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DATEV, mir graut vor der Cloud ...

339
letzte Antwort am 23.01.2026 20:09:41 von steuerbär
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heitschmidt
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Nachricht 241 von 340
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Die sind völlig unabhängig davon, ob wir über den Browser, ein VPN oder ein ASP auf das DATEV-RZ zugreifen.

 

Nein, sind sie nicht.

 

Und wie ich oben schon geschrieben haben, gab es das Szenario, das Sie beschreiben, im Jahr 2021 laut der Community schon mal.

Nein, das war nicht dasselbe (s.o.), konnte es auch nicht.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
janm
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Nachricht 242 von 340
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Ich argumentiere nicht aus der Sicht der einzelnen Kanzlei. Mir ist schon bewusst, dass es da "rumpeln" wird. Aber:

 

Es rumpelt bei ca. 40.000 DATEV Mitgliedern (sind das übrigens ausschließlich StB, WP, RA oder auch Mandanten im mitgliedsgebunden Mandantengeschäft?) in der "DATEV Cloud" von ca. 3.500.000 Unternehmen in Deutschland. Es "rumpelt" mal gerade bei (schlecht gerundet) 1,2 % der deutschen Unternehmen. Das wird am Ende des Tages niemanden veranlassen Corona-like das Toilettenpapier zu bunkern noch wird Deutschland in eine (Wirtschafts)Kriese schliddern ebenso werden großflächige Plünderungen in Innenstädten ausbleiben. Da haben _nur_ 40.000 DATEV Mitglieder ein Problem.

 

Es kommt hier - für mich zumindest - so rüber, als gehörten alle Kanzleien ausnahmslos (direkt) zur KRITIS.

heitschmidt
Erfahrener
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Nachricht 243 von 340
1076 Mal angesehen

Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie meine Fragestellung als hypothetisch oder irrelevant bewerten. Das ändert nichts daran, dass sie sachlich gestellt ist und aus meiner Sicht weiterhin unbeantwortet bleibt. Ihr China-Bild passt ganz gut, nur andersrum: Ich bestelle auf Deutsch Systemresilienz, geliefert werden Einzelfalltipps. Kann man machen, ist aber eine andere Bestellung. Ich male hier kein Untergangsszenario, sondern weise auf die Existenz von strukturellen Risiken eines zentralen Systems hin. Solange diese Ebene nicht verstanden wird, reden wir aneinander vorbei. Ich erwarte auf diese Fragestellung keine Antwort von Ihnen oder anderen Anwendern. Das ist weder Ihre Rolle noch meine. Es ist eine Frage an den Betreiber eines zentralen Systems.

Mir geht es nicht um persönliche Einschätzungen, Gelassenheit oder Mehrheitsmeinungen, sondern um eine nachvollziehbare Einordnung von systemischem Risiko, Resilienz und Ausweichfähigkeit durch die DATEV selbst.

Solange diese Einordnung fehlt, bleibt die Frage offen. Wenn sie adressiert wird, kann man darüber sachlich weiter diskutieren.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
Steuerberater_DO
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Nachricht 244 von 340
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@heitschmidt  schrieb:

Die sind völlig unabhängig davon, ob wir über den Browser, ein VPN oder ein ASP auf das DATEV-RZ zugreifen.

 

Nein, sind sie nicht.

 

Dann legen Sie doch mal dar, was der technische Unterschied ist, ob ich per Browser, per VPN oder ASP auf das gleiche (!) RZ zugreife. Fällt das aus, ist das Frontend doch völlig egal. Vielleicht liege ich aber auch falsch.

 

Und warum der tageweise Ausfall des RZ vor 5 Jahren kein Problem war, es aber ein Problem wird, wenn man über den Browser darauf zugreift, verstehe ich auch nicht wirklich.

Algo
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Wenn Sie zum Arzt gehen und der ihnen sagt, wie die Therapie abläuft, fummeln Sie daran ja auch nicht rum, wenn Sie gesund werden wollen.

 

Doch, auch von einer Therapie können sehr starke Nebenwirkungen ausgehen, sodass ein Organismus daran sterben kann. Deshalb „fummeln“ Ärzte und passen die Therapien/Protokolle entsprechend an.

