Ich kann das kurz schildern. Wir erfassen die auftragsbezogenen Zeiten in EOcomfort am Auftrag, sonst hab ich ja keine Nachkalkulation. Wir erfassen aber keine Eigenverwaltungszeiten, Fehlzeiten etc mehr in Datev. EOcomfort nutzen wir NUR noch für die Erfassung von Bearbeitungsaufwand am Auftrag. Also strikt getrennt. Jeder Mitarbeiter stempelt sich morgens in HRworks ein. Seine Arbeitszeit läuft. Zum Feierabend stempelt er/sie sich aus, die Arbeitszeit ist damit mit Beginn und Ende und Pausen und Summe dokumentiert. Mit zwei Klicks. Das kriegst Du mit Datev nicht hin, auch nicht mit ganz vielen Klicks. Wir haben also nirgendwo eine Doppelerfassung, weil ich in HRworks ja nicht mandantenbezogen erfasse. HRworks ist bei uns DIE Plattform für Arbeitszeiten, Überstunden, Fehlzeiten, Urlaub. Da hat jeder seine Übersicht. Mal von den anderen Features abgesehen. Hab jetzt gerade mit ein paar neuen Mitarbeitern das Onboarding gemacht. Rudimentäre Daten erfasst, den MA eingeladen, zu vervollständigen, dann MA in HRworks angelegt. Stammdaten einfach nach Datev übertragen. Easy. Stellenbeschreibung gemacht, einfach online gestellt auf der Homepage. Easy. Wo mach ich DAS in Datev bitte? Richtig. Auch ich bin alter DATEVianer. Auch ich mag am liebsten alles in einer Umgebung haben und versuche das noch heute. So zB bei DUO statt Lexoffice (auch wenn Lexoffice da schon VIEL mehr bietet). Aber was macht Datev? Es ist 6 Jahre her, dass ich persönlich nach den Abschlagsrechnungen in Auftragswesen fragte. Jetzt wird an AWnext gebastelt. Abschlagsrechnungen? Fehlanzeige. Und da sprechen wir über DIE topaktuelle Online-Anwendung der Datev, nicht von diesem EO-Dinosaurier aus dem letzten Jahrhundert. Und hier schreibst Du @RAHagena ja selbst, dass es Ingentis braucht, um es schick zu haben. Also um auf die Eingangsfrage zu kommen. Will man heute über EOcomfort nachdenken, sollte man nicht zu viel erwarten. EOcomfort heißt nicht, dass es komfortabel ist (O-Ton des Datev-Mitarbeiters bei der Einführung vor 9 Jahren! Denn damals war es schon veraltet). Es bedeutet Umstellungsaufwand und -kosten, Schulungen, sehr viel Gehirnschmalz in den Folgejahren. Denn die Einrichtung durch den Datev-Mitarbeiter deckt am Anfang noch lange nicht alles ab, was man haben will. Bis man alle benötigten Auftragssichten so eingestellt hat, wie man es braucht dauert es einfach zu lange. Das richtet keiner völlig fertig individuell passend ein, unbezahlbar. Und obwohl die Datenbasis vorhanden ist, lassen sich viele Ansichten/Auswertungen mit den Bordmitteln eben NICHT darstellen. Denn Datev lässt bestimmte Kombinationen von Feldinformationen in einer Auftragssicht einfach nicht zu, da die gewünschten Felder dann schlicht nicht zur Auswahl stehen. Wer sich mit den Auftragssichten und den zugehörigen Filtern mal eingehend beschäftigt hat, weiß genau was ich meine. Daher meine Meinung: der auf jeden Fall fällige Mehrpreis ist für die gebotene Mehrleistung nicht gerechtfertigt. Und vorweg bitte unbedingt ein Angebot für die Umstellung und Schulung einholen! Das ist nicht mal eben in vier Tagen erledigt. Tagessätze der Datev sind sicher bekannt. Und nochmal: Der eigene Folgeaufwand ist nicht zu unterschätzen. Kommt man mit den Filtern mal auf den Geschmack, dann will man bestimmte Excel-Tabellen von früher ersetzen. Das ginge in der Theorie. Aber Datev ist halt Datev, darum braucht man eine extreme Kompromissbereitschaft. An einfachen Dingen (seinerzeit wollte ich mal aus den Auftragssichten Quoten der einzelnen Finanzämter haben) scheitern auch die Datev-Experten. Lassen dabei in den Unternehmensdaten auch mal Datenschrott zurück, der sich nicht (sic!) wieder löschen lässt. Also Kosten/Nutzen gut abwägen. ZUVOR festlegen, was man machen will. Für die Auftragsbearbeitung eignet EOcomfort sich grundsätzlich, wenn man Abstriche hinzunehmen bereit ist. Für die HR-Verwaltung ist es m.E. nicht geeignet. Viel zu viel manueller (da isser wieder!) laufender Pflegeaufwand und einfach fehlende Features.
... Mehr anzeigen