Hallo @TobiasX
Dagegen die anderen Punkte dürften dann, wenn der EUGH auch diesen dritten Versuch gekippt hat, automatisch wieder hinfällig sein.
Ich gehe davon aus, dass auch der dritte Versuch vom EUGH gekippt wird. Die Rahmenbedingungen haben sich für Europa ja nunmal verschlechtert.
Dann wird es einen vierten Anlauf geben, der dann wieder gekippt wird.
Und so wird das immer weiter gehen, bis die unliebsame DSGVO abgeschafft wird weil genug dagegen lobiiert wird.
Politiker sind nunmal schlechte Verlierer.
MfG, F.Lange
Alles in dem Artikel kann ich nur unterstreichen.
Ich frage mich nur:
Wann gab es denn bei Datev diese Drehung um 180 Grad?
Alle mir bekannten Paper hatten genau gegenteiligen Inhalt. Volle Konzentration auf Microsoft Cloud und Technologien (die nicht einfach ersetzt werden können.)
Gab es diesen Strategiewechsel wirklich? Auch in der konkreten Planung?
Falls ja, dann könnte Datev dies dich schon einmal damit zeigen, dass wieder von Datev gehostete Mailserver für die Kunden bereitgestellt und die Steuerberater von den Microsoft 365 Exchange-Servern, die datenschutzrechtlich eine Katastrophe darstellen, wieder zurückgeholt werden.
Das wäre schon einmal ein wichtiger erster Schritt, der die Ernsthaftigkeit des Strategiewechsels zeigen könnte.
@janm schrieb:Was wohl ein komplett in DE entwickelter Router an Kosten für die Verbraucher bedeuten würde...
Kann man in jedem x-beliebigen Preisvergleich sehen. Nennt sich Fritz!Box.
@McLeod schrieb:Kann man in jedem x-beliebigen Preisvergleich sehen. Nennt sich Fritz!Box.
Ich wäre mir unsicher, ob auch sämtliche Chips / Platinen in DE (bzw. Europa) gefertigt werden.
Den Unterschied zwischen "Designed in" und (den verschiedenen Abstufungen von) "Made in" kann man aktuell auch gut in den USA beobachten, wo ja alle Customer-Modelle verboten wurden, die nicht in den USA hergestellt werden.
Die nüchterne Übersetzung des Artikels lautet:
DATEV weiß, dass Cloud-Abhängigkeiten problematisch sind. Sie kann diese Abhängigkeiten nicht vollständig vermeiden, versucht aber, sie technisch und organisatorisch zu begrenzen. Kanzleien sollen daraus schließen, dass DATEV-Cloudlösungen trotz verbleibender Abhängigkeiten der relativ souveränste und berufsstandsnächste Weg sind.
Die Gegenposition lautet aber:
Digitale Souveränität darf nicht nur als Souveränität der DATEV gegenüber Microsoft, Amazon oder Google verstanden werden. Sie muss auch die Souveränität der einzelnen Berufsträger gegenüber DATEV selbst umfassen.
Na bitte. Es geht doch.
DATEV stellt Leistungen ein, die speziell für Anforderungen in Österreich entwickelt wurden, und konzentriert sich stärker auf den Kernmarkt Deutschland und die Cloud-Transformation.
Für betroffene Anwender ist das natürlich unschön. Aber strategisch ist das eine bemerkenswert vernünftige Entscheidung: weniger Sonderwege, weniger Parallelwelten, weniger historisch gewachsene Komplexität, die man mit viel Aufwand in die Cloud hinüberrettet, nur damit sie dort dann moderner aussieht.
Eine Cloud-Transformation dieser Größenordnung gelingt allerdings auch nicht dadurch, dass man wahllos Dinge über Bord wirft, die Kanzleien seit Jahren produktiv brauchen. Genau das passiert bei DATEV derzeit leider an vielen Stellen noch immer. Aber: nationale Sonderlogiken und dauerhaft mitgeschleppte Parallelwelten zu reduzieren, ist trotzdem der richtige Ansatz. Für die Veränderungen ist das nützlich: Fokus, richtige Priorisierung und ggf. auch sinnvolles Weglassen.
Man könnte fast sagen: Die DATEV hat eingesehen, dass die eigenen Ressourcen längst nicht mehr für alles gleichzeitig reichen – was man zuletzt ja nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei Erreichbarkeit, Support und Hilfestellungen recht deutlich merken konnte.
Deshalb: gute Nachricht. Nicht, weil Leistungen wegfallen, sondern weil dahinter hoffentlich die richtige Konsequenz steht: weniger Sonderlogik, weniger Nebenkriegsschauplätze und damit vielleicht endlich mehr Ressourcen für die eigentliche Aufgabe — nämlich eine Cloud zu bauen, die mindestens so gut funktioniert wie das, was heute auf dem eigenen Server läuft. Danach sieht es aktuell nämlich noch nicht aus.