Hallo @jberggren, Ihre Überlegung ist absolut nachvollziehbar – aus der „klassischen E-Mail-Logik“ heraus würde man tatsächlich erwarten: Rechnung = signierte Mail = sichere Herkunft. Der entscheidende Punkt ist aber: Bei der E-Rechnung (insbesondere über Plattformen/Netzwerke) wird genau diese Sicherheit an anderer Stelle sichergestellt – und deshalb braucht man die Signatur auf der E-Mail selbst in vielen Fällen nicht mehr. 1. Gesetzliche Sicht: Signatur ist nicht verpflichtend In Deutschland gilt (vereinfacht): Eine elektronische Rechnung ist auch ohne digitale Signatur gültig, solange drei Dinge gewährleistet sind: - Echtheit der Herkunft (wer hat sie geschickt?) - Unversehrtheit des Inhalts (nicht manipuliert) - Lesbarkeit Wie diese Anforderungen erfüllt werden, ist nicht vorgeschrieben , das kann jedes Unternehmen selbst sicherstellen. 2. Warum die Plattform die Signatur ersetzt (bzw. überflüssig macht) Bei modernen E-Rechnungsplattformen (z. B. PEPPOL, Portale der öffentlichen Hand etc.) wird die „Vertrauensfunktion“ anders gelöst: a) Verifizierte Teilnehmer - Sender und Empfänger sind registriert / zertifiziert - Identität ist also bereits beim Zugang geprüft - Die Plattform weiß: Wer sendet hier überhaupt? b) Gesicherte Übertragung - Nutzung von verschlüsselten Verbindungen (z. B. TLS/HTTPS) - Teilweise zusätzlich abgesicherte Netzwerke - Manipulation „auf dem Transportweg“ ist praktisch ausgeschlossen c) Strukturierte Daten statt „Dokument“ - E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) sind strukturierte Datensätze (XML) - Diese werden automatisch validiert (z. B. Pflichtfelder, Plausibilität) - Veränderungen würden sofort auffallen d) Nachvollziehbarer Audit-Trail Plattformen protokollieren: - Versandzeitpunkt - Sender - Empfänger - Verarbeitungsschritte Dadurch entsteht eine prüfbare Historie, die die „Beweissicherheit“ ersetzt 3. Warum eine E-Mail-Signatur hier weniger wichtig ist Eine klassische Signatur in einer E-Mail bestätigt nur: „Diese Mail kommt von dieser Adresse“ schützt nur begrenzt vor: falschen Rechnungsinhalten, nachträglicher Änderung außerhalb der Mail, Prozessfehlern im Unternehmen.
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