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DATEV, mir graut vor der Cloud ...

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letzte Antwort am 06.05.2026 10:54:51 von heitschmidt
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RAHagena
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@c_kleineboymann  schrieb:

Ich beneide Sie um Ihren Optimismus; leider kann ich ihn nicht teilen. 

 

1.) Welche anderen Unternehmen haben sich denn gegen den SQL entschieden? Ich kenne viele kleine Player am Markt, alle anderen relevanten nutzten nie den MS SQL oder schwenken einfach von diesem auf einen anderen SQL um. 


Genau mein Humor... ich habe mal Gemini gefragt und stimmt, es sich noch nieee jemand gegen SQL entschieden...

 

 

Hier sind die prominentesten Unternehmen, die sich für kritische Systeme gegen SQL entschieden haben, und die Hintergründe dazu:

1. Amazon (Der Auslöser der Revolution)

Amazon ist wohl das wichtigste Beispiel. In den frühen 2000ern hatte Amazon massive Probleme mit seiner Oracle-Datenbank-Infrastruktur, besonders während des Weihnachtsgeschäfts (Black Friday).

  • Das Problem: Klassische SQL-Datenbanken priorisieren Konsistenz (Daten sind immer sofort überall korrekt). Amazon fand heraus, dass für ihren Warenkorb Verfügbarkeit wichtiger ist. Es ist schlimmer, wenn ein Kunde nichts in den Warenkorb legen kann (Serverfehler), als wenn der Warenkorb für wenige Millisekunden "falsch" angezeigt wird.

  • Die Entscheidung: Amazon entwickelte intern Dynamo (das Papier dazu erschien 2007). Dies war der Startschuss für die moderne NoSQL-Welle. Später wurde daraus das Produkt Amazon DynamoDB, das heute weite Teile von Amazon.com betreibt.

2. Netflix (Der radikale Wechsel)

Netflix vollzog 2008 eine der radikalsten Migrationen, nachdem ein schwerer Datenbankfehler in ihrem eigenen Rechenzentrum den Dienst für Tage lahmgelegt hatte.

  • Die Entscheidung: Sie entschieden sich für Apache Cassandra (eine NoSQL-Datenbank, ursprünglich von Facebook entwickelt).

  • Der Grund: Netflix benötigte eine Datenbank, die global verteilt ist. Wenn ein Server in den USA ausfällt, sollen die Daten aus Europa nahtlos übernehmen. SQL-Datenbanken (wie Oracle, das sie vorher nutzten) waren damals schlecht darin, Daten über mehrere Kontinente hinweg synchron und schnell zu halten.

  • Nuance: Interessanterweise migriert Netflix aktuell für bestimmte Dienste wieder zurück zu modernen SQL-Lösungen (wie CockroachDB oder Amazon Aurora), da diese mittlerweile die Skalierungsprobleme von damals gelöst haben.

3. Facebook / Meta (Die Erfinder)

Facebook hatte das Problem, dass die Inbox-Suche (Nachrichten) mit dem rasanten Nutzerwachstum nicht mehr performant über MySQL abgebildet werden konnte.

  • Die Entscheidung: Sie entwickelten Apache Cassandra und nutzen später für andere Bereiche HBase.

  • Der Clou: Facebook hat SQL nie ganz verlassen. Sie nutzen für ihren "Social Graph" (wer kennt wen) immer noch MySQL, aber in einer stark modifizierten Version (oft mit einer Engine namens MyRocks). Sie nutzen SQL also eher als simplen "Key-Value-Store" und verzichten auf komplexe SQL-Funktionen wie JOINs.

4. Uber (Der Zick-Zack-Kurs)

Uber ist ein berühmtes Beispiel für einen Technologie-Wechsel, der viel diskutiert wurde.

  • Die Entscheidung: Uber startete mit einer klassischen Architektur (PostgreSQL). Als sie massiv wuchsen, stießen sie auf Probleme mit der Art und Weise, wie Postgres Daten schreibt (Write Amplification). Sie migrierten daraufhin zu einer eigenentwickelten Lösung namens Schemaless, die technisch auf MySQL basiert, es aber wie eine NoSQL-Datenbank nutzt (keine Relationen, keine Transaktionen über Shards hinweg).

  • Der Grund: Sie brauchten extreme Schreibgeschwindigkeit für die Millionen von GPS-Positionen der Taxis.

5. LinkedIn

LinkedIn hatte spezielle Anforderungen an das Speichern von komplexen Beziehungen ("Wer kennt wen über drei Ecken?").

