@janm schrieb: Meiner Meinung nach ist für DATEV die einzige Option "Cloud". Wenn man in die Historie schaut, ist es ja auch dass, was DATEV bei der Gründung ausgemacht hat. Dass die Gesellschaft "Cloud" als was Neues und hippes sieht, nun ja... für mich als langjähriger DATEV-Begleiter ist es alter Wein in neuen Schläuchen nur mit anderen Ausprägungen. Und der Cloud-Begriff wird hier leider auch arg strapaziert... Cloud ist nicht nur das anbieten von Webseiten mit dortigen Diensten. Allein ein Terminalserver in den eigenen Räumlichkeiten einer Kanzlei ist technisch gesehen ein Cloud-Betrieb. Es wird von einem Server ein Dienst in der Kanzlei angeboten. Mitunter sogar für mobile Arbeitsplätze oder HomeOffice. Also eine "Private-Cloud". Über diesen Umstand sind sich viele Mitschreiber meines Erachtens gar nicht bewusst und macht eine tiefergehende Diskussion mühsam... "Vor ein paar Jahren" hat man ja mit der Umstellung auf "DATEV pro" gestartet und ist (leider) kläglich gescheitert bzw. hat mittendrin abgebrochen. Ganz so dramatisch würde ich es nicht sehen. Die Frage ist, wurde eine Erwartungshaltung geschürt, die nicht zu halten war. Es gab die Aussage "die Daten liegen dann alle in einer Datenbank". Technisch möglich aber nur wenig sinnvoll (meine Meinung). Aber man hat im Zuge der Umstellung schon einige Zöpfe abgeschnitten, die aber nur wenige mitbekommen haben. EODB: Vor Pro hatten wir für den EO-Bereich locker 4 verschiedene Datenbanken. Nach Pro waren mindestens 3 mit einander verschmolzen. Innerhalb der EODB hat DATEV die Normalisierung komplett umgebaut. Und dann kam der Stop bzgl. Abbruch. Die Gründe hierzu sind mannigfaltig. Die Zusammenführung von Anlag, Fibu und KOST in eine Anwendung finde ich persönlich richtig. Andere sehen dies anders. Hier wäre aus meiner Sicht aber auch eine konsequentere Zusammenführung der Module besser gewesen (z.B. Anlagbestand auch jährlich in den Bestandsdiensten trennbar). Man hat in Nürnberg mit Sicherheit die "Pro"bleme dann auch zum Anlass genommen, die Pro-Umstellung nicht auf Lohn auszuweiten, wie es geplant war. Allein die unfassbar vielen Themen zum Stammdatenabgleich zwischen Stammdaten, Fibu, Steuern, Lohn würde mich auch als Entwickler abschrecken... Und hier kommen wir (aus meiner Sicht) auch zum Problem mit dem Umstieg auf die Web-Cloud. Die Problematik der Stammdatenabgleiche in der Pro-Welt haben doch schon gezeigt, wie individuell die Kanzleien aufgestellt sind. Es gibt keinen Standard. Jede Kanzlei, jeder Standort in einer Kanzlei, jeder Mitarbeiter in einer Kanzlei weicht hier und da vom Standard ab. Und in ein Korsett "Standard" wollen viele nicht. Das ist an den Threads hier in der Community sehr deutlich zu sehen. Persönlich hätte ich überhaupt nichts dagegen, wenn wir sinnvolle Anwendungen in der Web-Cloud platzieren und andere Anwendungen weiterhin im onpremise-Bereich. Ein sinnvoller Hybrid-Ansatz würde viel Luft aus der Diskussion nehmen und den Kanzleien mehr Freiheit bei der Entscheidung wo es hingehen soll und in welchem Umfang. Denn hier stellt sich auch immer mehr die Frage: Werden so manche Kanzleien die nächsten Jahre noch überleben? Und wollen die "Überlebenden" überhaupt die Mandate übernehmen? Ich sehe in meinem Umwelt immer mehr Kanzleiinhaber, die die Nachfolge aufgegeben haben, weil es keine Nachfolge gibt. Ich sehe im Berufsstand immer mehr Kanzleien die keine Fachkräfte mehr bekommen und den Betrieb immer weiter verringern. Und ja, dass ist nur meine kleine Sichtweise... Tatsächlich ist in diesem Thread auch gut zu erkennen, wie differenziert das Thema gesehen und behandelt wird. Leider gehen aber auch Meinungen (meiner Meinung nach) komplett in die falsche Richtung. Beste Grüße Christian Ockenfels
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