@Maerker-Stb schrieb: Was meint ihr dazu? Ich nehme mal nur die Initialfrage von @Maerker-Stb auf. Hab dazu bereits unter einem LinkedIn-Beitrag eines DATEV-Corporate-Influencers kommentiert. Wir erfüllen seit Einführung des Labels alle Kriterien – diesmal scheitern wir erstmals am Punkt „Anteil Mandantinnen und Mandanten mit digitalen Arbeitnehmerauswertungen“. Dabei verlässt bei uns keine einzige Abrechnung das Haus in Papierform. Nur: nicht jeder will ANO nutzen/seinen Mitarbeitern aufzwingen, nicht jedes Lohnmandat hat ein Vorsystem, und viele Mandanten wünschen ausdrücklich den Versand per E-Mail. Das ist und bleibt ein digitaler Prozess – nur eben nicht im „DATEV-Sprech“. Die Logik des Labels belohnt aus meiner Sicht eher Produktdurchdringung als echte Digitalisierung. Ein PDF per Mail ist nicht weniger digital als ein ANO-Zugriff, nur eben weniger automatisiert. Wenn also Kanzleien „digitaler“ gelten, weil sie mehr DATEV-Produkte verkaufen, sagt das wenig über ihr tatsächliches Digitalverständnis oder ihre Mandantenorientierung aus. Ich verstehe den Zweck der Kriterien, aber sie passen nicht immer zur Realität in der Kanzlei. Digitalisierung sollte nicht an Tool-Nutzung gemessen werden, sondern daran, ob Prozesse für Mandanten und Mitarbeiter sinnvoll, effizient und sicher sind. Trotzdem ist das Label inzwischen leider ein relevanter Faktor für die Außendarstellung geworden – sowohl für Mandanten als auch für Mitarbeitende. Viele achten ganz bewusst darauf, ob eine Kanzlei das Siegel trägt, weil es als Indikator für „modernes Arbeiten“ gilt. Ich sehe das durchaus kritisch, denn echte Qualität und Fortschritt lassen sich nicht in einem Logo abbilden. Aber so ist die Realität – und wer im Wettbewerb sichtbar bleiben will, kann sich dieser Wahrnehmung kaum entziehen. Also entweder auf diesen Unterschied/Vorteil verzichten - oder sinnlos Digitalisierung erzwingen an nicht notwendigen Stellen 🤷♂️ Und falls sich die Frage gezielt auf das Thema "E-Rechnung" bezogen haben sollte: Wo ist das exakte Problem? Der Versandprozess als "Blackbox"? Oder die Nicht-Anpassbarkeit des Layouts? Über eine Rechnung hat sich noch nie jemand gefreut. Da ist es in meinen Augen also völlig egal, wie sie aussieht. Ist meinen Mandanten mutmaßlich völlig latte, ob die schön aussieht oder nicht, solange sie inhaltlich korrekt ist. Bei uns gehen nur noch wenige Rechnungen in Papier raus (reine ESt-Fälle bei denen wir keine Mail-Adressen haben) - alles Andere als E-Rechnung. Meine 2 langen Cents zum Label. Find ich nicht geil. Braucht man aber (leider).
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