Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich kann beim besten Willen die hier geäußerte Angst / Vermutung, dass die DATEV vom Softwarehaus zur Großkanzlei mutieren und mit uns in Konkurrenz treten würde nicht teilen. Ich sehe nicht einen einzigen meiner Mandanten, der sich einer "Großkanzlei" anvertrauen würde - wenn diese Gefahr bestünde, dann wären meine - aber auch alle die entsprechend "gefährdeten" Mandate der hier versammelten Kollegen doch schon längst bei einer solchen Großkanzlei - denn die gibt´s ja auch schon. Wenn wir bei der "Angst" vor Konkurrenz den automatisierungsfähigen Teil unserer Arbeit im Blick haben, dann gerade müssten wir ein veritables Interesse an einer dort auftretenden DATEV haben - ansonsten ist dieser Teil der Arbeit (früher oder später) definitiv für den gesamten Berufsstand verloren. @ heitschmidt Ich verstehe nicht, warum Sie die Satzungsänderung als "von den Gremien abgenickt" bezeichnen - die Vertreterversammlung, die darüber zu befinden hat, findet erst noch statt. Außerdem: Die hier geführte Diskussion ist doch gerade durch das an alle Mitglieder gerichtete Schreiben ausgelöst worden. Das zeigt doch, dass eben NICHT an den Mitgliedern vorbei was entschieden werden soll, sondern den Mitgliedern "eine Stimme" gegeben wird. @ StB Köln hier ist für alle DATEV-Mitglieder der Zugang zur vollständigen Erläuterung der geplanten Satzungsänderung. Ganz nüchtern betrachtet meine ich: wenn die Online-Plattformen im rechts- und steuerrechtlichen Bereich tatsächlich eine nicht tragfähige Modeerscheinung wären, dann wird eine DATEV-Plattform sich ebenso wenig durchsetzen wie jede andere -> also bestünde auch nach Satzungsänderung die hier so viel beschworene Gefahr der Konkurrenz absolut nicht. Einzig ärgerlich wäre, dass man sich an einem potentiellen Flop beteiligt hätte. Das wäre zwar bedauerlich - aber ohne größere Bedeutung. wenn die Online-Plattformen (wovon ich angesichts des Erfolgs in allen anderen Lebensbereichen sehr wohl ausgehe) sich als tragfähiges und marktrelevantes Modell entwickeln, dann ist es mehr als geboten, möglichst frühzeitig eine solche Plattform selbst zu etablieren. Falls hier Kollegen versammelt sind, die das aus eigener Kraft stemmen können - nur zu. Für alle anderen bietet sich mit der DATEV-Plattform die Chance dabei zu sein -> das genau ist der Kerngedanke der Genossenschaft. Das war auch im Übrigen der Gedanke bei der Gründung der DATEV - nämlich einem breiten Kreis von Berufskollegen eine Technik zur Verfügung zu stellen, die (damals) der Einzelne weder bezahlen noch bedienen konnte. Wenn es die DATEV nicht schon gäbe, wäre jetzt ein weitsichtiger Kollege Dr. Sebiger II gefragt.
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