 

Und alles, was wir hier wollen, ist, dass die Steuerkanzleien nicht zu Tode "behandelt" werden.

 

Nicht mehr und nicht weniger.

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Steuerberater_DO
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Nachricht 246 von 340
1004 Mal angesehen

@Algo  schrieb:

 

Wenn Sie zum Arzt gehen und der ihnen sagt, wie die Therapie abläuft, fummeln Sie daran ja auch nicht rum, wenn Sie gesund werden wollen.

 

Doch, auch von einer Therapie können sehr starke Nebenwirkungen ausgehen, sodass ein Organismus daran sterben kann. Deshalb „fummeln“ Ärzte und passen die Therapien/Protokolle entsprechend an.

 

Und alles, was wir hier wollen, ist, dass die Steuerkanzleien nicht zu Tode "behandelt" werden.

 

Nicht mehr und nicht weniger.


Richtig, die Ärzte passen an. Nicht Sie als Patient.

 

Zumindest mache ich das nicht. Ich vertraue da meinem Arzt und mache, was der sagt.

 

Außerdem ist der Anspruch "wir" nicht korrekt. Es gibt hier genug Kollegen, die nicht in Ihr "wir" fallen.

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Algo
Einsteiger
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Nachricht 247 von 340
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Richtig, die Ärzte passen an. Nicht Sie als Patient. Zumindest mache ich das nicht. Ich vertraue da meinem Arzt und mache, was der sagt. Außerdem ist der Anspruch "wir" nicht korrekt. Es gibt hier genug Kollegen, die nicht in Ihr "wir" fallen.

Ich programmiere ja auch nicht bei DATEV, das macht DATEV selbst. 🙂


 

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heitschmidt
Erfahrener
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Nachricht 248 von 340
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Für Sie persönlich bzw. Ihre Kanzlei und die Mitarbeiter ist da überhaupt kein Unterschied. Für mich macht es heute sehr wohl einen Unterschied, weil ich nicht über ASP arbeite, sondern eigene Server betreibe und damit aktuell noch über eine gewisse Entkopplung verfüge (Buchführung - ohne DUO, Lohn (Vorarbeiten), Steuererklärungen, Jahresabschlüsse, Erstellungsdokumentation, DMS funktioniert auch noch - alles Vor-Ort-Datenhaltung). Ich gehe davon aus, dass ich mit dieser Arbeitsweise nicht alleine bin.

ASP weg - und eine Kanzlei kann all das nicht mehr machen. Ich schon.

Diese Entkopplung entfällt perspektivisch. Dann reihe ich mich – zwangsweise – in genau die Gruppe ein, in der Sie sich heute bereits befinden. Und dann teilen wir dasselbe Schicksal.

Multiplizieren Sie das Szenario nicht mit eins, sondern mit einigen zehntausend oder, wenn Sie die mit DATEV buchenden Mandanten dazu nehmen mit noch mehr...

 

Ich wiederhole mich: Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen die Cloud, weil ich Vorteile sehe, die ich jetzt nicht habe. Eigener Server und ich muss mich auch selbst darum kümmern, muss Programmupdates einspielen - der ganze EDV-Verwaltungskram eben. Aber ich kann im Zweifel noch produktiv arbeiten. Die Cloud würde mir - und nicht nur mir, sondern gleichzeitig allen - das nehmen, wenn (sowohl temporal als auch konditional) sie stillsteht. Habe ich schon etwas über Fristversäumnisse und Haftungsgefahren gesagt?

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
ww3
Fortgeschrittener
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Nachricht 249 von 340
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Hallo heitschmidt,

 

ASP weg - und eine Kanzlei kann all das nicht mehr machen. Ich schon.

Und der Bagger, der das Stromkabel in der Straße mitnimmt?

 

Gruß

ww3

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deusex
Allwissender
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Nachricht 250 von 340
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@ww3  schrieb:

Hallo heitschmidt,

 

ASP weg - und eine Kanzlei kann all das nicht mehr machen. Ich schon.

Und der Bagger, der das Stromkabel in der Straße mitnimmt?

 

Gruß

ww3


Das ist jetzt aber gemein: Hypothesen mit einer anderen Hypothese auszuhebeln. Nettes Beispiel, wenngleich nicht so armageddon-mäßig, wie meine, aber im Prinzip ist es dasselbe.