  • Die Entscheidung: Sie entwickelten Voldemort (einen verteilten Key-Value-Store) und später Espresso (eine dokumentenorientierte NoSQL-Datenbank). SQL war zu starr, um die massiven, sich ständig ändernden Nutzerprofile und Feeds performant auszuliefern.

 

2. Und damit endet dann meine Antwort, denn ich werfe nichts durcheinander, es ist aber auch nicht mein Job, Ihnen die Welt zu erklären. Ich habe geschrieben, dass es möglich sein wird, das zu tun. Dass das einen Berg von Indivualentwicklung bedeutet, die sich für eine normale Kanzlei nicht lohnt, steht dabei außer Frage. Bei entsprechender Größe kann ich mir aber eben auch individuell etwas bauen lassen. 

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cwes
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@RAHagena  schrieb:

 

Genau mein Humor... ich habe mal Gemini gefragt und stimmt, es sich noch nieee jemand gegen SQL entschieden...
...


Gewagter Vergleich / Begründung. Die Daten, um die es da geht, haben nicht im Entferntesten Ähnlichkeit mit den Daten, um die es bei den aktuellen/zukünftigen Datev-Anwendungen geht.

 

Noch viel weniger ist es auch nur ein Indikator, dass "quasi alle Softwareunternehmen nach 2030 keinen SQL-Server mehr" einsetzen werden.

c_kleineboymann
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Autsch! 

 

Diese Anfang der 2000er losgetretene "Welle" hat in meiner Betrachtung nichts, aber auch gar nichts mit der DATEV Entscheidung zu tun. Auch wenn man phasenweise meint, dass DATEV nicht mehr die Konsistenz der Daten bevorzugt, so ist die DATEV Software genau auf dieser Konsistenz aufgebaut und dürfte daher gar nichts mit der "NoSQL Welle" zu tun haben, die einen völlig anderen Ansatz hat und verfolgt. 

 

Allerdings gestehe ich, auch gar nicht an diese Unternehmen gedacht zu haben, sondern bin tatsächlich halbwegs in der Branche geblieben, SAP hat hierzu bspw. Hana entwickelt, Dynamics und Co (also die ganz großen) nutzen allesamt SQL basierte Datenbanken. Auch Eurodata, Lexoffice und Co. nutzen SQL; selbst die DATEV wird nach meiner Kenntnis weiterhin auf SQL setzen, nur eben in der Cloud. 

 

Also ja, ganz ohne KI kann ich Ihnen sagen, dass Sie da einiges durcheinander werfen. 

 

 

katzenpaule
Einsteiger
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Wo werden die Daten denn gespeichert? In Deutschland oder im Ausland?

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heitschmidt
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@c_kleineboymann@RAHagena  

 

Ich glaube, hier liegt ein grundlegender Denkfehler vor, der die Diskussion unnötig vernebelt: Es werden permanent unvergleichbare Dinge miteinander verglichen.

Die Beispiele Amazon, Netflix, Uber etc. sind technologisch interessant, haben aber mit DATEV-Anwendungen praktisch nichts zu tun. Dort werden Systeme betrieben, die sich kurzzeitig widersprüchliche Datenstände leisten können, solange sich das später wieder ausgleicht. Das ist eine völlig andere Problemklasse.

Das ist bei DATEV-Anwendungen ausgeschlossen. Eine Kanzlei kann sich keine auch nur vorübergehend widersprüchlichen Datenbestände leisten. Lohn, Buchführung, Steuerberechnung müssen zu jedem Zeitpunkt eindeutig, konsistent und nachvollziehbar sein. DATEV-Anwendungen sind fachlich deterministische Systeme: Buchführung, Lohn, Steuer, Fristen, Nachweise. Hier muss alles und immer konsistent sein. „Ein paar Millisekunden falscher Warenkorb“ ist dort kein Drama. Eine falsche Lohnabrechnung oder inkonsistente Buchung bei uns schon.

Genauso wird „SQL vs. NoSQL“ durcheinandergeworfen. Es geht bei DATEV nicht um die Frage, ob SQL genutzt wird – das wird es, nehme ich an, auch in der Cloud weiterhin –, sondern um Betriebsmodell, Release-Logik, Abhängigkeiten und Verantwortung. Das sind voneinander unabhängige Fragestellungen, werden hier aber ständig vermischt.

