@Gelöschter Nutzer Ich deute Ihre Reaktion so, dass Sie die Haltung des <Unerreichten> nicht teilen und durchaus Sorge haben, wo die Menschen bei solchen Entwicklungen bleiben. Das darf man sympathisch finden. 😉 Wunschgemäß etwas konkreter: Jedes ausnahmslos digital übermittelte Dokument (nicht nur Rechnungen) bekommt einen strukturierten, maschinenlesbaren XML-Datensatz und kann mit diesem automatisch gelesen, überprüft, verarbeitet, abgelegt und aufgrund eines enthaltenen „Anlass-Schlüssels“ sowie anderer definierter Schlüssel zugeordnet, verteilt, beantwortet oder anderweitig erledigt werden. Im nächsten Schritt fehlt dann auch die hübsche „PDF-Verpackung“, weil vollständig maschinell abgewickelte Prozesse ohne Optik auskommen. Aufgrund global agierender Unternehmen sind erweiterbare Datensatzdefinitionen irgendwann internationaler Standard. Erstellung, Übermittlung, Abruf, Speicherung, Zahlung, Verbuchung, Erledigung, Terminverwaltung etc. … alles in den Wolken und weitgehend vollautomatisch. Wo sehen Sie bei einem solchen Szenario Ihren (steigenden) Personalbedarf? Wenn das Personalangebot nicht zu den Prozessen passt, werden die Prozesse unter Berücksichtigung der vorhandenen Lösungen angepasst (werden müssen). Das nennt man Realität. Oder glauben Sie, dass bspw. der Fiskus auf Steuererhebungen verzichtet, weil er kein Personal findet? Zudem wird man insbesondere bei angespannten Haushaltslagen überlegen müssen, wo man personelle und finanzielle Kapazitäten durch Automatisierung für andere Aufgaben wie bspw. Cybersicherheit & Datenschutz freibekommt. Die Umstellung wird deutlich langsamer geschehen, aber sie wird geschehen… Ob das tatsächlich in den nächsten 10 Jahren kommen wird, wissen wir beide nicht. Ich halte es aus den genannten Gründen trotz der von Ihnen genannten Rahmenbedingungen für nicht ausgeschlossen. Mit dem Hinweis auf die Komplexität deutscher Rechtsvorschriften haben Sie einen Punkt. Inwieweit diese ihre Relevanz vor dem Hintergrund maschineller Erledigungen behält, vermag ich nicht zu beurteilen. In der Praxis ist jedoch schon heute deutlich erkennbar, dass Interesse an und Verständnis für rechtstheoretischen Vorgaben auch auf der Verwaltungsseite abgenommen haben. Und auch die Datenschutzbestimmungen sind eher ein theoretisches Problem, wenn die Bevölkerung (inklusive des Juristen- und Beamtentums) noch nicht einmal ein Interesse daran hat, die eigenen Daten zu schützen, sondern weitgehend kritikbefreit auf die so bequemen Lösungen von Microsoft, Amazon, Apple & Co. zurückgreift. Glauben Sie, dass jemand, der sich mit Alexa unterhält und privat in der Google-Welt eingerichtet hat, als Prozessverantwortlicher plötzlich zum großen Bedenkenträger in Bezug auf Datenschutz wird? Prozesse werden von Menschen mit ihren persönlichen Einstellungen und Interessen gestaltet. Die Bemühungen um Datenschutz sind zwar lobenswert, kommen jedoch aus meiner Sicht zu spät, sind den Widerständen einflussreicher Lobbyisten ausgesetzt und treffen auf kein ausreichendes Bewusstsein. Aufgrund der Komplexität und Geschwindigkeitszunahme technischer Entwicklungen glaube ich nicht, dass man diesen Geist noch in die Flasche bekommt. Was folgt, sind Einsichten in die Lebenswirklichkeit und Pragmatismus.
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