Im letzten IT-Club wurde angesprochen, dass das DATEV-Konto perspektivisch die bisherigen Herausforderungen rund um die SmartLogins lösen soll. Dazu hätte ich gerne eine Einschätzung, ab wann ungefähr damit zu rechnen ist, dass man sich auch in der MyDATEV App mit dem DATEV-Konto anmelden kann. Falls diese Möglichkeit derzeit noch nicht unterstützt wird, wäre es aus meiner Sicht hilfreich, die entsprechende Option in der App entweder auszublenden oder eindeutig als noch nicht verfügbar zu kennzeichnen. Eine nicht funktionierende Anmeldemöglichkeit sorgt insbesondere beim ersten Einstieg für unnötige Irritationen. Interessant war in diesem Zusammenhang auch die Situation zu Beginn der App. Damals konnte man sich aufgrund eines Fehlers beziehungsweise einer noch nicht abgeschotteten Berechtigungslogik auch als Kanzlei anmelden. Nach der Anmeldung wurde nicht nur eine reduzierte mobile Anwendung angezeigt, sondern im Wesentlichen die bekannte MyDATEV Webanwendung mit ihrem umfassenden Funktionsumfang, unter anderem mit der KI-Werkstatt und DATEV Belege online etc. Das hat aus meiner Sicht gezeigt, dass die App möglicherweise von Anfang an als zentraler Zugang zu den verschiedenen MyDATEV-Funktionen gedacht werden könnte. Vor diesem Hintergrund wäre es interessant zu erfahren, ob perspektivisch tatsächlich eine solche umfassende Nutzung vorgesehen ist oder ob die App dauerhaft nur einzelne, speziell mobile Funktionen abbilden soll. Für die weitere Entwicklung würden wir aus Kanzleisicht zunächst den zuverlässigen Zugang mit dem DATEV-Konto priorisieren. Danach sollten Meine Steuern in der App vollständig ausgebaut, die verfügbaren steuerlichen Daten angezeigt sowie Freigaben und Bestätigungen von Steuererklärungen direkt über die App ermöglicht werden. Eine klare Aufgaben- und Statusübersicht, Push-Benachrichtigungen und eine eng mit den jeweiligen Vorgängen verknüpfte Kommunikation mit der Kanzlei wären aus unserer Sicht die sinnvollsten nächsten Ergänzungen. Gleichzeitig entsteht derzeit der Eindruck, dass bereits sehr viele weitere Funktionen und Anwendungen in der Pipeline sind, während Anwender regelmäßig mit Störungen, Einschränkungen und nicht vollständig ausgereiften Abläufen konfrontiert werden. Beispiele hierfür sind aus unserer Sicht das Frühwarnsystem, die Berichtsschreibung und die Anwendung zu Steuervorauszahlungen. Anwendungen gibt es inzwischen in großer Hülle und Fülle. Entscheidend ist jedoch, dass ein Release erst dann als abgeschlossen betrachtet wird, wenn die wesentlichen Anwendungsfälle zuverlässig funktionieren und die angekündigten Erweiterungen zeitnah nachgeliefert werden. Bei den Steuervorauszahlungen wurde die Anwendung beispielsweise bereits im ersten Halbjahr 2025 veröffentlicht beziehungsweise pilotiert. Bis heute sind jedoch offenbar noch nicht alle relevanten Unternehmensformen verfügbar. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass zwischen dem Start einer Anwendung und einem wirklich vollständigen, praxistauglichen Produkt ein erheblicher Unterschied liegen kann. Aus Kanzleisicht wäre es daher wünschenswert, die Entwicklung stärker nach dem Prinzip „erst stabil und vollständig, dann erweitert“ zu priorisieren. Gerade in der Steuerberatung führen unausgereifte Funktionen nicht nur zu Komforteinbußen, sondern zu zusätzlichem Prüfaufwand, Rückfragen und manuellen Ersatzprozessen. Neue Anwendungen sind grundsätzlich zu begrüßen. Sie sollten jedoch erst dann breit ausgerollt und als fertige Lösung wahrgenommen werden, wenn die Kernfunktionen belastbar sind, bekannte Einschränkungen transparent kommuniziert werden und eine realistische Roadmap für die noch fehlenden Funktionen besteht. Unabhängig davon möchte ich ausdrücklich loben, was mit der App bereits geschaffen wurde. Die Umsetzung ist aus meiner Sicht ein guter und richtiger Weg. Gerade deshalb sollte DATEV darauf achten, nicht möglichst schnell eine große Zahl an Funktionen bereitzustellen, wenn der grundlegende Einstieg noch nicht vollständig rund läuft. Aus den On-Premise-Lösungen kennt man den Ansatz, möglichst rasch viele Funktionen abzudecken. Bei einer mobilen Anwendung wäre es aus meiner Sicht wichtiger, zunächst die zentralen Abläufe stabil, verständlich und möglichst reibungslos umzusetzen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Freigabe und anschließende direkte Übermittlung der Steuererklärung. Über Freizeichnung online können Steuererklärungen bereits durch den Mandanten freigegeben werden. Daher ist nur schwer nachvollziehbar, weshalb anschließend noch eine manuelle Übermittlung durch die Kanzlei erforderlich sein soll. Wenn eine verzögerte Übermittlung in den Cloud-Lösungen künftig nicht mehr vorgesehen ist, führt die derzeitige Trennung zwischen On-Premise- und Cloud-Prozessen zu zusätzlichen Problemen, insbesondere wenn die EÜR entweder manuell verzögert oder unmittelbar übermittelt werden muss. Wenn Anmeldung, Aufgaben, Dokumente, Kommunikation und Freigaben zuverlässig zusammenspielen, entsteht aus meiner Sicht die Grundlage, auf der weitere Funktionen sinnvoll und nachhaltig aufgebaut werden können. Ich freue mich auf eine Einschätzung zur weiteren Planung des DATEV-Kontos als Anmeldemöglichkeit in der App sowie zum vorgesehenen Zielbild für den Funktionsumfang. Mein aktuellster Störfaktor sind die ewigen Ladezeiten vom MyDATEV Portal, Funktionseinschränkungen zwischen Google Chrome und MS Edge und die folgende auffällige Kennzahl als dem Frühwarnsystem.
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