Sehr geehrte Frau Erdmann und "kob2", im Fall einer Einnahmenüberschussrechnung können die in Kanzlei-Rechnungswesen vorhandenen Daten für den Investitionsabzugsbetrag (nach § 7g Abs. 1 EStG in Anspruch genommene IAB, nach § 7g Abs. 2 S. 1 EStG hinzuzurechnende Beträge, nach § 7g Abs. 3 EStG rückgängig gemachte IAB sowie Herabsetzungsbeträge nach § 7g Abs. 2 S. 2 EStG) in die Anlage EÜR übernommen werden. Ab VZ 2016 erfolgt die Übernahme der Beträge zur Hinzurechnung und zur Rückgängigmachung aus Kanzlei-Rechnungswesen differenziert nach dem Jahr der Inanspruchnahme; die bisher in der Anlage EÜR dazu erforderliche manuelle Aufteilung auf die einzelnen Kalenderjahre entfällt dann. Im Fall einer Bilanz muss zwischen einer ESt-Erklärung und einer Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung (GuE) unterschieden werden: Für die ESt-Erklärung gibt es derzeit keine Programmverbindung aus Kanzlei-Rechnungswesen; hier können die relevanten IAB-Werte im Programm ESt im Erfassungsformular "Investitionsabzugsbeträge" manuell erfasst werden (ab VZ 2016: IAB-Inanspruchnahme, Hinzurechnungsbetrag VZ-1, Hinzurechnungsbetrag VZ-2, Hinzurechnungsbetrag VZ-3). Eine Programmverbindung von Kanzlei-Rechnungswesen in das Programm Einkommensteuer ist mittelfristig vorgesehen; eine Realisierung wird aber absehbar nicht vor 2019 erfolgen. Im Fall der GuE können die relevanten IAB-Werte aus Kanzlei-Rechnungswesen in die Vorerfassung für Bilanzierende (GuE) und von dort in die entsprechenden Formulare übernommen werden - ab VZ 2016 auch hier bereits aufgegliedert nach den Kalenderjahren der Inanspruchnahme. Die elektronische Übermittlung der IAB-Werte an die Finanzverwaltung erfolgt bei einer Einnahmenüberschussrechnung im Rahmen der elektronischen Übermittlung (ELSTER) der Anlage EÜR (Zeilen 32, 73-75, 90-92). Bei einer Bilanz werden die Werte im Rahmen der E-Bilanz übermittelt; den Übermittlungsumfang gibt dort die jeweils gültige Taxonomie vor. In die E-Bilanz gelangen die IAB-Werte entweder unmittelbar aus Kanzlei-Rechnungswesen (wenn sie dort gebucht wurden) oder über die in den Programmen ESt bzw. GuE erfassten Daten. Mit freundlichen Grüßen Stephan Hirsch DATEV eG P.S.: Entsprechend dem geänderten § 7g Abs. 1 S. 2 Nr. 2 EStG (der für IAB gilt, die erstmals in Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen werden, die nach dem 31.12.2015 enden) und der dort verbindlich geforderten elektronischen Übermittlung heißt es ab VZ 2016 z. B. im Kopfbereich der amtlichen Anlage G: "Bei Inanspruchnahme der §§ 4g, 6b, 6c, 7g EStG (…) ist für jeden Betrieb, soweit keine Bilanz erstellt wird, zusätzlich eine Anlage EÜR elektronisch zu übermitteln. Eine Bilanz ist stets elektronisch zu übermitteln."
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