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deusex
Allwissender
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Nachricht 251 von 340
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Ich erwarte auf diese Fragestellung keine Antwort von Ihnen oder anderen Anwendern. Das ist weder Ihre Rolle noch meine. Es ist eine Frage an den Betreiber eines zentralen Systems.

Warum stellen Sie sie dann nicht direkt der DATEV und tragen sie statt dessen gebetsmühlenartig hier immer wieder vor ?!

 

Sie haben nicht verstanden, dass man Sie durchaus verstanden hat, sie aber nicht nachvollziehen kann.

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heitschmidt
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Wo steht denn Ihr Bagger? In Nürnberg oder vor meinem Büro?

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
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janm
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@ww3  schrieb:

 

ASP weg - und eine Kanzlei kann all das nicht mehr machen. Ich schon.

Und der Bagger, der das Stromkabel in der Straße mitnimmt?


Das wäre aber wieder nur ein Einzelschicksal bzw. wenn es schlecht läuft sind im gleichen Gebäude vier, fünf Kanzleien aber eben keine 40.000.

 

Ich bleibe aber halt auch dabei, dass es ein (größeres) Problem ist, wenn plötzlich 40.000 Kanzleien still stehen. Am Ende muss das aber wieder jede einzelne Kanzlei für sich runterbrechen, ob es für sie selbst auch ein Problem bzw. ein Problem welchen Ausmaßes es ist.

 

Hier bewertet @heitschmidt ja auch, dass es ein Risiko für seine Kanzlei ist ("auf dem Rücken" der 39.999 anderen).

Dann reihe ich mich – zwangsweise – in genau die Gruppe ein, in der Sie sich heute bereits befinden. Und dann teilen wir dasselbe Schicksal.

Multiplizieren Sie das Szenario nicht mit eins, sondern mit einigen zehntausend oder, wenn Sie die mit DATEV buchenden Mandanten dazu nehmen mit noch mehr...

(Und es bleibt dabei, dass es für keinen einen dieser "einigen zehntausend" ein existenzbedrohendes Szenario ist. Ja, es ist ärgerlich, es macht mehr Aufwand für ein, zwei, drei Tage. Aber es wird niemand daran zugrunde gehen.)

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Steuerberater_DO
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@heitschmidt  schrieb:

Für Sie persönlich bzw. Ihre Kanzlei und die Mitarbeiter ist da überhaupt kein Unterschied. Für mich macht es heute sehr wohl einen Unterschied, weil ich nicht über ASP arbeite, sondern eigene Server betreibe und damit aktuell noch über eine gewisse Entkopplung verfüge (Buchführung - ohne DUO, Lohn (Vorarbeiten), Steuererklärungen, Jahresabschlüsse, Erstellungsdokumentation, DMS funktioniert auch noch - alles Vor-Ort-Datenhaltung). Ich gehe davon aus, dass ich mit dieser Arbeitsweise nicht alleine bin.

 


Sie sprechen von systemischen Risiken durch die Cloud, bringen als Beispiel aber, dass Sie auf Servern arbeiten. 

 

Ja, Sie wären von einer Zentralisierung betroffen, was Sie heute nicht sind. Sie sind dann vom systemischen Risiko betroffen, was Sie heute nicht sind.

 

Nur ändert es nichts daran, dass bereits heute ein systemisches Risiko besteht. Die allermeisten Kollegen sind in ASP-Umgebungen unterwegs, diejenigen Kollegen, die Server betreiben dürften in der Minderheit sein. Von daher ändert sich ihre persönliche Risikosituation, die systemische bleibt unverändert.

heitschmidt
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Sie haben nicht verstanden, dass man Sie durchaus verstanden hat, sie aber nicht nachvollziehen kann.

Verstanden habe ich das längst: Meine Sicht auf das von mir beschriebene Problem ist für Sie nicht nachvollziehbar. Das ist völlig okay und für mich auch kein Problem. Das ist auch nichts Ungewöhnliches: Nicht alles, was man versteht, wirkt beim anderen automatisch plausibel. Das passiert mir im Mandantenverkehr auch. Dann suche ich meist ein besseres Beispiel. Manchmal hilft’s, manchmal nicht.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
heitschmidt
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Das ist absolut korrekt - wenn ich einmal Ihre Bewertung der Verteilung der angesprochenen Arbeitsweisen außen vor lasse. Zu solch einer Verteilung habe ich keine Kenntnis, weshalb ich das nicht bewerten kann.

