Darf ich fragen, welche Gebühren konkret als zu hoch empfunden werden? Nach meiner Kenntnis liegen die Kosten bei ca. 11,56 € für DATEV Unternehmen online, 3,83 € für DATEV Belege online und 1,37 € für den DATEV Bankdatenservice. Das sind insgesamt rund 20 € netto pro Monat. Wenn ein Unternehmer 20 € monatlich für die Digitalisierung und die laufende Buchhaltung nicht aufbringen kann, stellt sich aus meiner Sicht eher die grundsätzliche Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Selbstständigkeit. Heutzutage gibt es kaum noch kostenlose Angebote. Sportübertragungen, Musikstreaming oder viele digitale Dienste sind kostenpflichtig oder werden durch Werbung bzw. die Nutzung persönlicher Daten finanziert. Auch beim Steuerberater werden Softwarekosten letztlich über die Honorare mitfinanziert. Wie soll ein Kleinstunternehmer wegen 20 € monatlich seine Selbstständigkeit aufgeben? Im Gegenteil: Die gesetzlichen Anforderungen nehmen ständig zu – E-Rechnung, elektronische Kassensysteme, digitale Prozesse und vieles mehr. Gerade deshalb sind solche Softwarekosten heute aus meiner Sicht ein normaler Bestandteil der Geschäftsausgaben. Früher waren diese Kosten nicht unbedingt niedriger – sie waren lediglich an anderer Stelle „versteckt“. Jeder Beleg musste ausgedruckt, sortiert und in einem Ordner abgelegt werden. Dadurch entstanden erhebliche Kosten für Papier, Drucker, Toner bzw. Tinte sowie für das Versenden oder die Abholung der Unterlagen. Auch fehlende Belege mussten häufig bei Debitoren oder Kreditoren per Post oder telefonisch angefordert werden. Zusätzlich wurden deutlich mehr Büromaterialien, Drucker und Scanner benötigt, teilweise auch Faxgeräte und weitere technische Ausstattung. Die Kosten sind also nicht einfach weggefallen, sondern haben sich durch die Digitalisierung teilweise von klassischen Büro- und Versandkosten hin zu IT- und Softwarekosten verlagert. Dafür sind viele Arbeitsabläufe heute deutlich effizienter, schneller und nachvollziehbarer.
... Mehr anzeigen