Und noch ein Punkt zur SQL-Server-Argumentation: Das Auslaufen einer bestimmten SQL-Server-Version (oder deren Support) ist ein Lifecycle-Thema, aber kein naturgesetzlicher Beweis dafür, dass man deshalb zwingend in die Cloud muss. On-Premise endet nicht, weil SQL endet, sondern wenn DATEV entscheidet, dass sie On-Premise nicht mehr betreiben oder unterstützen will. Das ist eine Strategieentscheidung. Die kann man so treffen und dem Nutzer bleibt dann realsitisch nichts mehr, als mit den Schultern zu zucken.

Und schließlich: Cloud ist nicht gleich Cloud. „Software-as-a-Service für Konsumentenplattformen“ ist etwas anderes als zentralisierte Fachverfahren mit rechtlicher Haftung. Wer diese Unterschiede ignoriert, kommt zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen.

Wenn wir sinnvoll diskutieren wollen, müssen wir diese Ebenen trennen. Sonst vergleichen wir weiter Äpfel mit Birnen, stellen fest, dass beides Obst ist – und wundern uns, warum der Geschmack nicht passt.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
f_mayer
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Nachricht 96 von 488
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@heitschmidt  schrieb:

Und schließlich: Cloud ist nicht gleich Cloud. „Software-as-a-Service für Konsumentenplattformen“ ist etwas anderes als zentralisierte Fachverfahren mit rechtlicher Haftung. Wer diese Unterschiede ignoriert, kommt zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen.


Das erinnert mich an etwas, wir nutzen WTS / Terminalserver, d.h., unserer Server stehen woanders (ich glaube sogar bei der DATEV) und wir loggen uns per Remote-Zugriff ein.

 

Fällt das nicht unter Cloud? Das funktioniert nämlich ganz gut, aber bei "Cloud" / RZ Unternehmen Online gibt es ja beispielsweise immer wieder Probleme.

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c_kleineboymann
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Nachricht 97 von 488
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Bin da voll auf Ihrer Seite. 

 

Cloud ist nicht gleich Cloud. „Software-as-a-Service für Konsumentenplattformen“ ist etwas anderes als zentralisierte Fachverfahren mit rechtlicher Haftung. Wer diese Unterschiede ignoriert, kommt zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen.

 

Sehe ich sehr ähnlich, mit der Cloud hat die DATEV ja eigentlich angefangen und eine RZ basierte Bearbeitung kommt selbst heute noch mit Lodas zum tragen. 

 

SaaS für Konsumenten ist was anderes, aber man sollte eben nicht die Augen verschließen, dass das dahinterstehende Abrechnungsmodell auch in kommerziellen B2B Bereichen der Standard ist und primär dafür genutzt wird um dauerhaft Geld zu verdienen, statt aktuell punktuell. Gerade MS hat mit O365 ja schon einen dicken Haufen gelegt, wenn ich bedenke, dass man seinerzeit mal knapp 1000 EUR für 20 Lizenzen gezahlt hat und je nach DATEV Laune durchaus drei Gens (also 9 Jahre) damit arbeiten konnte. Heuer zahlt man 600 EUR im Monat (gut, mit Exchange, Teams etc.). SaaS at his best!

 

Für die DATEV ist das aber keine Umstellung, letztlich ist SaaS kein Grund für die DATEV Cloud, denn monatlich zahlen wir hoffentlich alle. Das ich SaaS genannt habe lag nur daran, dass ich einen Grund für die Einstellung des on Premise MS SQL genannt habe, mit der DATEV hat das erstmal weniger zu tun. 

c_kleineboymann
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Naja, je nach dortiger Installation nutzt man auch den Terminalserverdienst von MS, insofern ist die Aussage vermutlich nicht ganz so falsch wie viele erstmal meinen. Aber ich weiß natürlich auch wie Sie es meinen, ASP und Terminalserver on Premise sind eben zwei unterschiedliche Dinge. 

steuerbär
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Technisch kann ich nicht beurteilen, ob SQL eine Zukunft hat oder nicht. Angeblich war es auch eine Frage des Preises für die weitere Lizenzierung von MS-SQL ...

 

Wie die DATEV-Cloud aussehen und funktionieren soll, zeigt die sie in folgendem V ideo: https://vp.datev.de/connector/video/51932 

 

Und es beruhigt mich, dass unser Weihnachtself bestätigt, dass sie bei DATEV bis jetzt alle ihre gesteckten Ziele erreicht haben.

 

Manch Anwender mag das anders beurteilen ...

