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DATEV, mir graut vor der Cloud ...

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letzte Antwort am 23.01.2026 20:09:41 von steuerbär
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heitschmidt
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Ich bitte Sie: Sind wir hier in einem landwirtschaftlichen Forum?

 

Aber Ihr Beitrag ist amüsant und bringt mich zum Schmunzeln, wegen der "goldenen Wasserhähne". Kann es sein, dass Ihre Bekannte bei der DATEV arbeitet?

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
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deusex
Allwissender
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Nachricht 122 von 340
1720 Mal angesehen

 

Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum sich Leute über Seiten in den Foren darüber aufregen, wie "doof" die DATEV doch ist. Statt dafür Zeit zu verwenden, würde ich diese Seite doch in den Wechsel investieren.

 

Dem ein oder anderen würde auch ein wenig "Programm- und Anwendungskunde" guttun, den ich habe so manches Mal das Gefühl, dass oftmals lautstark moniert, kritisiert, ja gescholten wird, aber man selbst noch keinerlei Erfahrung in den Themen hat; da wirds mit dem Mitreden wollen schon kritisch.

 

Nicht falsch verstehen:

Ich zähle mich als digital affine Steuerkanzlei, die eher einen Schritt vorangeht, als einen hinterhinkt und die diese "Online/Cloud-Geburtsschmerzen" seit nun 14 Jahren erlebt und sicher einer der größten Kritiker war.

Mangels Energie und schon seit längerer Zeit, stelle ich Halbgares einfach zurück, was (noch) dysfunktional oder ineffizient ist.

 

Um dies beurteilen zu können, sind Kenntnisse über die jeweilige Anwendung unabdingbar; sonst sind es nur Stammtischphrasen...

 

Ich persönlich, als Kanzleiinhaber, bearbeite und "pimpe" auch Finanzbuchhaltungen und Personalabrechnungen, um selbst Erfahrungen zu sammeln und meinen Mitarbeiterinnen, die zumeist im Tagesgeschäft ertrinken, neue Programmfeatures zeigen zu können.

 

Warum man eher motzt, statt wechselt, könnte vielleicht auch daran liegen, dass keine DATEV-Massenflucht oder ein Wechsel stattfindet, weil insgesamt die DATEV so schlecht gar nicht ist und das Gras auf der anderen Seite des Zaunes bekanntlich auch nicht grüner ist.

 

Mir ist ein Kollege bekannt, der mit seinen Partnern den Schritt von  DATEV zu Agenda vollzogen hat und zwei Jahre später (entnervt) wieder retour zu DATEV ist.

 

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Steuerberater_DO
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Nachricht 123 von 340
1711 Mal angesehen

@heitschmidt  schrieb:

Ich bitte Sie: Sind wir hier in einem landwirtschaftlichen Forum?

 


Nein. Aber auch da sind die großen Genossenschaften längst nicht mehr für die Genossen da. Wie die DATEV sind die viel zu groß, als das da irgendein Genosse noch einzeln Relevant hätte. Das ist mein Punkt.

 


 

Aber Ihr Beitrag ist amüsant und bringt mich zum Schmunzeln, wegen der "goldenen Wasserhähne". Kann es sein, dass Ihre Bekannte bei der DATEV arbeitet?


Nicht mehr. Sie bedauert aber immer noch, da gegangen zu sein 🙂

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Steuerberater_DO
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Nachricht 124 von 340
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Der Verweis auf „man könne ja wechseln“ greift in diesem Zusammenhang ebenfalls zu kurz. Ein Wechsel im Kernsystem einer Kanzlei ist kein normaler Marktentscheid, sondern ein massiver organisatorischer und wirtschaftlicher Eingriff. Gerade deshalb ist es legitim, früh und deutlich auf Defizite hinzuweisen, statt sie erst nach einem verpflichtenden Umstieg sichtbar werden zu lassen.

Kritik aus der Fläche ist daher kein Störgeräusch, sondern ein notwendiges Korrektiv – ergänzend zu Piloten, nicht gegen sie.


Ich glaube nicht, dass wir da weit auseinander sind.

 

Aber ich nehme von vielen Kommentatoren nur wahr: "Die DATEV ist doof, die können es eh nicht, wird alles scheitern."

 

Mal abgesehen davon, dass Diskussionen von gefühlt 15 Leuten in so einem Forum ohnehin keine Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung des Vorstands hat, führt auch die Art der Diskussion mancher Teilnehmer auch nicht dazu, dass man auf sie hört.

 

Wenn die einen sowieso für doof halten, warum dann auf sie hören?

 

Zum Thema Wechsel: Ein Mandant hat im letzten Jahr sein ERP-System gewechselt, weil er mit dem alten unzufrieden war. Das war Aufwand, aber er meinte, dass der Wechsel notwendig war. Wenn jemand doch der Meinung ist, dass die DATEV nicht auf ihn hört, es sowieso nicht kann, an seinem Bedarf vorbeientwickelt etc: Warum wechselt der nicht?

 

Das ist eine sehr ernst gemeinte Frage. Würde ich die Wahrnehmung teilen, dass es die DATEV nicht hinbekommt, würde ich mit Sicherheit nicht Zeit in deren Foren verbringen, sondern mich mit den Wettbewerbern befassen.

 

Und dann vermutlich, wie @deusex völlig zu Recht schreibt, feststellen, dass das Gras da auch nicht grüner ist.

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c_kleineboymann
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Nachricht 125 von 340
1616 Mal angesehen

Aber ich nehme von vielen Kommentatoren nur wahr: "Die DATEV ist doof, die können es eh nicht, wird alles scheitern."

 

Hatte ich Ihnen auch schonmal in einem anderen Thread geschrieben; nennt sich selektive Wahrnehmung. Denn der ganze Kern der Themen hier ist doch eigentlich, dass die DATEV gute Software hat, die wir nicht missen wollen. In jedem einzelnen Cloud Thema der letzten Monate geht es allen Nutzern nur darum, dass sie die aktuelle Situation lieber behalten wollen, denn in eine unsichere Zukunft zu segeln.

 

Dazu kommen eben Themen, dass solch wichtige Entscheidungen wie ein kompletter Wechsel aller relevanten Softwarelösungen, damit ein Wandel des gesamten Berufsstandes einfach diktatorisch beschlossen werden! 

