Hallo, nach einem heutigen Seminar habe ich mir mal die digitale Buchführungslandschaft angeschaut und festgestellt, dass wir an sich, immer noch auf dem alten UO rumgeigen und die Konkurrenz zwischenzeitlich deutlich aufholt bzw. die DATEV z.T. überholt hat. Wir arbeiten immer noch im Design vor 6 Jahren, die neuen Rechnungsbücher sind seit Jahren angekündigt, jedoch nicht in Sicht und immer wieder lese ich innerhalb der DATEV-Seiten von einem "neuen" Unternehmen online und hoffe endlich auf Vollzug. In konkreter Sichtweite ist da leider nichts. Es sprießen zwischenzeitlich die digitalen Buchführungsangebote wie Pilze aus dem Boden, versprechen nahezu Vollautomatisierung des Belegerfassungs-, Kontierungs- und Buchungsvorgang (nehmen wir mal an, es trifft zu). Unternehmen online ist in die Jahre gekommen, zweifelsfrei, und ich habe die Befürchtung, dass es überholt wird. Wir Steuerberater, die das Produkt "digitale Buchführung" mit UO anbieten, werden hier Marktanteile verlieren, zu umständlich ist derzeit noch der Workflow eines Beleges von Zugang, über Zahlung bis Ablage und Buchung (meine Einschätzung). Unverhohlen wird der Milliarden-Markt "digitale Buchführung" von branchenfremden Firmen in den Fokus gerückt. Auffällig, dass hier laufend mit DATEV-Anbindungen und sogar Datev-Cloud-Schnittstellen geworben wird; das kann als direkter Angriff auf die Finanzbuchführungsmandate der Steuerkanzleien gewertet werden. Die bestehenden UO-Mandate werden wohl aus Bequemlichkeit nicht mehr wechseln. Junge Startups durchpflügen jedoch den Markt, machen sich kundig und stellen kritische Fragen und ein "wir schaffen das" reicht hier eben auch nicht mehr aus. Beispiele: Smacc: Rocket und Cherry investieren in digitale Buchführung FIBUdata - Softwareentwicklung / 56626 Andernach (Germany) und da tummelt sich noch mehr. Wir arbeiten an sich mit UO wie Albus White - Buchhaltung ; wie hier die Preisgestaltungen sind, kann ich im Bereich Fibu nicht sagen, aber optisch ist es deutlich ansprechender und ich denke auch bedienerfreundlich ist es allemal. Jeder einzelne Bereich von Unternehmen online ist m.E. ins Alter gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Wir versuchen generell neue Mandate zu Beginn gleich in die digitale Buchführung zu leiten, womit ich mir auch Mandantenbindungseffekte erhoffe. Gelegentliches "old-school-feedback", vor allem von jüngeren Mandanten lässt mich doch mein Haupt neigen und zur Aussage verleiten, dass UO derzeit modernisiert wird und bald eine neue Plattform entsteht. Die DATEV sollte sich hier, im Interesse ihrer Genossen am Ball bleiben, möchte sie nicht Umsatzeinbrüche in FiBu und LoBu ihrer Mitglieder verantworten, stellen diese Tätigkeiten doch noch den wesentlichen Anteil an den Umsatzerlösen. Addison One-Click und andere haben bspw. alle eine App-Lösung für Smartphone und Tablet -> UO Fehlanzeige. Die Zeiten als das Wort "Marktführer" noch zog, sind vorbei. Ich arbeite, wie erwähnt, seit sechs Jahren mit UO und bis heute sind keine nennenswerten Änderungen geschehen; für eine Software ein "NoGo". Kommt überhaupt noch eine neue Version oder hat man sich in Nürnberg schon mehr auf Partner wie Cloud Software für Unternehmen | Scopevisio AG konzentriert? Die Zeiten werden härter und es würde mich schon freuen, wenn ich mit meiner Genossenschaft weiter in der ersten Liga spielen darf. Nachtrag: Man könnte langsam in Versuchung geraten, selbst im Kanzleibetrieb, parallel andere digitale Lösungen einzusetzen, da diese offenkundig mit Rechnungswesen von DATEV problemlos kompatibel sind (müsste man mal testen) und eine Kollision damit nicht zu befürchten wäre. Ich würde sehr gerne wieder auf meine hohes DATEV-Ross steigen und zeigen, was "wir" so drauf haben und andere nur "Kinderfasching" spielen.
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