 

Was sollen wir und unsere Mitarbeiter dann nur mit der ganzen Zeit machen? Außer Kaffeetrinken ...

 

Ich hoffe ja inständig, dass die DATEV uns mit einer tollen, funktionierenden, smarten und anwenderfreundlichen Cloudsoftware überrascht und dann sind wir doch alle happy.

 

Aber dafür müssen die neuen Cloudanwendungen besser laufen als die bisherigen ...

cwes
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Nachricht 100 von 488
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@steuerbär  schrieb:

 

 

Ich hoffe ja inständig, dass die DATEV uns mit einer tollen, funktionierenden, smarten und anwenderfreundlichen Cloudsoftware überrascht und dann sind wir doch alle happy.

 


Oh, das hoffe ich auch. Doch ich rechne fest mit den kalten, harten Stiefel der Realität, der diesen Funken Hoffnung austreten wird.

heitschmidt
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Aber dafür müssen die neuen Cloudanwendungen besser laufen als die bisherigen ...

Die "neuen" laufen ja schon - E-Rechnungsplattform, Lexinform, Personal, MyDatevKanzlei, Mandantendialog, Nachfolgelösung Wirtschaftsberatung, Liquiditätsmonitor. Keine einzige von den genannten Anwendung ist durchdacht, gut nutzbar und kann als "fertig" bezeichnet werden. Alles ist unausgegorenes Stückwerk.

Ok - Mandantendialog bringt nach meiner eigenen Erfahrung ein paar Vorteile wenn man es im Zusammenhang mit der Dokumentation Abschlusserstellung nutzt - und: das sei an dieser Stelle ausdrücklich betont (momentan noch) kostenlos. 

Die E-Rechnungsplattform ist vielleicht ein guter Gedanke; die DATEV hat sich aber bei der Preisgestaltung vollkommen vergaloppiert. Die Havarie war voraussehbar und DATEV hat kurz vor knapp auch einen Rückzieher bei den eigenen Preisvorstellungen gemacht. Aber auch der Rückzieher war in der Art und Weise wie kommuniziert und praktiziert ziemlich misslungen. 

Lexinform hat an Bedienungskomfort sehr stark eingebüßt. Die gewohnte Baumstruktur wurde einfach über Bord gekippt. Etwas zu finden ist ungleich schwerer geworden. Es gibt keine Möglichkeit mehr, Vor- oder Nachfolgeversionen eines Gesetzes über einen einfachen Link aufzurufen. Das Inhaltsverzeichnis lässt sich nicht mehr aufklappen.

Personal, das habe ich schon mehrfach erwähnt, ist ab einer gewissen Größenordnung der monatliche Lohnabrechnungen vollkommen untauglich.

MyDATEV Kanzlei ist... nun ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so recht, was es ist. Mir fehlt die Erkennung eines wirklichen Nutzens, eines Mehrwerts. Ich kann mich nicht nur auf die Freizeichnung online beziehen, das muss ich sogar ausblenden, weil das von der DATEV hier praktizierte Verfahren eine schlichte Frechheit ist.  Alles andere, was mit MyDATEV Kanzlei zusammenhängt und die Anwendung vielleicht mal interessant macht, ist im Moment nichts anderes als - um im Bild zu bleiben - "Wolkenkuckucksheim". 

Unternehmensplanung, jetzt Analyse und Planung ist... naja, schön bunt. Die Bedienbarkeit ist nicht intuitiv, was damit zusammenhängt, dass die DATEV die Arbeitsweise, die man aus der Wirtschaftsberatung kannte, ebenfalls einfach über Bord gekippt hat. Schnittstelle zu Kanzlei-Rewe? Fehlanzeige. Stattdessen muss man umständlich Daten ex- und importieren. Selbst wenn man das mit Blick auf die Problematik des Datentransports aus der lokalen Datenhaltung in die Wolke akzeptiert, bleibt die Anwendung intransparent und unübersichtlich.

Der Liquiditätsmonitor ist so unhandlich wie die Vorgängerversion Liquiditätsvorschau. Auch in der neuen Onlineversion schafft es die DATEV noch nicht einmal die USt-VZ für kommende Monate zu errechnen.

 

Alles Beobachtungen eines ermüdeten Praktikers, der nicht mehr bereit ist, Versprechen mitzutragen, die im Alltag nicht eingelöst werden. Nach meinem eigenen Kenntnisstand. Ich lasse mich - liebend - gerne eines besseren belehren.

 

 

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
steuerbär
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Ich hätte es nicht besser schreiben können ...

