Hallo DATEV,
immer wenn ich Gebührenrechnungen schreibe, schäme ich mich für das Rechnungsformular, welches unsere Mandanten als „Sichtexemplar“ erhalten. Von den Absenderangaben in der E-Mail einmal abgesehen, die ebenfalls nicht optimal dargestellt werden. Warum muss der EDV-Anbieter in den Absenderangaben stehen? Das gibt es bei keiner anderen Software. Oder? Bei anderen Anbietern steht dort etwa: Müller EDV [email protected]?
Zum Thema:
Das Rechnungsformular sieht aus, als wäre es von einer Behörde erstellt worden. Okay, der Vergleich trifft es ganz gut.
„Die in Ihrem Auftrag erbrachten Leistungen werden vereinbarungsgemäß wie folgt abgerechnet.“
Als Dienstleister formuliere ich es auf den Nicht-E-Rechnungen freundlicher und serviceorientierter.
„Bitte begleichen Sie den Rechnungsbetrag von x EUR.”
Auch hier zeigt sich ein gewisser Befehlston. Das geht sicher freundlicher, zum Beispiel mit dem Hinweis, auf welche Bankverbindung die Zahlung erfolgen soll.
Die Darstellung der Bankverbindungen ist verbesserungswürdig. Weitere Banken können nur durch Zusatzangaben mit unterschiedlicher Schriftgröße dargestellt werden.
Sicher gibt es noch weitere Verbesserungsvorschläge, die die Kollegen anführen könnten.
Also, liebe DATEV: Sind Änderungen geplant? Oder gibt es wieder die vielen Kollegen, die ihr ins Feld führt und die das Rechnungsformular toll finden und keine Änderung wollen?
Gruß
Martin Heim
Auch wenn ich mir möglicherweise nun Ihren Unmut zuziehe:
Ich sehe tatsächlich nicht warum die DATEV Entwicklungskapazitäten in eine Sache stecken sollte, die ein "Abfallprodukt" darstellt. Das Format der e-Rechnung ist vorgegeben, der Sichtkomponente wird/soll keine Aussage-/Beweiskraft mehr zugerechnet werden und ich finde die Darstellung durch den e-Rechnungs-Viewer ist passabel und erfüllt Sinn und Zweck durchaus gut. Er ist einfach gewöhnungsbedürftig.
Und den beiden Mandanten, die sich bei mir in der Kanzlei an der ungewohnten Formulierung gestoßen haben, habe ich freundlich lächelnd und dabei seufzend mitgeteilt: "Naja, Gesetzgeber eben. Und möchten Sie wirklich, dass ich mich intensiv mit der Optik und Formulierung der Rechnung auseinander setze und dafür Ihre Steuererklärung liegen bleibt?"
Damit war das Thema durch. 😉
Für meinen Teil sollte die DATEV die Entwicklerkapazitäten lieber in andere (wichtigere) Baustellen stecken (bspw. die Vertretungsregelung in DATEV Kommunikation).
Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.
Was meinen Sie mit:
"Warum muss der EDV-Anbieter in den Absenderangaben stehen? Das gibt es bei keiner anderen Software. Oder? Bei anderen Anbietern steht dort etwa: Müller EDV [email protected]?"
Bei uns steht da kein EDV-Anbieter und ich kann nicht nachvollziehen, was genau Sie meinen.
So sieht der Absender in der E-Mail aus.
Okay, das ist gemeint. Verstanden.
@steme schrieb:Ich sehe tatsächlich nicht warum die DATEV Entwicklungskapazitäten in eine Sache stecken sollte, die ein "Abfallprodukt" darstellt. Das Format der e-Rechnung ist vorgegeben, der Sichtkomponente wird/soll keine Aussage-/Beweiskraft mehr zugerechnet werden und ich finde die Darstellung durch den e-Rechnungs-Viewer ist passabel und erfüllt Sinn und Zweck durchaus gut.
Das Format ist rudimentär vorgegeben. Allein in Deutschland gibt es mehrere Varianten. Davon ZugFerd mit Sichtkomponente.
Sehe ich genauso.