 

Dazu kommt auch die durchaus begründete Furcht vor den Cloudanwendungen. Wir haben sie alle erlebt was für die DATEV die Cloud bedeutet. Nehmen wir DATEV Personal als letzte Mahnwache der Cloud, es kommt ein komplett unfertiges Programm auf den Markt und es wird zwangsweise und verpflichtend eingeführt, bevor grundlegende Funktionen ergänzt werden. 

 

 

Die DATEV hat in Psychologie / Marketing nun mal keine herausragenden Fertigkeiten; eine Software die wie Personal, wie Auftragswesen next so unfertig auf den Markt kommt, ist bei den Mandanten (und am Ende auch bei uns) ruck zuck verbrannt und wird nicht genutzt. Ich beschäftige mich wirklich mit einem Wechsel, da ich das Gefühl nicht los werde, dass die DATEV uns als Beratern und den Mandanten vorschreiben will wie wir zu arbeiten haben und eine Lösung für 50% der Mandanten bauen wird. Wenn ich mir das Video der Zukunft so anschaue, dann frage ich mich, wie ist das mit nicht deutschen Banken, Fintechbanken, Zahlungsdiensleistern wie Adyen, Mangopay, etc., mit Marktplätzen wie Vinted, wie Amazon, wie ebay, spotify und Co; wie ist es mit Kreditkarten, mit PayPal etc. Aktuell sind das alles Dinge die die Mehrzahl der neuen Mandanten davon abhält DATEV zu nutzen, aktuell kann ich Workarounds bauen; aber mit der Cloud Lösung würde das darauf hinaus laufen, dass ich die Buchhaltung des Mandanten ein zweites Mal in DUO abbilden muss? Er wird es nicht machen! 

 

Ich habe bei keinem anderen Programm als Rewe ernsthafte Sorgen, im Lohn wird das schon werden, in den Steuern auch kein Problem, aber in Rewe sind soviele Daten einzupflegen, da glaube ich nicht daran, dass die Cloud die richtige Variante ist. 

 

P.S.

Ich werde dieses Jahr auf jeden Fall einmal Veranstaltungen und Berater besuchen die Eurodata oder Addison nutzen. 

rschoepe
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Nachricht 126 von 340
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@steuerbär  schrieb:

Und es beruhigt mich, dass unser Weihnachtself bestätigt, dass sie bei DATEV bis jetzt alle ihre gesteckten Ziele erreicht haben.

 

Manch Anwender mag das anders beurteilen ...


Deshalb sind es ja auch die (von DATEV) selbst gesteckten Ziele und nicht die Anwender-Erwartungen, an denen man sich misst. 😉

Das ist ähnlich, wie wenn die Bahn sich ein Ziel von 70 % Pünktlichkeit setzt. Das mag man für erreichbar halten (und kann sich einen Vorstands-Bonus zahlen), ob die Reisenden damit glücklich sind … interessiert leider nicht.

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heitschmidt
Erfahrener
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Nachricht 127 von 340
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Zum Thema Wechsel:

Sie haben - ein bisschen - recht. Aber es handelt sich wirklich um eine Grundsatzfrage, wenn man mit der DATEV "verheiratet" ist. Und alle Kritik außen vor gelassen, hat @deusex auch in einem anderen Punkt recht: Es ist nicht so, dass die DATEV-Welt nicht funktioniert (wenn ich einmal "Personal" außen vor lasse, das wirklich schon im Normalbereich nicht als funktionierend bezeichnet werden darf. Ist das nicht schon ein erschreckender Fall, wenn eine funktionierende Software "Vorerfassung" durch eine nicht funktionierende "Personal" ersetzt wird?). Aber mit Blick auf die bisherigen Erfahrungen funktioniert die DATEV-Wolkenwelt schlecht oder zumindest nicht mehr so gut, wie die Vorläufersoftware. Das lässt nichts Gutes ahnen.  Und der Zeitpunkt, die Reißleine zu ziehen mag näher rücken. Ich jedenfalls habe ein gutes Stück Angst, diesen Schritt zu gehen, gerade weil ich vermute, dass das andere Gras auch nur grün ist.

 

Und das ist der Kern der Sache. Die "Ahnung" macht ein mulmiges Gefühl und nirgends ist etwas sichtbar, was gegensteuert. 

 

Mal abgesehen davon, dass Diskussionen von gefühlt 15 Leuten

Sie dürfen sich nicht auf dieses Forum beschränken. In der Community gibt es spezifische Foren zu den einzelnen Anwendungen. Dort werden Erfahrungsberichte aus der Realität abgeliefert - gute Rezensionen, wie auch schlechte. Ich habe keine statistische Auswertung. Aber meine eigenen Erfahrungen plus das Gelesene, verstärken den Eindruck, dass Gefahr besteht, dass sich unser Arbeitsalltag in der Wolke verschlechtern wird, weil wir, die Nutzer, zum Qualitätskontolleur umfunktioniert werden. Das ist an sich ja genau das, was sinnvoll ist. Aber nicht im Nachhinein, sondern im Vorfeld.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
rschoepe
Experte
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Nachricht 128 von 340
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@f_mayer  schrieb:

Ich habe den Verdacht, dass viele Genossen zwar über die Entscheidungen der DATEV schimpfen, aber weder an den Genossenschaftsversammlungen (ich nehme an, dass es so etwas gibt?) teilnehmen noch Vertreter schicken (ist letzteres überhaupt erlaubt?).


Haben ein Gewehr und dann schießen. Ich bin kein Genosse, weil ich kein Steuerberater, sondern "nur" Quereinsteiger bin. Ich bin in den Gremien der DATEV überhaupt nicht vertreten.

Ja, ich könnte mich bei meinem Chef beschweren, der das an die Bezirksvertreter(?) weiter gibt, die das eventuell in einer der Versammlungen ansprechen, wo es eventuell von den DATEV-Vertretern mitgenommen wird und dann durch die Hierarchie zu den umsetzenden Teams sickert. Hast du schonmal Stille Post gespielt?