Aber wenn ich das einfach mal als gegeben annehme: Dann können wir uns ja fast alle einfach zurücklehnen und müssen nur hoffen, dass die Cloud wenigstens genauso gut ist, wie ASP.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
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Steuerberater_DO
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@heitschmidt  schrieb:

Das ist absolut korrekt - wenn ich einmal Ihre Bewertung der Verteilung der angesprochenen Arbeitsweisen außen vor lasse. Zu solch einer Verteilung habe ich keine Kenntnis, weshalb ich das nicht bewerten kann.

Aber wenn ich das einfach mal als gegeben annehme: Dann können wir uns ja fast alle einfach zurücklehnen und müssen nur hoffen, dass die Cloud wenigstens genauso gut ist, wie ASP.


Die Cloud ist genauso gut wie eine ASP-Umgebung (oder schlecht).

 

Faktisch haben alle StB, die nicht auf Servern arbeiten, ihre Daten in die Cloud ausgelagert: Die Daten liegen "irgendwo", aber nicht mehr on premise. Die Sicherstellung, dass die Daten da sind und mit ihnen gearbeitet werden kann, macht jemand anders.

 

Damit ändert sich nichts an dem systemischen Risiko: Die Daten sind heute ausgelagert und sind es auch morgen,.


Das einzige, was sich ändert, ist das Frontend, mit dem auf die Daten zugegriffen wird.

 

Egal, wie man es dreht und wendet, die systemischen Probleme sind heute bereits da. Sie mögen größer werden, weil die Kanzleien, die eigene Server betreiben und die Kanzleien, deren ASP-Partner nicht im DATEV-RZ gehostet werden, da mit reinfallen.

 

Aber ob 20.000 Kanzleien ausfallen oder 40.000, macht aus dieser Sicht auch keinen großen Unterschied mehr.

 

Und an dem Punkt bin ich bei @janm und @deusex : Dann fällt eben mal für 6 Stunden das RZ aus. Die Welt wird sich weiterdrehen. Aber das sehen Sie anders, was Ihr gutes Recht ist.

 

Bei den Haftungsgefahren bin ich auch entspannter als Sie: Wenn Ihr Server abraucht und auch den Backup-Server mitnimmt, was wollen Sie da tun? Genauso ist das hier.

 

Außerdem muss zur Haftung auch noch ein Schaden entstehen. Ein Fall, in dem ein fehlender Zugriff auf die Daten für 1, 2 Tage einen Schaden begründet, muss erst mal vor Gericht plausibel gemacht werden. Das Verfahren führt dann meine Haftpflichtversicherung. Die wird dann force majeure ins Feld führen.

 

Wenn das DATEV-RZ nicht arbeitet, können Sie mit Ihren Servern doch auch nicht mit der FV kommunizieren. Die Daten gehen doch vom DATEV-RZ in die RZ der FV? Oder übertragen Sie selbst in die RZ der FV?

Im ersten Fall ändert sich durch die Cloud auch nicht an ihrem eigenen Risiko, was die Fristen zur Abgabe von StE angeht.

Steuerberater_DO
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@Algo  schrieb:

Richtig, die Ärzte passen an. Nicht Sie als Patient. Zumindest mache ich das nicht. Ich vertraue da meinem Arzt und mache, was der sagt. Außerdem ist der Anspruch "wir" nicht korrekt. Es gibt hier genug Kollegen, die nicht in Ihr "wir" fallen.

Ich programmiere ja auch nicht bei DATEV, das macht DATEV selbst. 🙂


 


Und warum sagen Sie dann Ihrem Mandanten nicht, wie ein vernünftiger Prozess aussieht, um die FiBu vorzubereiten, sondern lassen den machen? Mit dem Ergebnis, dass da natürlich Chaos bei rauskommen muss, weil er eben nicht weiß, worauf er achten muss?

 

Wir sind die Experten für die Prozesse, lassen es aber zu, dass uns Amateure ihre Arbeitsweisen aufzwingen.

