Das Projekt zur FiBu-Automatisierung („FiBu-Buchungsautomat“) ist für unsere Kanzlei mit großem Abstand das wichtigste DATEV-Thema der letzten Jahre überhaupt. Wir haben alles daran gesetzt, in der Pilotphase dabei zu sein. Ich berate als Steuerberater mit Kollegen vor allem klein- und mittelständische Unternehmen und unsere FiBu-Sachbearbeiter erstellen grundsätzlich die laufende Finanzbuchführung. In den letzten Jahren haben wir einen sehr starken Fokus auf Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Bereich der FiBu gelegt. (elektronisches Verarbeiten von Banken, Kassen, PayPal, Kreditkarten, etc., Exporte aus der Unternehmenssoftware des Mandanten etwa für Rechnungsausgänge, möglichst vollständige Umstellung auf digitales Belegwesen, Zusammenarbeit über Online-Portale, etc.) Dass sich das gelohnt hat, steht völlig außer Frage. Dennoch hatten wir ständig das Gefühl, dass die Weiterentwicklung der DATEV-Anwendungen (Unternehmen Online, Rechnungswesen, etc.) zu langsam war. Unsere große Hoffnung liegt daher auf dem FiBu-Buchungsautomaten. Gleichzeitig haben wir sehr ernste Bedenken, dass sich DATEV aufgrund eigener Umsatzinteressen Themen zuwendet, die für uns irrelevant sind (unberatene Steuerbürger, Satzungsänderungen, etc.) und somit die wesentlichen Themen wie die FiBu-Automatisierung nicht mit absoluter TOP-Priorität bearbeitet. Wir waren in der geschlossenen Gruppe hier in der Community zur FiBu-Automatisierung und haben auch schon die "kostenpflichtige Prozessberatung" hinter uns. Um es vorweg zu nehmen: Bisher wurden unsere Hoffnungen nicht erfüllt. Natürlich ist überhaupt nichts veröffentlicht bis jetzt und wir konnten nicht mit Echtdaten testen. Von daher will ich mich klar zurückhalten. Dennoch haben sich in der Gruppe und vor allem im Gespräch mit der "Prozessberaterin" einige Punkte deutlich gezeigt. Die Mitarbeiterin der DATEV meinte immer nur, dass unsere Anforderungen viel zu hoch seien und wir uns "viel zu viel versprechen". Abschließend möchte ich hervorheben, dass das Gespräch mit der Prozessberaterin extrem ineffizient war. Ziel war es herauszufinden, inwiefern zwei Mandanten von uns für die FiBu-Automatisierung geeignet sind. Die Mitarbeiterin von DATEV machte mit mir einen Termin für eine Telefonkonferenz aus, in welchem über komplette zwei Stunden über eine Fernbetreuung auf meinem Rechner Screenshots (!) aus den Rechnungswesen-Beständen dieser 2 Mandanten gemacht wurden. Nach einigen Minuten kam mein Vorschlag die Mandanten-Bestände über "Bestandsdienste Rechnungswesen" zu exportieren, an DATEV zu übermitteln und mich nicht länger von der Arbeit abzuhalten. Die Mitarbeiterin meinte das wäre nicht möglich, sie müsse die Screenshots machen. Außer den Screenshots wurde fachlich nichts besprochen. Tiefere Einblicke gab es nicht. Damit waren 2 Stunden Arbeitszeit für mich weg. Zusätzlich stellte uns DATEV die "Beratung" auch noch mit 250 EUR netto in Rechnung. Das war angekündigt und genehmigt von uns aber da haben wir uns deutlich mehr erhofft wie etwa Einblicke in die Arbeitsweise des Automaten, bessere Unterstützung für vorbereitende Maßnahmen für die relevanten Mandate, etc. Wir sind nach wie vor bereit, uns im Sinne des Projekterfolgs voll mit einzubringen. Wir erwarten aber auch Fokussierung auf dieses strategisch extrem wichtige Thema und keine Nebenbaustellen wie unberatene Steuerbürger...
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