Da beschwere ich mich lieber direkt hier im Forum über die ganzen Stolpersteine in den Programmen, in der Hoffnung, dass ein zuständiger DATEV-Mitarbeiter mitliest. Und vielleicht jemand anderes einen (kürzeren) Work-around kennt.

 


@Steuerberater_DO  schrieb:

Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum sich Leute über Seiten in den Foren darüber aufregen, wie "doof" die DATEV doch ist. Statt dafür Zeit zu verwenden, würde ich diese Seite doch in den Wechsel investieren.


s.o.

Steuerberater_DO
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Nachricht 129 von 340
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@c_kleineboymann  schrieb:

Aber ich nehme von vielen Kommentatoren nur wahr: "Die DATEV ist doof, die können es eh nicht, wird alles scheitern."

 

Hatte ich Ihnen auch schonmal in einem anderen Thread geschrieben; nennt sich selektive Wahrnehmung. Denn der ganze Kern der Themen hier ist doch eigentlich, dass die DATEV gute Software hat, die wir nicht missen wollen. In jedem einzelnen Cloud Thema der letzten Monate geht es allen Nutzern nur darum, dass sie die aktuelle Situation lieber behalten wollen, denn in eine unsichere Zukunft zu segeln.

 

Ich will die aktuelle Situation nicht behalten, sondern in die Zukunft. Auch wenn die mit Unsicherheiten behaftet ist. Und da gibt es auch noch ein paar andere Nutzer, die das so sehen.

 

Also sind es schon mal nicht alle Nutzer.

 

Und wie stellen Sie sich denn vor, dass die DATEV (oder jede andere Softwareanbieter) arbeitet? Die müssen entscheiden, wie sie sich in Zukunft aufstellen wollen und entwickeln dazu die entsprechende Software.

 

Addison, Agenda etc. werden auch nicht erst ihre Kunden fragen, ob es denen denn jetzt genehm ist, in die Cloud zu gehen, wenn das aufgrund der Entwicklungen bei MS unausweichlich ist. Ob es das ist, kann ich nicht beurteilen, es interessiert mich aber auch nicht.

 

Am Ende ist doch nur eins wichtig: Die DATEV wird, egal was hier wer schreibt, den Weg in die Cloud fortsetzen. Entweder vertraue ich darauf, dass die es hinkriegen oder ich tue es nicht. Beides ist legitim.

 

Vertraue ich nicht darauf, dass sie es hinkriegen, wird kein Post in einem solchen Forum etwas ändern. 

 

Wir nutzen DATEV Personal seit ein paar Monaten und sind damit sehr zufrieden. So zufrieden, dass wir ernsthaft überlegen, unsere bisherige HR-Lösung abzukündigen. Die DATEV Vorerfassung habe ich nämlich keinem Mandanten geben können, weil die damit schlicht nicht zurechtkamen.

 

Mit DATEV Personal kriegen wir die Bewegungsdaten stabil digital geliefert. Ja, das etwas etwas gedauert, bis die Lösung da ist, wo sie jetzt ist. Am Anfang haben wir die auch nicht genutzt. Es wurde und wird aber kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Den Ansatz finde ich persönlich übrigens besser als eine "fertige" Lösung hinzustellen. Das dauert viel länger und ist noch risikoreicher. 

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Steuerberater_DO
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Nachricht 130 von 340
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Sie dürfen sich nicht auf dieses Forum beschränken. In der Community gibt es spezifische Foren zu den einzelnen Anwendungen. Dort werden Erfahrungsberichte aus der Realität abgeliefert - gute Rezensionen, wie auch schlechte. Ich habe keine statistische Auswertung. Aber meine eigenen Erfahrungen plus das Gelesene, verstärken den Eindruck, dass Gefahr besteht, dass sich unser Arbeitsalltag in der Wolke verschlechtern wird, weil wir, die Nutzer, zum Qualitätskontolleur umfunktioniert werden. Das ist an sich ja genau das, was sinnvoll ist. Aber nicht im Nachhinein, sondern im Vorfeld.


Ich gebe Ihnen Recht. Aber: Die bisherigen Anwendungen, die die DATEV in die Cloud gebracht hat, waren Anwendungen, die ich auch problemlos mit den Legacy-Systemen betreiben konnte und kann, ohne jemals die Cloud zu nutzen.

 

Bei ReWe reden wir über DAS Kerntool der DATEV. Da wird ein anderer Prozess hinterstecken, auch weil die volkswirtschaftlichen Auswirkungen enorm wären, wenn z. B. für 2 Monate keine USt-VA mehr rausgegehen würde. Ich vertraue darauf, dass man das auch in Nürnberg weiß und daraus Konsequenzen zieht.

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rschoepe
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@Steuerberater_DO  schrieb:
Den Ansatz finde ich persönlich übrigens besser als eine "fertige" Lösung hinzustellen. Das dauert viel länger und ist noch risikoreicher. 

Grundsätzlich stimme ich da zu. Aber dass DATEV bei der alten Vorerfassung online schon den Stecker gezogen hat, als DATEV Personal nicht einmal die Hälfte der Funktionen hatte, das kann und darf einfach nicht sein.

Wenn ich meinen Mandanten sage "wir müssen für den Teil jetzt wieder Mail und Excel nehmen, in ein paar Monaten geht das vielleicht im neuen Programm" (ob genauso gut wie bislang, steht auf einem völlig anderen Blatt), sind die auch alles andere als begeistert.

Ich habe eine Mandantin, die mit LODAS Vorerfassung online alles bis auf die Bewegungsdaten gemacht hat. Wir haben ein Vierteljahr gebraucht, bis DATEV Personal endlich rund war - aber die Erfassung von Fehlzeiten hakt noch immer daran, dass sie nur für den aktuellen Abrechnungsmonat geht. Nachträglich (wir rechnen zum 20. ab) oder Krankengeld mit Ende offen? Ist nicht drin, muss sie mir anders mitteilen.

heitschmidt
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Addison, Agenda etc. werden auch nicht erst ihre Kunden fragen, ob es denen denn jetzt genehm ist

Tja, das genau ist auch der Unterschied. Die von Ihnen genannten Protagonisten sind keine Genossenschaften. Eine Genossenschaft hat eben einen anderen Rahmen - oder sollte es zumindest der Idee nach haben.