 

Genau da drückt der Schuh.

 

Und es wäre schön, wenn die DATEV sich auch einmal in irgendeiner Art und Weise zu unseren Sorgen äußern würde, aber ohne dem üblichen DATEV-speech.

heitschmidt
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@steuerbär 

 

Sie haben dieses Thema - dankenswert - angeschoben. Alle Poster (😊) geben sich Mühe, die Facetten zu beleuchten. Aber es ist letztlich vergebliche Liebesmüh' und frustrierend.

 

Es gibt eigentlich keine Plattform (mehr - IDEA RIP) - und die community taugt dazu ja auch nicht - um mit der DATEV eine sinnvolle Diskussion zu führen. Die einzige Reaktion der DATEV auf alle Beiträge in diesem Thema, war, dass @Dirk_Jendritzki Ihren Startbeitrag in freie Themen verschoben hat. 

 

Ich finde das witzig. (Das ist immer noch besser, als über den Gesamtzustand zu weinen.)

 

Der Nutzer - und bitte, man merke auf, das ist der Genosse, also derjenige der den Vorstand bezahlt - kann faktisch nur zuschauen und muss mit vollendeten Tatsachen zurechtkommen. Die glattgebügelten Verlautbarungen im Magazin oder auf der Homepage sind nach den Nutzererfahrungen nichts anderes als politische Nebelkerzen. Die DATEV verliert allmählich den Charakter der Genossenschaft, wenn man es an § 1 GenG  misst. Die Förderung des gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs gerät in Gefahr, wenn funktionierende Elemente der Förderung (Software) durch nicht oder zumindest unzureichend funktionierende (Cloudlösungen) ersetzt werden. Ok, es mag stimmen, das die Transformation eine Mammutaufgabe ist. Mein Mitleid hält sich aber in Grenzen. Ich - und das soll jetzt einmal ein pars pro toto für alle Nutzer sein - wurde nicht gefragt, ob ich das will. Mir wurde auch nicht erklärt, warum das "alternativlos" (Prof. Bär) sein soll. Ich bin unschuldig ahnungslos. Und nicht "die DATEV", sondern ganz konkret irgendwer bei der DATEV hat entschieden, dass transformiert werden muss. Diese Person steht den Genossen gegenüber in der Pflicht, die Ärmel hochzukrempeln und dafür zu sorgen, dass alles mindestens so funktioniert wie vor der Transformation. Sieht es im Moment danach aus, dass das gelingt?

 

Ich habe einen Verdacht; aber jeder möge sich seine eigene Meinung bilden.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
f_mayer
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Wiederum aber frage ich mich, was ist mit den genossen los? Ich habe den Verdacht, dass viele Genossen zwar über die Entscheidungen der DATEV schimpfen, aber weder an den Genossenschaftsversammlungen (ich nehme an, dass es so etwas gibt?) teilnehmen noch Vertreter schicken (ist letzteres überhaupt erlaubt?).

 

Wenn die Eigentümer sich nicht um was letztendendes ihr Laden ist kümmern sind sie irgendwann mal selber Schuld, meine Meinung.

heitschmidt
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@f_mayer 

 

Diese Sicht ist naheliegend. Und - Asche über mein Haupt - ich habe noch nie an einer offiziellen Veranstaltung teilgenommen, also Mitgliederversammlung o.ä.

 

Es gibt dafür auch Gründe, die vor allem in der Arbeitsbelastung liegen. Ob das auch eine Entschuldigung ist, sei dahingestellt. Ich habe auch schon dargelegt, dass ich die gewählten Vertreter bewundere, weil sie zum normalen Arbeitsalltag auch noch die Zeit für Gremienarbeit finden müssen. Chapeau...

 

Aber darauf ziele ich auch nicht. Einmal - und nur dieses Mal - hatte ich als Anwender von EO-Comfort eine Einladung der DATEV nach Nürnberg bekommen. Es ging um ganz konkrete Anwendungsfragen im Programm. Die Mitarbeiter der DATEV hatten geplante Änderungen vorgestellt und nach der Meinung der Teilnehmer dazu gefragt. Das war konkrete Entwicklungsarbeit, in die Anwender eingebunden wurden. Und das war ein anderes Format als mit den Piloten. Ich habe keine Kenntnis, ob dieses Format immer noch existiert.

