Im Steuerrecht ist der Weg das Ziel. Ohne Weg sind Ergebnisse oft wertlos, da ohne den Weg viele Abzweigungen nicht erkannt werden und die Chance zum Eingriff während des Weges nicht mehr gegeben sind. Wer den Weg zum (rechtlichen) Ergebnis selber geht, und sei es durch mühsames Klicken und Erfassen und Bedienen einer Software (mit Hirnschmalz), hat die Chance über das Ergebnis vorher nachzudenken und es zu begleiten. Im übrigen ist der "mühsame" Weg auch der Weg des Lernens und sei es über Versuch und Irrtum. Steuerrechtliche Ergebnisse sind keine mathematischen Formeln sondern hängen von vielen Faktoren ab (Zeit, Rechtsprechung, Fallgestaltung, Informationen, Sprache, Wissen, Umstand, Argumentation etc., etc,). Ja, KI unterstützt (auch jetzt schon enorm). Wenn aber der Weg (und damit das Denken des Steuerberaters und der MA abhanden kommt) wegfällt, sind die Ergebnisse der KI nichts weiter als eine Gottheit, der blind Vertrauen geschenkt werden muss - weil ja der Weg zum Ergebnis unbekannt ist und somit das Ergebnis nicht nachzuvollziehen ist. Dadurch würde die KI in Zukunft vorgeben, was richtig oder falsch ist. Möglicherweise im Durchschnitt aber richtiger als die Ergebnisse von uns fehlbaren Menschen. Einen Steuerberater braucht man dann auf jeden Fall nicht mehr, denn eine Ki mit Angaben füttern kann auch der Laie. Bis auch er irgendwann das Lesen vollkommen verlernt oder den Gehalt der Angaben nicht mehr begreift (er musste sich ja nie mit einem mühsamen Weg beschäftigen), dann ist auch der Laie am Ende wie der Mensch allgemein, nur noch eins: ÜBERFLÜSSIG. Im Grunde reicht es bei diesem Zukunftsszenario aus, dass die Maschinen der Welt nur noch ein korrektes Ergebnis liefern, egal auf welche Frage: "42". Schönen Feierabend.
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