 

Wir nutzen DATEV Personal seit ein paar Monaten und sind damit sehr zufrieden.

Da kann ich nur sagen: Glück gehabt!

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
c_kleineboymann
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Nachricht 133 von 340
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Also sind es schon mal nicht alle Nutzer.

Wo habe ich das geschrieben? Sie haben über "viele Kommentare" geschrieben und darauf hat sich meine Antwort bezogen; demenstprechend sind auch nur diese Nutzer mit "alle" gemeint. 

 

Und wie stellen Sie sich denn vor, dass die DATEV (oder jede andere Softwareanbieter) arbeitet? Die müssen entscheiden, wie sie sich in Zukunft aufstellen wollen und entwickeln dazu die entsprechende Software.

Ich finde schon, dass es dafür einen Prozess geben könnte auf dem man aktiv mitwirken kann. Aber bei den MV wird alles gefragt, nur nicht ob der eingeschlagene Weg richtig ist. Genauso geht es in den Gesprächen mit unseren KVlern, Kritik wird abgeschmettert und "alles wird besser" oder aber "ihr seit nicht der Maßstab" Floskeln gehören zum Standardrepertoire. 

 

Kritik daran finde ich mehr als berechtigt und weit entfernt von "Datev ist komplett doof"

 

 wenn das aufgrund der Entwicklungen bei MS unausweichlich ist.

Es ist nicht unausweichlich, es gibt genügend SQL Derivate in der freien Welt, die weiterhin on Premise laufen und teilweise sogar viel kostengünstiger als MS wären. 

 

Am Ende ist doch nur eins wichtig: Die DATEV wird, egal was hier wer schreibt, den Weg in die Cloud fortsetzen. Entweder vertraue ich darauf, dass die es hinkriegen oder ich tue es nicht. Beides ist legitim.

 

Am Ende ist in meinen Augen gar nix fix. Ich erinnere an 2011; Rewe Pro ist der erste Schritt, in den nächsten drei Jahren werden alle Programme umgestellt. Dabei geht es mir aber gar nicht darum. Die Cloud wäre mir grds. egal und ist gar nicht das eigentliche Kernthema der Kritik. Die Kritik kommt aus den aktuell schon entwickelten und bereitgestellten Anwendungen, sowie aus den ersten Previews die zeigen, dass der Nutzer am Ende entmüdnigt werden soll. 

 

Den Ansatz finde ich persönlich übrigens besser als eine "fertige" Lösung hinzustellen. Das dauert viel länger und ist noch risikoreicher.

 

Das funktioniert aber nur so lange, wie nicht Mandanten schon auf der Vorerfassung waren. Wir hatten unzählige Mandanten umgestellt auf die Vorerfassung, früher mal in Excel, dann digital. Die Zwangsumstellung im September hat uns und unsere Mandanten zahlreiche unnötige Stunden beschert. Das ist das Problem an der Sache. 

 

 

heitschmidt
Erfahrener
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Nachricht 134 von 340
1433 Mal angesehen

auch weil die volkswirtschaftlichen Auswirkungen enorm wären

Und was ist mit Lohnabrechnungen, die nicht mehr funktionieren, weil Personal nicht funktioniert? Ich versichere Ihnen, dass ich es weiß! Genau dieses Desaster hätte ich Personal verdankt, hätte ich nicht selbst eine Lösung gebaut.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
Algo
Einsteiger
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Nachricht 135 von 340
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Ich würde gern einen realistischen Erfahrungsbericht aus einer unabhängigen kleinen oder mittelgroßen Kanzlei mit gemischter Mandantenstruktur zur neuen Cloud lesen. Vielleicht könnte Ihr Bekannter ja öffentlich darüber berichten?

 

Das im DATEV-Magazin 12/2025 dargestellte Beispiel wirkt wenig überzeugend: Ein Syndikus-Steuerberater mit nebenberuflicher Ein-Mann-Kanzlei ist nicht repräsentativ. Wer in dieser Konstellation arbeitet, würde sich sowieso wahrscheinlich gegen DATEV wegen der Kosten entscheiden.

 

Die geplante Umstellung betrifft jedoch jede Kanzlei. Kritik allein auf „15 Leute“ zu reduzieren wirkt wie gezielte Verharmlosung und ersetzt Argumente durch Zahlenrhetorik.

 

Besonders auffällig ist, dass die Umstellung als technisch "alternativlos" dargestellt wurde, obwohl SQL-basierte Systeme auch nach 2029 weiterhin nutzbar sind. Das wirft sehr viele Fragen auf.

 

Der Artikel „Genau der richtige Weg“ liest sich wie typische Konzernkommunikation: eigene Projekte werden hervorgehoben und gelobt, der Praxisbezug ist mehr als begrenzt und Einblicke in den Kanzleialltag fehlen. Auch das Promo-Video wirkt eher wie eine Phantasie über den Kanzleialltag als wie eine praktische Lösung.

 

Diese Einschätzung stützt sich auf meine eigene Erfahrung in Konzernen, weshalb mir die Unterschiede zwischen Marketingdarstellung und Realität besonders auffallen.

f_mayer
Meister
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Ich habe nur wenig Kontakt mit anderen Buchführungsprogrammen, mir ist nicht nicht bekannt, dass eines besser wäre als DATEV, ich weiß aber von manchen dass sie schlechter sind.

 

Was ich absolut hasse sind Black-Boxes, die irgendwas machen, was wie und warum genau sich aber nicht nachvollziehen lässt. In Mathe hat es nicht gereicht einfach nur das richtige Ergebnis hinzuschreiben, man musste auch den Rechenweg machen um zu zeigen warum es so ist. Das erwarte ich mir auch von einem Rechnungswesenprogramm, zusammen mit der Möglichkeit CSV-Dateien einzuspielen der wichtigste Punkt.

 

Wir haben zwei Streitpunkte.