 

Das ist auch egal. Es zeigt jedenfalls: "Wo eine Wille ist, ist auch ein Weg"! Wenn die DATEV wollte, könnte sie auch für die Transformation Formate finden, mit denen unmittelbarer Austausch möglich wird. Ich habe keine Kenntnis davon, dass solche oder auch nur ein solches Format existiert. Vielleicht - oder auch sehr wahrscheinlich - geht viel an mir vorbei. Aber nach dem, was dem Anwender vor die Füße gekippt wird, habe ich Zweifel hinsichtlich des Austausches zwischen DATEV und Anwendern. Vielleicht weiß @RAHagena da mehr zu berichten.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
Steuerberater_DO
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Nachricht 106 von 488
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"Wiederum aber frage ich mich, was ist mit den genossen los? Ich habe den Verdacht, dass viele Genossen zwar über die Entscheidungen der DATEV schimpfen, aber weder an den Genossenschaftsversammlungen (ich nehme an, dass es so etwas gibt?) teilnehmen noch Vertreter schicken (ist letzteres überhaupt erlaubt?)."

 

Nur als Gedankenanstoß: Vielleicht nehmen viele Genossen die "Probleme" gar nicht als solche war. Nur weil sich in Foren die immer gleichen Leute darüber aufregen, wie doof die DATEV doch ist, ist das nicht zwingend die Mehrheitsmeinung.

 

Ich habe auch Punkte, bei denen die DATEV besser werden könnte. Wenn ich mir aber andere Lösungen ansehe, dann ist die DATEV sehr gut dabei.

 

Außerdem wirft sie gerade alle Ressourcen auf die Neuentwicklung und hält die Legacy-Systeme nur am Leben. Ja, ich weiß, jetzt kommt wieder "Die Cloud-Lösungen werden eine Katastrophe werden". Außer der Meinung, dass das so sein wird, gibt es dazu auch Fakten?

steuerbär
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Eine Generalversammlung gibt es bei der DATEV leider nicht. Das wäre angesichts der Anzahl der Mitglieder wohl auch nicht praktikabel. Somit gibt es keine unmittelbare "Demokratie" und keinen Kontakt zum gemeinen Mob.

 

Die Mitwirkung beschränkt sich auch Aufsichtsrat, Vertreterversammlungen, Beirat und Vertreterrat.

 

Es gibt (oder gab) wohl schon Gremien, bei denen ausgewählte Praktiker in die Entwicklung einbezogen wurden.

 

In der Community ist aber in diversen Beiträgen zu lesen, dass diese engagierten Kollegen mangels Gehör wohl auch zunehmend resignieren.

 

Objektiv beurteilen kann ich das aber nicht. Das ist schon alles etwas nebulös. 

tu_heggi
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Dürfte die Altersstruktur der Genossen sein - was geht mich das alles fünf Jahre vorm Ruhestand noch an, sollen sich doch die jungen drum kümmern.....

 

typisch deutsches denken

 

ja, der post wird polarisieren 

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Steuerberater_DO
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Mein Mitleid hält sich aber in Grenzen. Ich - und das soll jetzt einmal ein pars pro toto für alle Nutzer sein - wurde nicht gefragt, ob ich das will. Mir wurde auch nicht erklärt, warum das "alternativlos" (Prof. Bär) sein soll.

 


Wenn man jeden fragen würde, würde nie etwas passieren. Das Problem der DATEV als Marktführer ist schlicht, dass es genug Kanzleien gibt, die, würde man sie fragen, gar keine Veränderung wollen (KI ist böse, Digitalisierung klappt nicht, Pendelordner ist top). Auf der anderen Seite gibt es Kanzleien, denen die Digitalisierung bei der DATEV zu langsam geht.

 

Also muss der Vorstand eine Entscheidung treffen. Das hat er getan. Im Sinne der Genossen. Völlig wertfrei: Wenn jemand meint, die Entscheidung sei falsch, kann er jederzeit zu einem Wettbewerber wechseln. 

 

Die bloße Mitgliedschaft in einer Genossenschaft vermittelt eben nicht das Recht, dass alles so getan wird, wie man das selbst gerne hätte.

heitschmidt
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@Steuerberater_DO 

Ich glaube, wir reden an dieser Stelle ein Stück weit aneinander vorbei.

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, dass jede Entscheidung basisdemokratisch getroffen werden müsste. Natürlich muss der Vorstand entscheiden, und natürlich wird man es nie allen recht machen. Das stelle ich nicht in Abrede.

