Hallo Alper/Hallo Herr Aslan, wir hatten uns bereits am Barcamp letzten Jahres unterhalten und waren beim Du, daher bin ich mir nicht sicher, wie wir das hier am besten handhaben. Ich freue mich, dass Sie sich hier einbringen und weiterhin den Kurs verfolgen den Sie schon damals gegangen sind. Bleiben Sie weiter dran, es braucht Zeit bis die Änderungen sichtbar werden. Auch dass Sie sich die Zeit nehmen sich zu einzelnen Kommentaren zu äußern, nehme ich sehr positiv auf. Allerdings sehe ich leider immer noch die falsche Herangehensweise: Eine Anforderung entsteht, wenn der „typische Anwender“ auch diesen Wunsch hat oder das gleiche Problem sieht. Sie können in meinem Ausgangsbeitrag nachvollziehen, wie unsere Testgüte-Kriterien sind. Mit deren Hilfe befragen wir oder beobachten mehrere repräsentative (typische) Anwender. Und wenn sich ein Wunsch dadurch erhärtet, dann wird daraus eine Anforderung. Und wenn nicht dann bleibt es ein (Einzel-)Wunsch (der manchmal trotzdem super sinnvoll sein kann und umgesetzt wird falls es sich mit anderen Vorhaben kombinieren lässt). Ich möchte Sie und die Datev eindringlich bitten, von dem "typischen Anwender" abstand zu nehmen und sich den Power-Usern zuzuwenden. Schließlich wollen wir konkurrenzfähig bleiben und neue Programme/Funktionen nutzen können die unsere Arbeit erleichtern. Wie es sich entwickelt wenn man sich nach der Mehrheit richtet sieht man an diversen Auswertungen, z.B. dass eine geringe Anzahl an Mitgliedern den Großteil der Unternehmen-online-Buchhaltungen führt, sprich hier viele noch nicht auf Unternehmen online setzen. Ein weitreres Beispiel: Bei der private Vermögens- und Finanzanalyse hätten wir uns noch ein paar Funktionen gewünscht, unter Anderem eine gut funktionierende Schnittstelle zu Powerpoint, da sich zwar eine Präsentation im Datev-Programm erstellen lässt, diese aber nicht richtig in PowerPoint übertragen und bearbeitet werden kann. Wir hatten diese Anregung an Datev weitergegeben. Seitens Datev hieß es, dass der Wunsch zwar aufgenommen aber voraussichtlich nie umgesetzt wird, da das Programm aufgrund geringer Nutzerzahlen nicht weiterentwickelt wird. Ich verstehe die Argumentation, es war weder Rewe, Unternehmen online noch Einkommensteuer, die aktuell im Fokus stehen und somit Prio 1 haben. Aber vielleicht wird das Programm schlicht nicht genutzt, weil Funktionen und Schnittstellen fehlen. Ein Teufelskreis, da wir das Programm mit dem bisherigen Stand nicht nutzen können und daher in Zukunft auch nicht weiter nutzen werden, obwohl ein Bedarf vorhanden wäre. Wenn ich das vom Barcamp letztes Jahr korrekt rekapituliere hieß es dort, dass sich die Datev bisher immer an der Mehrheit der Mitglieder orientiert hatte,aber man langsam umdenkt und dies ändern möchte. Dieses Umdenken meiner Meinung nach auch dringend notwendig. Denn wir wären mit den Datev-Programmen schon viel weiter, wenn die Mehrheit der "typischen Anwender" schon so digital denken und arbeiten würden wie es manche Mitglieder der Community tun... Daher vertrete ich nach wie vor die Ansicht, dass die Datev sich eher an den Power-Usern orientieren sollte, die neue Ideen mit einbringen und das Programm in großem Umfang mit vielen Funktionen nutzen (soweit dies im Programm selbst möglich ist und man sich keine Hilfskrücken basteln muss um ans Ziel zu kommen). Verstehen Sie mich nicht falsch, nicht jede individuelle Vorstellung muss auch direkt in das Programm einfließen, aber der "typische Anwender" kann aus den Funktionen und Änderungen profitieren die die Datev dank den Power-Usern entwickelt hat und seine eigenen Ideen hier in die Community hineintragen und sich mit Anderen darüber austauschen im Gegensatz zur "Einbahnstraße PSI" über Telefon/SK, der am Ende bei der Datev in der "Schattendatenbank" verschwindet und dem Gefühl nach untergeht. So kann sich der "typische Programmnutzer" selbst aktiv an den Programmänderungen beteiligen. Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich bin selbst absoluter Power-Social-Media-User. Und als solcher weiß ich, dass wir, die sehr aktiv sind, eher untypisch sind und ca. 3 bis max. 10% der Gesamtheit ausmachen. Es ist ein Irrglaube, dass Wünsche aus der Community - nur weil sie sehr laut sind - ggü. anderen Anforderungen Priorität haben. Es geht hier doch gar nicht um eine besondere Priorisierung der Anregungen aus der Community im Vergleich zu anderen Wegen. Aber gerade die Aktiven 3-10% sind diejenigen, die das Programm voranbringen, selbst wenn diese für die Datev "untypisch" sind. Stand Barcamp 2017 waren es über 1 Mio "PSI" über dutzende Kanäle. Da fragt man sich als Anwender nach dem Sinn: Muss die Datev denn auf sämtlichen Plattformen überall PSIs aufnehmen oder könnte man das nicht sinnvoller Bündeln indem man es auf Datev-eigene Kanäle eingrenzen (per Telefon, per Email, per Servicekontakt und über die Datev-Community)? Wenn Anwender ein Problem oder eine Anregung haben wissen sie, dass sie hier entweder eine Lösung oder weitere Nutzer die ein ähnliches Problem haben und man sich darüber austauschen kann. Dann sieht die Datev, dass das Thema mehrere Nutzer betrifft und hier handlungsbedarf besteht. Eine Win-Win-Situation: Der Nutzer hat eine direkte Rückmeldung seitens der Datev und sieht, dass das Problem angegangen wird; die Datev widerum kann sich direkt Feedback holen und benötigt keine teuren Umfragen oder andere Mittel zum Kundeneinbezug. Eventuell war ja schon eine machbare Lösung unter den Vorschlägen, dann braucht man nicht das Rad neu erfinden. Ich hoffe, ich treffe Sie dieses Jahr wieder auf dem Barcamp an und bin gespannt was sich zwischenzeitlich getan hat und was Sie für Neuigkeiten für uns bereithalten. VIele Grüße Marc Brost
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