 

Zum einen welche Richtung DATEV einschlagen will und ob das auch eine Verbesserung darstellt. Cloud an sich ist ja noch in Ordnung, meine Sorge ist da vor allem, neben Black-Boxes, dass man zu strikt in ein Schema gepresst wird nachdem es laufen muss und dass außergewöhnliche Konstellationen oder Sachverhalte man nur noch umständlicher oder gar nicht abbilden kann. Es ist völlig illusorisch zu glauben, ein Programm könne auf alles was uns über den Weg läuft vorbereitet werden, es muss meiner Meinung nach zwingend flexibel genug sein, dass die Anwender damit sinnvoll arbeiten können und wenn es mit Verrenkungen ist.

 

Die andere Sache ist die Umsetzung. Ich mache keine Löhne, nachdem was ich über DATEV Personal aber gelesen hab, war das recht unglücklich gelöst. Die, wie ich finde berechtigte, Sorge ist, dass das alte Rechnungswesen eingestampft wird, obgleich der Nachfolger praktisch noch in den Windeln liegt und entsprechend Sch Mist produziert.

hapet
Fortgeschrittener
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@Steuerberater_DO  schrieb:

....Ob die DATEV eine eG oder eine AG ist, ist nur eine historische Frage. Bei der Größe der DATEV ist der Genossenschaftsgedanke meiner Meinung nach gar nicht mehr relevant.

Nur passt diese Einschätzung nicht zur Außendarstellung der DATEV, die gern und oft betont, wie sehr man sich den genossenschaftlichen Werten und Zielen verpflichtet fühlt (siehe z.B. Geschäftsberichte & Pressekonferenzen).

 

Selbst diejenigen, die nicht (mehr) von dem "Gemeinsam." der Genossenschaft geblendet sind: Bei der "Umtriebigkeit" der DATEV der vergangenen Jahre (Verdopplung der Beschäftigtenzahl in 8 Jahren, Jahresumsatz von mittlerweile mehr als € 1,5 Mrd., Beteiligungen, ausländische Betriebsstätten, Kooperationen, Stadion usw.) haben vielen Genossen Großes erwartet und damit sind nicht die DATEV-Rechnungsbeträge gemeint.

 

 

...Mit Ausnahme der Tatsache, dass es keinen Exit an "Berufsfremde" geben kann.

Warum nicht? Wenn klar ist, dass es nicht um Genosseninteressen, sondern nur um Kohle geht, kann man doch befreit aufspielen, sich auf dem Markt austoben und den Datenschatz in seiner gesamten Breite heben. 

 

 

 ...Mal abgesehen davon, dass Diskussionen von gefühlt 15 Leuten in so einem Forum ohnehin keine Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung des Vorstands hat, führt auch die Art der Diskussion mancher Teilnehmer auch nicht dazu, dass man auf sie hört.

 

Wenn die einen sowieso für doof halten, warum dann auf sie hören?

Pragmatismus oder Zynismus?

 

Stören die letzten kritischen Teilnehmer wirklich so sehr? Vielleicht braucht es noch etwas Zeit, bis relativierende Lobgesänge ihre Wirkung entfalten. Sollte die Harmonie zu sehr gestört werden, greift ja die Notabschaltung.  

 

 

...Wenn jemand doch der Meinung ist, dass die DATEV nicht auf ihn hört, es sowieso nicht kann, an seinem Bedarf vorbeientwickelt etc: Warum wechselt der nicht?

Sie wissen, was ein Lock-in-Effekt ist?

 

Und welches DATEV-Portfolio legt man bei der Abwägung zugrunde (vorhanden, angekündigt, in Aussicht gestellt, vermutet, erhofft...)? 

 

 

...Den Ansatz finde ich persönlich übrigens besser als eine "fertige" Lösung hinzustellen. Das dauert viel länger und ist noch risikoreicher.

Zur Softwareentwicklung gibt unterschiedliche Ansätze und Meinungen... 

 

Der Ansatz, unfertige Produkte auf den Markt zu werfen und diese in Abstimmung mit den Kunden sukzessive zu ergänzen (MVP) wird für sinnvoll gehalten, wenn es Unsicherheiten bzgl. der Anforderungen des Marktes und der Kunden gibt. Die DATEV mit ihrem Erfahrungshorizont sollte jedoch dazu umfassend im Bilde und somit keinen nennenswerten Fehlentwicklungsrisiken ausgesetzt sein.


Im Übrigen passt die Einstellung von DATEV-Ideas nicht zum MVP-Ansatz, der eigentlich von dem Feedback der Nutzer getragen wird. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es dabei gar nicht um Produktqualität, sondern um Kostenabwälzung geht. 


Wenn ein namhafter Autohersteller eine Karosserie hinstellt und sich bei den Kunden erkundigt, ob auch noch Verkleidung, Räder und Lenkrad benötigt werden, kann der Beifall schon mal geringer ausfallen. 

bodensee
Allwissender
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@f_mayer  schrieb:

Wiederum aber frage ich mich, was ist mit den genossen los? Ich habe den Verdacht, dass viele Genossen zwar über die Entscheidungen der DATEV schimpfen, aber weder an den Genossenschaftsversammlungen (ich nehme an, dass es so etwas gibt?) teilnehmen noch Vertreter schicken (ist letzteres überhaupt erlaubt?).

 

Wenn die Eigentümer sich nicht um was letztendendes ihr Laden ist kümmern sind sie irgendwann mal selber Schuld, meine Meinung.


Wie schon der Kollege geschrieben hat, direkt ( bei 40000 Mitgliedern auch kaum lösbar) gibt es keine Möglichkeit mitzuwirken. Das geht dann nur über den Vertreterrat der von den Mitgliedern gewählt wird ( aber hier ich glaube die Beteiligung bei der letzten Wahl lag bei um die 10% - Asche auf mein Haupt wenn ich das falsch in ERinnerung habe, aber hier kommt das Problem wie soll ich ein Vertreter in den Vertreterrat wählen den ich überhaupt nicht kenne ? Da sind wir dann schon wie in der Politik meinen Bundestagsabgeordneten kenne ich meist auch nicht persönlich aber sind wir hier schon im gleichen Boot wie in der Politk und damit auch in der Verdrossenheit ? 