Was ich kritisiere, ist etwas anderes: der Mangel an nachvollziehbarem, ernsthaftem Austausch bei einer Transformation dieser Größenordnung. Ich habe selbst erlebt, dass DATEV dazu in der Lage ist.  Das war kein Pilotprojekt, kein Marketing, sondern echte Einbindung von Anwendern. Es ging also.

Wenn solche Formate heute nicht oder kaum wahrnehmbar existieren, dann ist das keine Frage von „man kann es nicht allen recht machen“, sondern von Prioritäten. Zwischen „alle fragen“ und „gar nicht erklären“ gibt es viele Abstufungen.

Der Hinweis, man könne ja jederzeit zu einem Wettbewerber wechseln, greift für mich ebenfalls zu kurz. Die Bindung an DATEV ist für viele Kanzleien historisch, technisch und organisatorisch enorm. Das ist faktisch keine einfache Wahlfreiheit. Gerade deshalb sind Transparenz, Begründung und Austausch keine Nettigkeit, sondern Teil der Verantwortung einer Genossenschaft.

Mitgliedschaft bedeutet sicher nicht, dass alles nach persönlichem Wunsch läuft. Sie bedeutet aber sehr wohl, dass grundlegende strategische Entscheidungen erklärt und diskutierbar gemacht werden. Genau darum ging es mir in meinem Beitrag.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
Interceptor
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Ich sehe keinerlei Unterschied als Genosse bei meiner Genossenschaftsbank! Da zählt der Genosse nichts.

 

mfg

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heitschmidt
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@Interceptor 

 

Dann lassen Sie mich dazu doch eine einfache Frage stellen: Wie stark greift Ihre Genossenschaftsbank in Ihren Berufsalltag ein?

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
Interceptor
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Natürlich nicht.

Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es auch bei anderen Genossenschaften genau gleich läuft: Friss oder stirb - die Entscheidungen werden von oben getroffen.

 

mfg

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Steuerberater_DO
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Ein bekannter Steuerberater ist in einem Pilotierungsprojekt für die "neue" Welt. Der berichtet davon nur Gutes. Das ist aber nur Hörensagen. Ein Austausch findet statt, aber eben nur mit ausgewählten Kanzleien. Das kann ich auch nachvollziehen: Wenn man einen repräsentativen Querschnitt nimmt, passiert gar nichts. Also muss man Kanzleien nehmen, die digital sehr affin sind.

 

Ich denke, dass die DATEV weiß, welche (auch volkswirtschaftliche) Verantwortung sie hat. Das ist etwas anderes, als für ein Nice-to-Have-Produkt mal eben ein MVP auf den Markt zu werfen. Wird das alles von Anfang an funktionieren? Nein, natürlich nicht.

 

Warum man aber wegen Abhängigkeiten nicht den Anbieter wechseln können soll, verstehe ich wirklich nicht. Wenn ich im Kernbereich meines Business einen Anbieter habe, mit dessen Geschäftspolitik ich überhaupt nicht einverstanden bin UND bei dem ich überzeugt bin, dass er das Projekt Transformation gegen die Wand fährt, MUSS ich mich als Unternehmer doch von diesem Anbieter lösen.

 

Der Wechsel zu einem Wettbewerber wird von denen doch so einfach wie möglich gestaltet.

 

Der Wechsel in die Cloud bei der DATEV kommt einem solchen Wechsel doch ohnehin gleich:

- Vorarbeiten für die Datenmigration

- Einarbeitungszeit für neue Programme

- Unvermeidliches "Ruckeln" nach dem Wechsel

 

Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum sich Leute über Seiten in den Foren darüber aufregen, wie "doof" die DATEV doch ist. Statt dafür Zeit zu verwenden, würde ich diese Seite doch in den Wechsel investieren.

 

 

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einmalnoch
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@Interceptor  schrieb:

Natürlich nicht.

Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es auch bei anderen Genossenschaften genau gleich läuft: Friss oder stirb - die Entscheidungen werden von oben getroffen.

 

mfg


Auch wenn das so etwas von off topic ist, die wirtschaftliche Lage vieler Genossenschaftsbanken führt zu reichlich Zwansfusionen. Schon seit 30 Jahren und kein Ende abzusehen. Meist war der Grund eine etwas überhebliche Geschäftsführung. Also stirb. Und genau das können wir uns eigentlich nicht leisten.

„Einen guten Ruf erwirbt man sich nicht mit Dingen, die man erst machen will.“ - Henry Ford
cwes
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@Steuerberater_DO  schrieb:

"Die Cloud-Lösungen werden eine Katastrophe werden". Außer der Meinung, dass das so sein wird, gibt es dazu auch Fakten?