Nur anekdotische Evidenz: Bei mir hat sich noch kein Mandant beschwert, wenn ich ihm gesagt habe, wie ich Dinge haben will. Die waren alle froh, weil sie damit auch Zeit, Nerven und Geld gespart haben.

heitschmidt
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Die Welt wird sich weiterdrehen. Aber das sehen Sie anders, was Ihr gutes Recht ist.

Sie irren sich - und wenn ich sensibel wäre, müsste ich mich jetzt beleidigt fühlen, weil Sie meinen Intellekt in Frage stellen - ich weiß sehr wohl, dass sich die Welt weiter drehen wird. Habe ich eigentlich entsprechendes behauptet?

Ce n’est pas le sujet.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
Steuerberater_DO
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@heitschmidt  schrieb:

Die Welt wird sich weiterdrehen. Aber das sehen Sie anders, was Ihr gutes Recht ist.

Sie irren sich - und wenn ich sensibel wäre, müsste ich mich jetzt beleidigt fühlen, weil Sie meinen Intellekt in Frage stellen - ich weiß sehr wohl, dass sich die Welt weiter drehen wird. Habe ich eigentlich entsprechendes behauptet?

Ce n’est pas le sujet.


Zumindest kommt diese Botschaft bei mir an.

 

Lassen Sie es mich anders formulieren: Sie bewerten die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenshöhe eines Ausfall des RZ signifikant anders als ich.

heitschmidt
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Lassen Sie es mich anders formulieren: Sie bewerten die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenshöhe eines Ausfall des RZ signifikant anders als ich.

 

Sie haben das sehr schön formuliert - ernsthaft. Ich glaube das noch nicht einmal. Ich glaube, der Witz an der ganzen Sache ist, dass wir alle nicht gerne die Folgen unverschuldeter Unproduktivität übernehmen wollen. Egal ob das pekuniär ist, haftungsrechtlich, organisatorisch oder sonst wie. Aber systemisch können wir es im Zweifel überhaupt nicht verhindern. Salopp gesagt: wenn es knallt, kippt man uns die Folgeprobleme vor die Füße. Das auslösende Problem, RZ Down, können wir jedenfalls nicht beeinflussen. Ich mag unken - ich hoffe es! Aber gerade heute hat mich als DATEVnet Kunde irgendein Fehler in der DATEVnet Administration erwischt. Internet weg, weil der DATEV Router uns nicht mehr rausgelassen hat. Das bestätigt Sie: auch mit meiner Serverumgebung bin ich abhängig. Natürlich gilt das auch jetzt schon. Aber das bestätigt auch mich: Trotzdem konnten meine Mitarbeiter noch arbeiten.

Ich bedaure nur die Servicepartner. Die werden mit der cloud vielleicht nicht mehr so viel zu tun haben. Um die Probleme muss sich dann ganz alleine die DATEV kümmern - wenn sie dann auftreten. Aber das ist dann das Klumpenrisiko der DATEV. Ich hoffe sie weiß das.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
siro
Fachmann
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@janm  schrieb:

 

Es rumpelt bei ca. 40.000 DATEV Mitgliedern (sind das übrigens ausschließlich StB, WP, RA oder auch Mandanten im mitgliedsgebunden Mandantengeschäft?) in der "DATEV Cloud" von ca. 3.500.000 Unternehmen in Deutschland. 

 


Mitglieder sind nur Berufsträger. Und von den 40.000 Mitgliedern sind ja nicht alle Einzelkämpfer, also sind es lt. Quelle Datev ca. 37.000 Kanzleien.

 

Lt. aktuellen Bericht hat die Datev 850.000 Kunden. Da wird wohl jeder DUO Vertrag einzeln drin sein.

 

Wie viele Kanzleien im DATEVasp sind ist öffentlich nicht ersichtlich. In einem alten Beitrag von 2022 ist von 1.400 Kunden die Rede. Man kann davon ausgehen das diese deutlich gewachsen ist. Dazu kommt noch mal das PARTNERasp mit in der Quelle genannten 6.800 Kunden! Auch hier gab es ein großes Wachstum!