Ich weiss es nicht, ich kann nur aus sehr viel Datev Erfahrung sprechen und gehöre eher zu den Resignierten die sich ihren Workflow so zusammenbasteln das es halt funktioniert. Von bahnbrechenden Neuerungen - außer schönen Kacheln und Bildchen wofür die Datev einmal stand und absoluter Standfestigkeit sind wir inzwischen gut 50 eher schon 60Jahre später weiter entfernt denn je. Wie man jüngst an dem Thema Probeabrechnung bemerkt haben dürfte.  Ein Vorgeschmack auf die Cloud ? Oder hat es damit überhaupt nichts zu tun ? 

Mal sehen ich fürchte auch dieses Thema wird nicht sonderlich transparent behandelt werden. Ketzerisch gefragt wurde die Datev gehackt ? 

 

 

Grüße vom wunderschönen Bodensee
U.K.Eberhardt
cwes
Meister
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@cwes  schrieb:

@Steuerberater_DO  schrieb:

"Die Cloud-Lösungen werden eine Katastrophe werden". Außer der Meinung, dass das so sein wird, gibt es dazu auch Fakten?


Gegenfrage: welche der aktuell schon nutzbaren Cloud-Lösungen ist keine Katastrophe?


Und wieder einmal: 

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martinkolberg
Meister
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@cwes  schrieb:

@cwes  schrieb:

@Steuerberater_DO  schrieb:

"Die Cloud-Lösungen werden eine Katastrophe werden". Außer der Meinung, dass das so sein wird, gibt es dazu auch Fakten?


Gegenfrage: welche der aktuell schon nutzbaren Cloud-Lösungen ist keine Katastrophe?


Und wieder einmal: 


Kennen Sie Unternehmen Online?

 

Aufgabe an den Unternehmer: Laden Sie alle Belege (ca 100 Stück) für die Steuerkanzlei zum Buchen hoch, ohne diese weiter zu bearbeiten, also keine Vorerfassung..


Versuchen Sie dann folgende Aktionen:
- Erkennen von Email- Belegen, die nochmals gescannt und hochgeladen wurden (Duplikate)
- Finden und Reparieren der Amazon- PDF, wo mehrere Rechnungen in einer Dateien zusammengefasst sind.
- Aussortieren von Lieferscheinen, die per Email- Upload versehentlich in UO landeten. 

- Kontrolle, ob alle vom Mandanten hochgeladenen Belege auch bei der richtigen Filiale gespeichert wurden (Adreßfeld) und Korrektur.

 

Zur Verfügung steht Ihnen ein PC mit 2 * 27'Monitor, auf dem eigentlich alles bestens zu lesen sein sollte.

 

Wenn ich mir vorstelle, mit so einem Werkzeug täglich buchen zu müssen, ohne daß ich die Belege in einem separaten Fenster auf meinem zweiten Monitor wirklich lesen kann... Frührente mit 63 wäre ein Weg.

Steuerberater_DO
Aufsteiger
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Kennen Sie Unternehmen Online?

 

Aufgabe an den Unternehmer: Laden Sie alle Belege (ca 100 Stück) für die Steuerkanzlei zum Buchen hoch, ohne diese weiter zu bearbeiten, also keine Vorerfassung..


Versuchen Sie dann folgende Aktionen:
- Erkennen von Email- Belegen, die nochmals gescannt und hochgeladen wurden (Duplikate)
- Finden und Reparieren der Amazon- PDF, wo mehrere Rechnungen in deiner Dateien zusammengefasst sind.
- Aussortieren von Lieferscheinen, die per Email- Upload versehentlich in UO landeten. 

- Kontrolle, ob alle vom Mandanten hochgeladenen Belege auch bei der richtigen Filiale gespeichert wurden (Adreßfeld) und Korrektur.

 

Zur Verfügung steht Ihnen ein PC mit 2 * 27'Monitor, aus dem eigentlich alles bestens zu lesen sein sollte.

 

Wenn ich mir vorstelle, mit so einem Werkzeug täglich buchen zu müssen, ohne daß ich die Belege in einem separaten Fenster auf meinem zweiten Monitor wirklich lesen kann... Frührente mit 63 wäre ein Weg.


Mega Vergleich. Wer Unternehmen Online wie einen Schuhkarton nutzt, wird auch das Ergebnis eines Schuhkartons ernten.

 

Auch DUO erfordert eine Abstimmung mit dem Mandanten über Prozesse, wie welche Belege wo landen.

 

1. Emails, die mehrmals hochgeladen worden sind, erkennt die Duplikat-Erkennung in ReWe (wenn man sie eingeschaltet hat)

2. Unsere Mandanten nutzen Invoicefetcher oder GetMyInvoice. Dieses Problem tritt da nicht auf.

3. Der Mandant lädt also Unsinn hoch und es ist die Schuld des Programms?

4. Siehe 3.

 

flange
Erfahrener
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Aber ich weiß natürlich auch wie Sie es meinen, ASP und Terminalserver on Premise sind eben zwei unterschiedliche Dinge. 

Eigentlich nicht. Bei ASP oder SmartIT steht lediglich der Server im RZ und nicht in der Kanzlei.

 

Normale VMs, normales Windows, normale DATEV-Programme.

 

MfG, F.Lange

c_kleineboymann
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Unsere Mandanten nutzen Invoicefetcher oder GetMyInvoice. Dieses Problem tritt da nicht auf.

Warum kann die DATEV das nicht? 

 

Im Ernst, Sie haben in meinen Augen einen sehr stark eingegrenzten Mandantenstamm, der wunderbar in DUO Prozesse zu passen scheint. Ich kann Ihnen versprechen, ein Großteil der Mandanten dort draußen passt nicht darein! 

 

Nehmen wir mal e-Commerce (ein nicht ganz kleiner Teil der neuen potenziellen Mandanten); Zahlungsdienstleister sind hier ein großes Problem, dazu kommt eine fehlende Unterstützung für Fintech Banken und schon ist die Messe gelesen. Wie soll der Mandant mit DUO arbeiten? Geht nicht, der muss ohnehin andere Systeme nehmen. Dementsprechend muss man sich von eben diesem System schon Krücken bauen um überhaupt nach DUO zu kommen, was sagen wir mal meist so Semi gut funktioniert. 