Vor allem, wenn im Mandantenkreis viel DUO genutzt wird. Hier greift die Visualisierung der DATEV (Hierüber kann man natürlich streiten, dass es auch nicht ganz optimal ist) und der Mandant sieht das PDF/Sichtkomponente ja nicht direkt. Selbst wenn man hier die Darstellung des PDF stärker steuern könnte, haben wir ja keinen Einfluss auf die Darstellung/Visualisierung, die die Software des Mandanten vorgibt. Somit sehe ich hierdurch alleine schon keine Notwendigkeit für eine stärkere Individualisierungsmöglichkeit des PDF.
"Das Format der e-Rechnung ist vorgegeben, der Sichtkomponente wird/soll keine Aussage-/Beweiskraft mehr zugerechnet werden.."
DIe Sichtkomponente kann m.E. bei falschen oder abweichenden Angaben (materiell) zum 14c UStG führen. Daher ist die Sichtkomponente ggf. rechtlich nicht ganz "ohne"...
Das Auge isst mit. Es sollte nicht so stümperhaft aussehen.
Hallo @Neu_hier ,
ich gehe davon aus, dass die Sichtkomponente der Datev-Rechnungen in 99,9 % der Fälle der E-Rechnung entspricht. Nur weil ein geringer Anteil „falsch” sein könnte, kann die Rechnungsstellung doch nicht im irrelevanten Bereich nicht schöner geschrieben sein. Oder nicht?
Ich habe noch keinen Mandanten erlebt, der sich die E-Rechnung hinsichtlich der verwendeten Texte genau angeschaut hat. Die Sicht-PDF-Variante allerdings schon öfter.
Jeder, der schon einmal eine Monatsrechnung der Datev erhalten hat, weiß, wovon ich spreche. Es gibt sicher Kollegen, deren E-Rechnung über die DATEV-Gebühren mehr als 100 Seiten umfasst.
Gruß
Martin Heim
@tax schrieb:Das Auge isst mit. ....
Nun, aus heutiger Sicht: ja - weil wir es so seit Jahrzehnten gewohnt sind. In 5 Jahren interessiert sich wahrscheinlich keiner mehr für die Sichtkomponente. Die Daten werden digital eingespielt und verarbeitet - fertig.
Ich fand es anfänglich auch störend, habe mich aber zwischenzeitlich damit abgefunden und akzeptiere es.
mfg
@Interceptor schrieb:In 5 Jahren interessiert sich wahrscheinlich keiner mehr für die Sichtkomponente. Die Daten werden digital eingespielt und verarbeitet - fertig.
Ich hab einen Kollegen, der ist Unternehmer in Kolumbien. Der war erstaunt, als ich ihm gesagt hab, dass hier die Belege nicht sofort beim Finanzamt sind. Er verkauft einen Kaffee und das Finanzamt weiss Bescheid.
@Interceptor schrieb:
@tax schrieb:Das Auge isst mit. ....
Nun, aus heutiger Sicht: ja - weil wir es so seit Jahrzehnten gewohnt sind. In 5 Jahren interessiert sich wahrscheinlich keiner mehr für die Sichtkomponente. Die Daten werden digital eingespielt und verarbeitet - fertig.
Ich fand es anfänglich auch störend, habe mich aber zwischenzeitlich damit abgefunden und akzeptiere es.
mfg
So würde ich das nicht unterschreiben.
Ich gehe davon aus, dass der Unternehmer, der eine Rechnung erhält, diese auch prüfen möchte und sich nicht auf eine KI verässt. Die digitale Verarbeitung sollte eine Rechnungsprüfung nicht ersetzen.
Akzeptieren ist die Denkweise der DATEV und der Produktentwickler: "Die Genossen werden sich schon daran gewöhnen.... Und die paar Steuerberater, die sich beschwerden, sollen sich nicht so anstellen".
Ich bin kein IT-Mensch. Ich kann mir aber vorstellen, dass die angesprochenen Texte "einfach" zu bearbeiten sind.
(oweia, dass gibt ein sh i tstorm in der EDV).
Gruß
Martin Heim
genau das ist ja das Ziel der deutschen (europäischen) E-Rechnung.
@martin65 schrieb:genau das ist ja das Ziel der deutschen (europäischen) E-Rechnung.
Rechnungsportale darf schön jeder selber programmieren, anstatt dass es ein staatliches Portal gibt.Wird aber so nicht funktionieren. Es gibt jetzt schon keinen Standard.