 

Und weil von anderen Diskutanten hier immer von dem RZ gesprochen wird:

 

Es gibt das klassische RZ mit den IBM Großrechnern mit den bekannten Verarbeitungen von LODAS usw.

Es gibt das neue Cloud-Native Rechenzentrum für die neuen echten Cloud Anwendungen ( Gemunkel , Gemunkel, )

Es gibt das RZ mit ASP, getrennt nach DATEVasp und PARTNERasp

#ITeinfachmachen mit Datev Solution Partner
janm
Meister
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Nachricht 263 von 340
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@siro  schrieb:

Und weil von anderen Diskutanten hier immer von dem RZ gesprochen wird:


Was wiederum aufgeteilt auf vier (bzw. zumindest drei) RZs ist. (Was aber nicht zwangsweise bedeutet, dass dort jeder (Partner) in einem anderen RZ eine DR Site hat oder generell stretched Cluster über mehrere RZs betreibt. Wo wir wieder am Punkt sind, dass das Risiko eines (wirklich) langen Totalausfalls recht gering ist und kein Kunde den Preis dafür zahlen möchte. ;))

 

c_kleineboymann
Aufsteiger
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Und der Bagger, der das Stromkabel in der Straße mitnimmt?

Hab ich immer noch selber in der Hand, Starlink auf dem Dach und Generator im Keller und weiter gehts! 

 

Die allermeisten Kollegen sind in ASP-Umgebungen unterwegs,

 

Ist das so? Gibt es dazu valide Aussagen. Ich kenne zwar Kollegen in ASP und würde aktuell auch jedem raten dies zu tun, aber die allermeisten arbeiten eben nicht in ASP, sondern setzen aktuell auf die viel kostengünstigere Alternative von OnPremise Lösungen. 

c_kleineboymann
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Damit ändert sich nichts an dem systemischen Risiko: Die Daten sind heute ausgelagert und sind es auch morgen,.

 

Sorry aber das ist großer Quatsch. Denn mit der Cloud Lösung seitens der DATEV ändert sich durchaus alles. Zum einen sind die Daten allesamt zentral, was Sie heute nicht sind, denn neben dem wenig attraktivem DATEV Modell von ASP gibt es tausende Partner ASPs die sich das durchaus aussuchen dürfen wo sie laufen. Meine dort gibt es Modelle die im DATEV RZ laufen, aber eben auch bei Hetzner und Co, oder sogar beim Partner inHouse.  

 

Die Gesamtheit der Daten sind also extrem verteilt und aktuell ist es nunmal so, dass jeder der Ahnung hat empfehlen sollte, eine ASP Sicherung lokal in der Kanzlei vorzunehmen. Eine Möglichkeit die es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr so einfach bei der native Cloud geben wird. 

schmulz
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Ergänzend dazu...ein Analoger Sch...prozess, kann auch nur ein digitaler Sch...prozess werden 🙂

 

 

chrisocki
Experte
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@janm schrieb: Was wiederum aufgeteilt auf vier (bzw. zumindest drei) RZs ist.


Es sind derzeit 4 Rechenzentren.

 

Quelle: https://www.datev.de/web/de/berufsgruppenuebergreifend/ueber-datev/portfolio/portfolio-und-portfolioentwicklung/datev-rechenzentrum

 


@heitschmidt schrieb: Mir geht es nicht um persönliche Einschätzungen, Gelassenheit oder Mehrheitsmeinungen, sondern um eine nachvollziehbare Einordnung von systemischem Risiko, Resilienz und Ausweichfähigkeit durch die DATEV selbst.


Ich nehme mal nur auf diesen einen Satz Bezug. Die komplette Diskussion ist schon ziemlich lang geworden.

 

Ich würde mal davon ausgehen, das DATEV 

- sich der Verantwortung bewusst ist

-  sich der Kritis-Vorgaben (BSI) unterwerfen muss.

 

Das dem so sein wird, zeigen allein die Audits für die ISO 27701, 27001 und 27017.

https://www.datev.de/web/de/berufsgruppenuebergreifend/ueber-datev/datenschutz-und-compliance/datenschutz-und-unternehmenssicherheit/datenschutz-zertifikate

 

Wenn also DATEV und die Prüfer hier ordentlich gearbeitet haben, kann ICH davon ausgehen, dass der Betrieb, Ausfall, etc. bei DATEV als Planvorgabe für den WorstCase was "in der Schublade" liegt.