 

Nehmen wir Handwerk, hier fehlen Schnittstellen an allen Ecken und Enden, ob man der DATEV da einen Vorwurf machen soll bleibt dahingestellt; denn darum geht es für mich nicht. Es geht darum, dass der Mandant mit seiner Software arbeitet und alles darin macht; dank fehlender Schnittstellen muss man sich am Ende wieder selber was basteln, damit es funktioniert; wird dabei aber von der DATEV regelmäßig vor Probleme gestellt, in dem bspw. der EBS Konverter einfach mal gecancelt wird; den braucht man aber für Beleg2Buchung um DUO sinnvoll einzubinden. 

 

Ich kann das Spielchen weiterspielen; ja kleine Mandanten kann man weitestgehend umstellen, aber alles was eine gewisse Größer erreicht hat, wird DUO nur sehr ungerne implementieren, weil es schlicht keinen Vorteil bietet und eher mit einem Haufen Nachteilen daherkommt. Ihrem Anspruch nach müssten wir 70% der Mandanten einfach vor die Tür setzen; das Warum bleibt aber offen; denn die DATEV sollte kein Grund sein einem Mandanten kündigen zu müssen! 

 

 

 

martinkolberg
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Mega Vergleich. Wer Unternehmen Online wie einen Schuhkarton nutzt, wird auch das Ergebnis eines Schuhkartons ernten.

 

Auch DUO erfordert eine Abstimmung mit dem Mandanten über Prozesse, wie welche Belege wo landen.

 

1. Emails, die mehrmals hochgeladen worden sind, erkennt die Duplikat-Erkennung in ReWe (wenn man sie eingeschaltet hat)

2. Unsere Mandanten nutzen Invoicefetcher oder GetMyInvoice. Dieses Problem tritt da nicht auf.

3. Der Mandant lädt also Unsinn hoch und es ist die Schuld des Programms?

4. Siehe 3.


Haben Sie Erfahrung mit der Buchung von Einzelunternehmern, die ihre Fähigkeiten eher im operativen Bereich als in der Verwaltung einsetzen?
Ist Ihnen bekannt, dass ReWe die Duplikatwarnung erst ausgibt, wenn der Beleg bereits geprüft und kontiert ist? Das führt zu unnötiger Doppelarbeit, die letztlich verworfen wird. Eine Vorabprüfung auf Duplikate per Hash-Wert und ein halbautomatisches Vorabheften der Duplikate könnten das Problem lösen. Wir löschen jedoch keine vom Mandanten hochgeladenen Belege aus UO, auch nicht, wenn es sich um Duplikate handelt, wie etwa ein PDF-E-Beleg und zusätzlich ein Scan mit handschriftlichen Notizen.

 

 

f_mayer
Meister
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Hinsichtlich der Einführung neuer Programme führt in dieser Branche meiner Meinung nach kein Weg daran vorbei, das alte und neue Programm eine Zeitlang parallel laufen zu lassen. Selbst wenn das neue Programm perfekt wäre (wovon niemals ausgegangen werden darf) bedarf es doch erstmal Einarbeitung. Ein Punkt von dem ich fürchte, dass ihn Entwickler, die ihr neues Programm in- und auswendig kennen, unterschätzen.

 

Der Parallelbetrieb verursacht natürlich zusätzliche Kosten, stellt aber ein wundervolles und meiner Meinung nach unverzichtbares Sicherheitskissen dar. Es ist meiner Meinung ja ohne weiteres denkbar, dass Probleme erst nach Monaten zu bestimmten Terminen (wie Jahreswechseln) auftreten.

 

Zu einer besseren Einarbeitung der Anwender sollte der Datenübertrag vom alten in das neue Programm einfach und reibungslos funktionieren. Ein unbekannter Transfer (neues zu altem Programm) sollte vorsorglich auch möglich sein, hier ist es aber in Ordnung, wenn nicht alles übernommen werden kann, weil dem alten Programm Funktionen fehlen. Der Übertrag vom alten in das neue Programm muss aber reibungslos funktionieren, zumal wir hier von zwei DATEV-Produkten reden.

 

Meine Meinung.

Algo
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Eine Frage in die Runde:

Welche Maßnahmen könnten dazu beitragen, dass die "Cloud-Vorstände" nicht nur ihre eigenen finanziellen Interessen und Phantasien betrachten, sondern auch die Perspektive und Situation der Anwender berücksichtigen? 

 

Auf Beiträge hier oder auf anderen Plattformen erfolgt bislang überhaupt keine bzw. keine adäquate Reaktion...

heitschmidt
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Das traurige ist, es gibt einfach keinen Reaktionsmechanismus. Der müsste zuallererst geschaffen werden. Solange Rückmeldungen noch nicht einmal entgegengenommen und weder sichtbar bewertet noch in Entscheidungen übersetzt werden, bleibt jeder Dialog folgenlos. Man kann formulieren, erklären, begründen und wiederholen – ohne einen strukturellen Weg von der Rückmeldung zur Wirkung ändert das nichts. Wachrütteln funktioniert nicht über weitere Appelle, sondern nur über Relevanz. Die entsteht erst, wenn Feedback Konsequenzen haben kann, sei es durch transparente Rückkopplung, durch gebündelte Anwenderpositionen oder durch das sichtbare Ausweichen auf andere Lösungen, wo DATEV-Angebote im Alltag nicht tragen. Ohne einen solchen Mechanismus bleibt jede Diskussion richtig, aber - leider - wirkungslos.

 

Ich denke, dass ist Strategie. Deshalb wurde auch IDEAS abgeschafft. Wie lang ist unser Hebel als Nutzer wirklich?

Der Hebel der Nutzer ist realistisch betrachtet sehr kurz. Solange DATEV wirtschaftlich stabil ist, die Cloud-Strategie politisch gewollt und technisch alternativlos erscheint, besteht kaum Druck, an der Einbindung etwas Grundlegendes zu ändern. IDEAS war genau so ein Hebel, kaum kontrolliert, öffentlich, unbequem. Dass er abgeschafft wurde, spricht eher dafür, dass man Wirkung vermeiden wollte, nicht dafür, dass man sie nicht verstanden hätte. In einer Genossenschaft wäre der formale Hebel theoretisch die Mitgliedschaft, praktisch verpufft er, wenn Rückkopplung nicht institutionalisiert ist. Da kommen dann die Vertreter und Vertreterinnen ins Spiel, die mit Ihrem Einsatz Präsenz schaffen könnten.

