Ich habe die Betreuung einer Buchhaltung übernommen, die in den letzten 14 Monaten von 4 Personen gebucht wurde. Die letzten 2 sind nicht mehr in unserer Kanzlei und die Kollegin in meinem Team ist genauso verzweifelt, wie ich. Die Mandantin wurde bis 2024 von einem anderen Steuerberater betreut. Gewinnermittlungsart ist Bilanz nach 5-1; Alle Umsätze sind zum Regelsteuersatz bei Istversteuerung zu versteuern. Was auch immer zuvor als Umsatz, Anzahlung oder Verrechnungkonto Anzahlung erfasst wird macht in der Umsatzsteuer nichts aus und bei der Bankzahlung (95% Überweiser) kommt es automatisch zu Umsatzsteuer. Die Dame rechnet nun schon seit über 30 Jahren Beratungsleistungen ab. Die meisten Sachverhalten sind mit einem Vorschuss abgegolten; der gemäß ihrer Gebührenverordnung verlangt werden darf, wenn sich ein Sachverhalt länger als 3 Monate hinzieht. In ihrem Beratungsbereich ist das fast immer der Fall. Sie erstellt nur ein Dokument 'Schlussrechnung' wenn nach so einem Vorschuss wirklich eine Differenz raus kommt am Ende. Die Kunden sind 100 % Privatpersonen da sich die Beratung zu 100% auf einen privaten Sachverhalt natürlicher Personen bezieht. Die Mandantin hat in den Letzten Jahren immer mit den Bilanzunterlagen eine Liste von Ratenzahlern und offenen Posten eingereicht. Nur diese wurden auf den entsprechenden Konten gebucht, damit die Bilanzausweise von Forderung aus LuL und Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen dann korrekt sind. Da Sie seit über 10 Jahren das ganze als 1-Frau-Show betreibt sind das auch nicht allzu viele Buchungen, die im Mandantenübertrag Rechnungswesen der Vorjahre zu erkennen sind. Mit dem Jahr 2025 wurde 'Anzahlungen' eingerichtet, da die Mandantin Vorschüsse auf Beratungsleistungen berechnet hat. Bis Juni wurde für jede Abschlagsrechnung ein Auftrag angelegt. Die wenigen Schlussrechnungen wurden korrekt abgewickelt und auch Ratenzahlungen wurden korrekt erfasst. Nur glichen sich viele erhaltenen Anzahlungen eben nicht aus. Dann wurde mehrere Monate chaotisch gebucht. Mal Erlöse; mal Verrechnungskonto Anzahlungen und ohne Nutzung der Automatischen Anzahlungsbuchungen. Mal wurde bei einer Schlussrechnung manuell gegen Anzahlungen ausgeglichen; mal wurde einfach nur der Restbetrag als Erlös erfasst; einmal sogar gegen Verrechnungskonto Anzahlungen. Dann kam die nächste Person und hat super viel storniert und wieder neu gebucht. Das muss der erste Versuch gewesen sein, jetzt einfach alles gegen Erlöse zu erfassen; da scheinbar das Thema Anzahlungen nicht durchdrungen und der Anzahlungsassistent nicht bekannt war. Was ich jetzt mit der Kollegin gemacht habe war erstmal das Jahr 2026 sichern und dann über den Bestandsmanager löschen um in 2025 klar Schiff zu machen. Wir haben soweit es geht alle Buchungen unter Verwendung des Assistenten erfasst; da es nunmal so urprünglich angelegt war. Von der Mandantin haben wir für das Jahr 2025 eine Komplettliste mit Ihren Aufträgen erhalten und können nun sehen, für welche Vorschussrechnungen die Leistung in 2025 erfolgt ist und es auch keine Schlussrechnung mehr gibt. Wie löst man jetzt elegant den Knoten? S ollen die ursprünglichen Vorschussrechnungen storniert und gegen Erlöse erfasst werden? Oder soll als Jahresabschluss-Umbuchung - manuell von Erhaltene Anzahlungen auf Erlöse umgebucht werden? Und: es wurden jetzt etwa 80 Aufträge angelegt; zu jedem Beratungsfall ein Auftrag. Kann man die irgendwie löschen oder erledigen? Ich kann sie mir scheinbar nur anzeigen lassen und auch wenn alle Rechnungen und Zahlungen nach DATEV-Anleitung mit dem Assistenten gebucht wurden und der Auftrag am Ende auf 0 Euro ausgeglichen ist, kann ich ihn nicht ausfiltern. Oder lassen die sich ausziffern und ich habe das nur noch nicht gefunden? Oder löschen? Kann im Jahreswechsel das Modul wieder 'abgeschaltet' werden oder sind diese Leichen dann in Zukunft immer da? Ich habe den Assistenten bisher nur bei Baumandaten verwendet und da war er dann schon eingerichtet daher musste ich mich mit den Tiefen des Programms nie befassen. Die Kollegin und ich würden gerne wieder zu dem Modus des Vorberaters zurück kehren. Also Rechnungen als Erlöse buchen und nur in der Bilanz dann anhand der Auskünfte der Mandantin Anzahlungen und ggf. Teilberatungsleistungen erfassen. Es wäre schön, wenn man dann die Wahl hätte speziell für diese tatsächlichen Vorschüsse und Anzahlungen dann den Anzahlungsassistenten zu verwenden aber so wie er aktuell aussieht ist er einfach nicht zu gebrauchen.
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