 

Wie die Mechanismen im einzelnen funktionieren, werden wir hier nicht erfahren. Das würde die Betriebssicherheit wieder in Frage stellen. 

Ich würde auch davon ausgehen, dass Sie mit einer Anfrage an den Vorstand auch keine Information im Detail bekommen.

 

Sie werden also auf diese vorliegen Informationen zurückgreifen müssen und akzeptieren. Wenn Sie das nicht können, müssen Sie entsprechend handeln.

 

 

Vor Jahren gab es noch Möglichkeiten sich in Nürnberg in Teilen ein Bild zu machen (Werksführungen, etc.). Dies gibt es nicht mehr. 

Auf dem Admin-Workshop (vorletzter) wurde dann mal "aus dem Nähkästchen" geplaudert und das Thema Backup in Nürnberg skizziert. Aber auch hier nicht im Detail, nur soweit es für den Benutzerkreis vertretbar war.

 

 

Ist DATEV gegen alles abgesichert? Wohl kaum. Aber die Messlatte ist deutlich höher gegenüber onPremise-Installationen. 

Bei ASP-Umgebungen muss man schon wieder den einzelnen Anbieter betrachten. Eine pauschale Aussage gibt es hier wohl nicht.

 

Bei DATEV unterscheidet sich ein systemischer Ausfall dann auch wieder in Teilbereiche und deren Aus- & Folgewirkungen.

 

Was genau passiert, wenn hier DATEV über Tage ausfällt? Keine Ahnung. Das kann man nur schwer betrachten. 

Fakt ist: Die Welt wird sich weiterdrehen. Fristversäumnisse hier aus sind kein Problem. Da hat sich DATEV in der Vergangenheit und Gegenwart gekümmert (LODAS-Probeabrechnung). Auch bei dem genannten Ausfall wurde von DATEV an die FV gemeldet und ein Musterschreiben für die Kanzleien/Mandanten bereitgestellt. 

Aktuell meines Wissens noch für die DIVA_II-Bescheide.

 

Beste Grüße
Christian Ockenfels

 

Algo
Einsteiger
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Nachricht 268 von 340
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@Steuerberater_DO  schrieb:

Richtig, die Ärzte passen an. Nicht Sie als Patient. Zumindest mache ich das nicht. Ich vertraue da meinem Arzt und mache, was der sagt. Außerdem ist der Anspruch "wir" nicht korrekt. Es gibt hier genug Kollegen, die nicht in Ihr "wir" fallen.

@Algo schrieb: 

Ich programmiere ja auch nicht bei DATEV, das macht DATEV selbst.


@Steuerberater_DO schrieb:
Und warum sagen Sie dann Ihrem Mandanten nicht, wie ein vernünftiger Prozess aussieht, um die FiBu vorzubereiten, sondern lassen den machen? Mit dem Ergebnis, dass da natürlich Chaos bei rauskommen muss, weil er eben nicht weiß, worauf er achten muss?

 

Wir sind die Experten für die Prozesse, lassen es aber zu, dass uns Amateure ihre Arbeitsweisen aufzwingen.

Nur anekdotische Evidenz: Bei mir hat sich noch kein Mandant beschwert, wenn ich ihm gesagt habe, wie ich Dinge haben will. Die waren alle froh, weil sie damit auch Zeit, Nerven und Geld gespart haben.

 

 

Offenbar wurde mein Beitrag von missverstanden.

 

Er bezog sich ausschließlich auf die zukünftige Zusammenarbeit zwischen DATEV und den Genossenschaftsmitgliedern.

 

Als Genosse und „Patient“ kann ich den behandelnden „Oberärzten“ bei DATEV leider nur berichten:

 

Das neue und offenbar noch experimentelle Medikament „Private Cloud“ wurde erstaunlich schnell zur Marktreife erklärt. Belastbare klinische Studien scheinen dabei sehr optional gewesen zu sein, die praktische Anwendung am lebenden Unternehmen dient nun offenbar als Feldversuch.

