Hallo, ich wollte hier eher den Fokus auf den guten Zuverdienst für Küchen- und Servicekräfte in der Gastro lenken und weniger die Ersparnis für einen Arbeitgeber, denn der zahlt ja 30%-Arbeitgeberanteil; nicht von der Hand zu weisen ist selbstredend der angnehme Nebeneffekt und die Attraktivität eines steuerfreien Trinkgeldes.... ... aber halt "Idee!" ... diese "Subvention" könnte man doch auch streichen und zum Ausgleich eine "Trinkgeldzusatzabgabe" einführen, die prozentual am Umsatz bemessen wird . . . (man weiß hoffentlich auf was ich hinaus will). 😉 Nochmals: Fallen die bestehenden Minijobs wegen der Neuregelung weg und bleiben diese Stellen unbesetzt, fehlen auch die 30% ! Jemand im "Grenzbereich" stockt da evtl. lieber übers Amt auf . . . Doppelter negativer Effekt. Ein Freund/Mandant von mir führt seit nunmehr 25 Jahren eine kleine spanische Tapas-Bar mit Außenbewirtschaftung & Catering und er hätte längst wieder eine Vollzeitkraft eingestellt, wurde aber tatsächlich nicht mehr vernünftig fündig; womit er jetzt mit seiner Frau, kurz vor 60 annähernd 24/6 (1 Ruhetag) arbeiten muss. Seine Arbeitskräfte sind Teilzeitkräfte und davon überwiegend Minijobber, die neben einer Haupttätigkeit (auch Studium) ihr Auskommen aufbessern müssen. Die Ersparnis durch den ermäßigten Steuersatz, der natürlich nicht weitergegeben wird bzw. kann, fließt mitunter auch in höhere Waren- und Energiekosten; daneben greift die Stadt immer stattlicher zu (die auch pleite ist), bei jedem noch so kleinen Event, den er durchführt. Wenn er nicht bereit ist, sehr gute Vergütungen zu bezahlen (die Überlassung des Trinkgeldes ist selbstverständlich) und ein sehr gutes Arbeitsklima bietet, regelt das der Arbeitnehmermarkt und er muss Veranstaltungen bzw. Aufträge streichen. Die Effektivkosten eines Minijobber mit netto 600,00 € liegen also bei 780,00 €; nach Stkl. 6 über 1.100,00 € Gehen wir weg von der Gastro. Bei uns im Städtchen überwiegen (gefühlt) leere Schaufenster, aber hier und da gibt es noch ein wenig Einzelhandel (Metzger, Bäcker, Apotheken, Boutiquen, Haushaltswaren, Schuhe usw.). Vielfach sieht man bereits seit längerem Schilder an der Tür, dass dringend Verstärkung auf Minijob-Basis gesucht wird, weil man schlichtweg "sparen" muss und der kleine selbständige Händler dann eben 60 Stunden/Woche nebst Gattin arbeitet. Die Frage, warum man nicht Teilzeitkräfte mit 50%+ (sofern das überhaupt jemand will) einstellt, beantwortet sich von selbst; jedenfalls nicht, weil der Einzelhandel vor lauter Gier den Rachen nicht voll genug bekommt. Es geht hier ums nackte Überleben. Insbesondere auch bei größeren lokalen Händlern. Einfach in den Raum zu stellen, man solle die Minijobber einfach voll sv-pflichtig beschäftigen ist wohl zu kurz gespruchen und empfinde ich schon als etwas realitätsentrückt; Minijob ist auch keine Subvention, sondern ein bewährtes Instrument für die Attraktivität einen Hinzuverdienst zu erwirtschaften, statt sich in die soziale Hängematte zu legen. Ich sitze als Steuerberater in der ersten Reihe, rede mit Unternehmern, sehe Zahlen, BWAs, Entwicklungen etc. und gehe mit offenen Augen durch die Stadt, informiere mich über die wirtschaftliche Entwicklung im Land und erkenne die Problemfelder zwangsläufig. Das bewährte Instrument der Aushilfen (mit damaliger Pauschalsteuer) kenne ich bereits seit meiner Lehre 1983; diesem nun den Anstriche einer Subvention zu geben, um es leichter streichen zu können, ist einfach frech. Alles sind genaugenommen Subventionen, die dazu führen, dass einem von seinem Verdienst nicht alles genommen wird. Eine mindestens unglückliche Sichtweise, wie ich finde. Gestern hatte ich ein nettes Gespräch mit einer Intensivbewerberin (Steuerfachangestellte/DATEV), die eine Vollzeitanstellung suchte, die ich aktuell nicht anbieten kann, aber ich ihr sagte, dass sie in Nullkommanix einen Job hätte... weit gefehlt: Sie hätte sich bereits bei fünf Kanzleien beworben, aber keiner bot eine Vollzeitstelle an . . . das möchte ich im Kontext zu vorigen Absatz so stehen lassen. Wir belasten mit der Streichung der Minijobs unseren verbleibenden Unternehmer de facto wirtschaftlich mehr in Zeiten, wo die Wirtschaftslage sowieso mehr als nur angespannt ist. Abwanderung von Leistungsträgern, Insolvenzen am laufenden Band, Stuttgarts "Detroit-Transformation" usw. und dann kommen diese Ideen daher, mit denen der Wirtschaftsstandort weiter unattraktiver wird. Schön, dass man Ende 2025 die gesetzliche Haltelinie aufgehoben hat, womit der RV-Satz auch lustig über 20% steigen darf . . . das zieht Investoren an. Yes ! Dasselbe gilt im Übrigen für die kommende RV-Pflichtversicherung für Selbständige; Einzahlung mit Minus-Rendite zur Stärkung der sozialen "Verbrechen", die diese Regierung duldet bzw. mindestens ignoriert. Leier: Das Problem der Ausgabenseite muss doch beseitigt werden. Die illegale Bereicherung aus den Sozialtöpfen muss priorisiert beendet werden sowie die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. Mit Verlaub, aber es geht doch gar nicht darum, dass die Menschen eine bessere Altersabsicherung haben, die sie eben garantiert nicht haben, sondern darum, dass man händeringend danach sucht, wie man von Unternehmern und Arbeitnehmern noch mehr Einnahmen generieren kann. Das Argument, den Bürgern eine bessere Alterabsicherung damit zu schaffen, ist doch eine offensichtliche Irreführung und Täuschung; nicht mehr. Einzig und allein der Missbrauch der Minijobs ist für mich ein wirklich wichtiges Argument, hier andere Lösungen, auch mit einer letztlichen, vollständigen Streichung des Instrumentes "Minijob", zu unterstützen. Ich könnte mir bspw. sehr gut vorstellen, wenn jemand bereits eine sozialversicherungspflichtige Arbeit mit mindestens 50% der üblichen Wochenarbeitszeit ausübt, Student oder in der Ausbildung ist o.ä., EIN Minijob zusätzlich ausgeübt werden darf . . . Mit ein wenig Fantasie würde man mehrere Problemfelder zusammenführen und lösen können.
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