Das heißt konkret:
Die Vertreter müssen nicht „informiert“, sondern in die Pflicht genommen werden. Sie müssen wissen, dass hier kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem vorliegt. Und sie müssen spüren, dass Schweigen ebenfalls wahrgenommen wird - alles freundlich, alles kollegial, alles sachlich, aber auch wiederholt. Erwartungshaltung: Das wirkt langsam, indirekt und vielleicht auch frustrierend. Es ist kein Hebel mit Sofortwirkung. Aber es ist nach meinem Empfinden der einzige, der wirklich über bloße Wortmeldungen in der Community hinausgeht.

Alles andere bleibt Kommentar.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
heitschmidt
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Ich habe mich wieder einmal mit MyDATEV Kanzlei befasst, um mich auf den neusten Stand zu bringen (nicht als Anwender, sondern über Veröffentlichungen - der aktuelle Preis ist für mich keine Investition) - der aktuelle Stand entspricht wohl dem letzten; keine Änderung. 

Der Gang in die Cloud wird im Kontext mit sicherer Kommunikation (MyDATEV Kanzlei) gerne als technischer Fortschritt verkauft. Mehr Sicherheit, bessere Prozesse, zeitgemäße Zusammenarbeit. Klingt sauber. In der Praxis gibt es aber oft ein Problem, das nicht in der Technik liegt, sondern mit Verhalten zu tun hat.

Sichere Kommunikation ist kein neues Thema. Wer mit DUO und SmartCard arbeitet, hat seit Jahren ein belastbares Verschlüsselungskonzept. S/MIME ist kein Hexenwerk. Für Mandanten mit EDV-Bezug ist das schnell verstanden und problemlos nutzbar. Der Nutzen ist klar, die Sicherheit real.

Das Problem liegt woanders. Ein sehr großer Teil der Mandanten - und das sind genau die, die nicht mit DUO, Meine Steuern oder einem Äquivalent arbeiten (wollen)  - will keine Hürden. Gar keine. Weder S/MIME noch Portal, weder SmartCard noch SmartLogin. Nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil es ihnen egal ist. Einloggen nervt. Passwörter werden vergessen. Karten werden verlegt. Apps werden gelöscht. Das ist leider Alltag.

Vor diesem Hintergrund ist es egal, wie das Etikett heißt.
S/MIME oder MyDATEV Kanzlei ist für diese Mandanten dasselbe: zusätzlicher Aufwand.
Der Wunsch ist banal und konstant: öffnen, senden, fertig.

Die Hoffnung, das Problem erledige sich mit dem Generationenwechsel, halte ich für naiv. Junge Menschen sind nicht datenschutzbewusster, sondern komfortbewusster. WhatsApp, TikTok, Streaming, Kundenkarten-Apps, überall maximale Bequemlichkeit bei minimalem Nachdenken. Datenschutz wird gefordert, aber nur solange er nichts kostet. Das ist Beobachtung.

MyDATEV Kanzlei löst dieses Problem nicht. Es verschiebt es.
Statt „bitte verschlüsselt mailen“ heißt es jetzt „bitte einloggen“.
Die Reibung bleibt, nur an anderer Stelle.

Interessant wird es erst beim DATEV-Konto. Das ist - für DATEV - neue Infrastruktur. Ein notwendiger Schritt, um Identität von einzelnen Anwendungen zu entkoppeln. Ohne das sind App, Push-Benachrichtigungen oder biometrische Entsperrung nicht so ohne weiteres denkbar. Mit dem DATEV-Konto ist der Boden bereitet, aber mehr auch nicht.

Ob daraus wirklich Akzeptanz entsteht, hängt nicht von Sicherheit, sondern vom Nutzer "Erlebnis" ab. Solange Cloud heißt: Login, Passwort, Wiederherstellung, Erklärung, Erinnerung, wird sich nichts „verwachsen“. Die Realität gewinnt wahrscheinlich gegen das Regelwerk.

DATEV leidet bewusst unter Datensicherheitsparanoia. Das schützt Kanzleien, erschwert aber Nutzung. Das ist eben DATEV-Haltung und das ist gut so. Man sollte nur ehrlich benennen, was man damit einkauft: Sicherheit durch Reibung.

Der Gang in die Cloud für eine "sichere Kommunikation" ist deshalb nicht nur ein technisches Projekt.
Er ist auch ein sozialpsychologisches Experiment.

Und daher kommt der Einfluss, ob er gelingt. Der Wert von MyDatev Kanzlei entsteht weniger durch Technik, sondern viel mehr mit dem Durchsetzungswillen der Kanzlei, der aber oft genug im Kontakt mit den entsprechenden Mandanten ausgebremst wird. Realistisch betrachtet wird MyDatev Kanzlei nur ein weiterer Kommunikationskanal - und nicht DER Kanal - mit Features, deren Nutzen durch den Willen der Mandanten begrenzt wird.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
einmalnoch
Experte
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@Algo  schrieb:

Eine Frage in die Runde:

Welche Maßnahmen könnten dazu beitragen, dass die "Cloud-Vorstände" nicht nur ihre eigenen finanziellen Interessen und Phantasien betrachten, sondern auch die Perspektive und Situation der Anwender berücksichtigen? 

 

Auf Beiträge hier oder auf anderen Plattformen erfolgt bislang überhaupt keine bzw. keine adäquate Reaktion...


Warum sollte der Vorstand irgendetwas ändern?

 

Die Diskussion wird nun schon seit der Satzungsänderung geführt.

 

Die Frage nach den Alternativen wird sich hier nicht beantworten. Die Nutzung derselben wird sich in einigen Jahren zeigen, sie beginnt nicht hier mit großem Geschrei sondern still und leise. Wenn es wahrgenommen wird ist es zu spät. Dann wird wieder mit Hektik agiert, hatten wir schon.

„Einen guten Ruf erwirbt man sich nicht mit Dingen, die man erst machen will.“ - Henry Ford
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Moonshine
Fachmann
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DATEV und Datenschutzangst. Hat ja super geklappt bei den Probeabrechnungen... Too soon 😶

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letzte Antwort am 23.01.2026 20:09:41 von steuerbär
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