 

Die jetzt schon bekannten „Nebenwirkungen“, insbesondere im Bereich der Rechteverwaltung und Cloud-Einrichtungen, sind leider alles andere als selten. Bei mir und, folgt man den zahlreichen öffentlichen Bewertungen, auch bei vielen anderen Patienten äußern sie sich nur in anhaltenden Kopfschmerzen, deutlicher Mehrbelastung, organisatorischem Chaos und zeitweisen Lähmungserscheinungen im Betrieb. Dem "Patient" geht aber dadurch nicht besser, sondern schlechter.

 

Besonders beruhigend ist die aktuelle "Versorgungslage": Die zuständigen „DATEV-Ärzte“ sind schwer erreichbar, Rückfragen verlaufen ins Leere und selbst ein gebuchter Eilservice führt nicht immer zu einer zeitnahen profesionellen Diagnose. In meinem Fall warte ich seit über einer Woche auf eine Eilservice-Rückmeldung. Offenbar befindet sich auch der „Notfallknopf“ auch noch in der Testphase.

 

Wie mein Unternehmen auf die anstehenden EÜR Steuern Online reagieren wird, bleibt abzuwarten. Auch hier entsteht der Eindruck, dass ein „weiteres Medikament“ ohne nennenswerte Erprobung und Entschädigung zur Anwendung kommt.

 

Die Prognose aus bisherigen Behandlungsverläufen lässt leider vermuten, dass auch diesmal mit akuten Unternehmenslähmungen und wirtschaftlichen Nebenwirkungen zu rechnen ist…

 

Vielleicht sollten die zuständigen „Oberärzte“ bei DATEV anfangen zu reflektieren, dass diese „Form der Behandlung“ für viele Genossenschafts-„Patienten“ nicht zumutbar ist.

 

 

martinkolberg
Meister
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Nachricht 269 von 340
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@deusex  schrieb:

Insofern ist dies doch eine rein hypothetische Diskussion, welche ebenso fruchtbar bzw. interessant ist, wie die Diskussionen um einen "totalen Black out", einen "Kometeneinschlag" oder das "Hereinbrechen der ewigen Finsternis" ... i.d.K.


Nicht unbedingt.
Der Kommet, also der gekündigte Vertrag mit MS scheint Tatsache zu sein und die SQL- Finsternis auf den lokalen Servern ist wohl unausweichlich.
Wir erkennen noch keinen Fahrplan, wie bis 2029 alle Anwendungen und Daten auf das neue System kommen sollen und das Thema Mitarbeiterschulung für die dann wohl komplett neuen Prozesse wurde noch nicht einmal angedeutet.


Ich sehe nicht nur Lohn und FiBu sondern auch die komplette Welt der Abschlußerstellung, Steuerberechnungen und Eklärungen, Statistiken und Unternehmensberatung, die natürlich Vergleiche aus den Vorjahren benötigt und aktuell auf lieb gewonnenen Prozessen aufbaut. Hinzu kommt die seit zig Jahren gepflegte Dokumentenablage.

Wird das alles sauber inclusive der Ablage- und Rechtestruktur auf die neue Plattform transferiert, oder muß alles separat und zu Fuß neu konfiguriert werden und man arbeitet jahrelang zweigleisig: Altdaten am PC bearbeiten und alles Neue in die Cloud?

Prozesse kann man umstellen, aber bitte nicht unter Zeitdruck und Zwang, weil das alte System plötzlich und unerwartet weg fällt und durch ein neues und nicht vollständig ausgereiftes System ersetzt werden muß.

Steuerberater_DO
Aufsteiger
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Vielleicht sollten die zuständigen „Oberärzte“ bei DATEV anfangen zu reflektieren, dass diese „Form der Behandlung“ für viele Genossenschafts-„Patienten“ nicht zumutbar ist.

 

 


Dann sollten diese Patienten anfangen, den Arzt zu wechseln. Was aber nicht passiert.

 

Man kann jetzt lange darüber diskutieren, warum das nicht der Fall ist. Fakt ist aber, dass der immer wieder vorhergesagte Massenexodus Richtung Wettbewerb ausgeblieben ist.

 

Vielleicht, nur ganz vielleicht, teilen die allermeisten Patienten Ihre Einschätzung nicht und bleiben deswegen bei der DATEV.

339
letzte Antwort am 23.01.2026 20:09:41 von steuerbär
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