@martin65 schrieb:
.... Die digitale Verarbeitung sollte eine Rechnungsprüfung nicht ersetzen....
Da bin ich absolut d´accord.
Aber die Rechnungsprüfung wird nicht mehr wie bis dato über die Sichtkomponente erfolgen sondern über die eingespielten "standardisierten" Daten in irgendeinem Verarbeitungsprogramm.
mfg
@Interceptor schrieb:Aber die Rechnungsprüfung wird nicht mehr wie bis dato über die Sichtkomponente erfolgen sondern über die eingespielten "standardisierten" Daten in irgendeinem Verarbeitungsprogramm.
Ist ja bei uns jetzt schon so. Nur dass die "Visualisierung" so schlecht ist, dass jeder auf die letzte Seite springt.
Das stimmt. 🙄
mft
Ist ja bei uns jetzt schon so. Nur dass die "Visualisierung" so schlecht ist, dass jeder auf die letzte Seite springt.
Das kann man einstellen. ICH weiß leider nicht wo.
strg+shift+ende geht auch.
@Neu_hier : Ja, natürlich, völlig richtig! Ich war gerade gedanklich ausschließlich auf der Empfängerseite und dem Vorsteuerabzug. Aber die Senderseite und die Umsatzsteuerpflicht gibt es ja auch noch. Entschuldigung dafür.
@martin65 schrieb:Ist ja bei uns jetzt schon so. Nur dass die "Visualisierung" so schlecht ist, dass jeder auf die letzte Seite springt.
Das kann man einstellen. ICH weiß leider nicht wo.
@martin65 schrieb:Hallo DATEV,
immer wenn ich Gebührenrechnungen schreibe, schäme ich mich für das Rechnungsformular, welches unsere Mandanten als „Sichtexemplar“ erhalten. Von den Absenderangaben in der E-Mail einmal abgesehen, die ebenfalls nicht optimal dargestellt werden. Warum muss der EDV-Anbieter in den Absenderangaben stehen? Das gibt es bei keiner anderen Software. Oder? Bei anderen Anbietern steht dort etwa: Müller EDV [email protected]?
Zum Thema:
Das Rechnungsformular sieht aus, als wäre es von einer Behörde erstellt worden. Okay, der Vergleich trifft es ganz gut.
„Die in Ihrem Auftrag erbrachten Leistungen werden vereinbarungsgemäß wie folgt abgerechnet.“
Als Dienstleister formuliere ich es auf den Nicht-E-Rechnungen freundlicher und serviceorientierter.
„Bitte begleichen Sie den Rechnungsbetrag von x EUR.”
Auch hier zeigt sich ein gewisser Befehlston. Das geht sicher freundlicher, zum Beispiel mit dem Hinweis, auf welche Bankverbindung die Zahlung erfolgen soll.
Die Darstellung der Bankverbindungen ist verbesserungswürdig. Weitere Banken können nur durch Zusatzangaben mit unterschiedlicher Schriftgröße dargestellt werden.
Sicher gibt es noch weitere Verbesserungsvorschläge, die die Kollegen anführen könnten.
Also, liebe DATEV: Sind Änderungen geplant? Oder gibt es wieder die vielen Kollegen, die ihr ins Feld führt und die das Rechnungsformular toll finden und keine Änderung wollen?
Gruß
Martin Heim
Ergänzend zu dem, was @steme schon gesagt hat:
Mal ganz ehrlich: Lest ihr euch den kompletten Inhalt einer Rechnung durch? Was interessiert sind die Positionen, die Beträge und die Zahlungsbedingungen. Der Rest ist "nettes" Beiwerk. Ich habe Mandanten, die schreiben nicht Mal eine Anrede/Begrüßung drauf.
Ich habe es schon mehrfach geschrieben, wiederhole mich aber gerne (die rhetorische Frage eines Community Mitglieds hat mich dazu gebracht mich über das Design der E-Rechnung nicht mehr zu ärgern):
"Bezahlt ihr eine Rechnung lieber, weil sie schön aussieht?"
Bei der Visualisierung gehe ich voll mit. Da wird aber ja scheinbar nicht wirklich was kommen.