Gegenfrage: welche der aktuell schon nutzbaren Cloud-Lösungen ist keine Katastrophe?

Steuerberater_DO
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@heitschmidt  schrieb:

@Interceptor 

 

Dann lassen Sie mich dazu doch eine einfache Frage stellen: Wie stark greift Ihre Genossenschaftsbank in Ihren Berufsalltag ein?


Wenn Sie Landwirte in Ihrem Bekanntenkreis haben, fragen Sie die mal, wie stark deren Genossenschaften in deren Berufsalltag eingreifen.

 

Ob die DATEV eine eG oder eine AG ist, ist nur eine historische Frage. Bei der Größe der DATEV ist der Genossenschaftsgedanke meiner Meinung nach gar nicht mehr relevant. Mit Ausnahme der Tatsache, dass es keinen Exit an "Berufsfremde" geben kann.

 

Dafür zahlen wir aber die Benefits der Mitarbeiter :-). Eine Bekannte sagte dazu mal: "Das wir keine goldenen Wasserhähne haben, wundert mich. Ihr würdet doch auch das bezahlen."

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einmalnoch
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@Steuerberater_DO  schrieb:

 

 

Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum sich Leute über Seiten in den Foren darüber aufregen, wie "doof" die DATEV doch ist. Statt dafür Zeit zu verwenden, würde ich diese Seite doch in den Wechsel investieren.

 

 


Wenn man denn eine verlässliche Roadmap hätte könnte man den Wechsel planen. Ein Plan, der täglich geändert wird, ist planlosigkeit. Und mit der setze ich mich erst auseinander, wenn die Anwendung vollständig stabil meine Anforderungen erfüllt. Für alles, was darunter liegt, müssen Alternativen als Backup gesucht werden.

„Einen guten Ruf erwirbt man sich nicht mit Dingen, die man erst machen will.“ - Henry Ford
Steuerberater_DO
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Wenn man denn eine verlässliche Roadmap hätte könnte man den Wechsel planen. Ein Plan, der täglich geändert wird, ist planlosigkeit. Und mit der setze ich mich erst auseinander, wenn die Anwendung vollständig stabil meine Anforderungen erfüllt. Für alles, was darunter liegt, müssen Alternativen als Backup gesucht werden.


Wieso interessiert Sie, welche Roadmap die DATEV hat, wenn Sie wechseln wollen?

 

Es kann Ihnen doch egal sein, wie die Roadmap aussieht, wenn sie zu einem Wettbewerber gehen. Dann müssen Sie doch nur wissen, wie lange die Legacy-Systeme noch laufen.

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heitschmidt
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Pilotierungsprojekte sind wichtig und notwendig. Ohne sie kann man neue Systeme nicht sinnvoll entwickeln. Und die Kanzleien, die daran teilnehmen, verdienen Respekt: Sie investieren Zeit, liefern Feedback und tun das im Grunde ehrenamtlich.

Der entscheidende Punkt ist aber: Piloten sind kein Ersatz für Repräsentativität. Sie zeigen, dass etwas unter günstigen Rahmenbedingungen funktionieren kann. Sie sagen noch nichts darüber aus, wie sich eine Lösung im breiten Kanzleialltag bewährt, mit normalen Ressourcen, Zeitdruck und ohne besondere Betreuung.

Problematisch wird es dann, wenn positive Erfahrungen aus Pilotgruppen als Beleg für allgemeine Reife herangezogen werden, während in der Fläche deutlich andere Erfahrungen gemacht werden. Genau hier entsteht die Lücke zwischen Entwicklungsrealität und Betriebsrealität.

Der Verweis auf „man könne ja wechseln“ greift in diesem Zusammenhang ebenfalls zu kurz. Ein Wechsel im Kernsystem einer Kanzlei ist kein normaler Marktentscheid, sondern ein massiver organisatorischer und wirtschaftlicher Eingriff. Gerade deshalb ist es legitim, früh und deutlich auf Defizite hinzuweisen, statt sie erst nach einem verpflichtenden Umstieg sichtbar werden zu lassen.

Kritik aus der Fläche ist daher kein Störgeräusch, sondern ein notwendiges Korrektiv – ergänzend zu Piloten, nicht gegen sie.

"Wehret den Anfängen!" Das wird heute leider oft vergessen.
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letzte Antwort am 06.05.2026 10:54:51 von heitschmidt
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