre Wirkung entfalten. Sollte die Harmonie zu sehr gestört werden, greift ja die Notabschaltung. ...Wenn jemand doch der Meinung ist, dass die DATEV nicht auf ihn hört, es sowieso nicht kann, an seinem Bedarf vorbeientwickelt etc: Warum wechselt der nicht? Sie wissen, was ein Lock-in-Effekt ist? Und welches DATEV-Portfolio legt man bei der Abwägung zugrunde (vorhanden, angekündigt, in Aussicht gestellt, vermutet, erhofft...)? ...Den Ansatz finde ich persönlich übrigens besser als eine "fertige" Lösung hinzustellen. Das dauert viel länger und ist noch risikoreicher. Zur Softwareentwicklung gibt unterschiedliche Ansätze und Meinungen... Der Ansatz, unfertige Produkte auf den Markt zu werfen und diese in Abstimmung mit den Kunden sukzessive zu ergänzen (MVP) wird für sinnvoll gehalten, wenn es Unsicherheiten bzgl. der Anforderungen des Marktes und der Kunden gibt. Die DATEV mit ihrem Erfahrungshorizont sollte jedoch dazu umfassend im Bilde und somit keinen nennenswerten Fehlentwicklungsrisiken ausgesetzt sein. Im Übrigen passt die Einstellung von DATEV-Ideas nicht zum MVP-Ansatz, der eigentlich von dem Feedback der Nutzer getragen wird. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es dabei gar nicht um Produktqualität, sondern um Kostenabwälzung geht. Wenn ein namhafter Autohersteller eine Karosserie hinstellt und sich bei den Kunden erkundigt, ob auch noch Verkleidung, Räder und Lenkrad benötigt werden, kann der Beifall schon mal geringer ausfallen.
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