Hier das nächste Problem für das RP: Der von dieser Behörde verwendete Algorithmus zur Feststellung und Bezifferung sog. Liquiditätsengpasses ist dazu gar nicht geeignet (!): Das RP addiert bekanntlich die Einnahmen während des "Betrachtungszeitraums" mit dem positiven Kontostand bei Antragstellung und subtrahiert davon die Ausgaben innerhalb des "Betrachtungszeitraums". Das führt jedoch zu falschen Ergebnissen: Zwei Beispiele dazu: 1. Beispiel: Die Einnahmen im März betragen € 8.000,-, die Ausgaben auch € 5.000,-. Antrag wird am 31.03. gestellt. Kontostand sei zu diesem Zeitpunkt € 1.000,-. Im April dann Einnahmen = 3000,- Ausgaben = 10.0000,- .Damit ist eigentlich klar: Im April tritt ein "Liquiditätsengpass" von € 6.000,- auf. Im Mai hat das Unternehmen dann Einnahmen = € 40.000,- und Ausgaben = € 5.000,- Nach dem Algorithmus des RP ergibt sich folgendes: 8000-5000+1000+3000-10000+40000-5000= +€32.000. Also überhaupt kein Liquiditätsengpass sondern alles zurückzahlen, obwohl das Unternehmen im April illiquide im Sinne und Wortlaut der Förderrichtlinie war. 2. Beispiel: Einnahmen im März 100.000,- Ausgaben = 1.000,- ;Antragstellung am 31.03.; Kontostand zu diesem Zeitpunkt: 105.000,- ; Ausgaben im April = € 150.000,- Einnahmen 5.000,- ; im Mai/Juni keine Einnahmen/Ausgaben. Auch dieses Unternehmen war im April mit € 40.000,- "unter Wasser". Nach dem Algorithmus des RP ergibt sich folgendes: 100.000-1.000+105.000-150.000+5.000 = +€59.000. Also überhaupt kein Liquiditätsengpass sondern alles zurückzahlen, obwohl auch dieses Unternehmen im April illiquide war. Befasst man sich etwas näher mit dem Algorithmus des RP, so stellt man fest, daß dieser nur in seltenen Fällen überhaupt ein richtiges Ergebnis liefert, nämlich nur dann, wenn der Liquiditätsengpass am letzten Tag des Betrachtungszeitraums auftritt oder danach überhaupt keine Differenz aus Ausgaben und Einnahmen auftritt.
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