Hallo,
mich interessiert wer das DATEV Auftragsmanagement von EU classic nutzt und welche Erfahrungen es damit gibt.
Bislang nutze ich es nicht, finde es eine „romantische“ Idee, aber immer wenn ich mich wieder einarbeiten möchte denke ich, dass es nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist und ich den Mehrwert nicht ganz erkenne.
Ich nutze EO classic mit Aufträgen. Es ist Freud und Leid - wie so oft bei DATEV.
Ob sich das für Sie lohnt, hängt zusammen mit der Anzahl der Mitarbeiter, Anzahl der Fälle etc. und natürlich mit der Perspektive: wo soll es denn mit der Kanzlei hingehen? Wie organisieren Sie derzeit Ihre Aufträge?
Bevor Sie von EO classic ohne Aufträge auf EO classic mit Aufträgen wechseln, sollten Sie vielleicht auch überlegen, ob ein unmittelbarer Wechsel auf EO comfort Sinn macht.
Allein schon, um die furchtbare Rechnungsschreibung loszuwerden...
Mit der Entscheidung gegen EO comfort haben wir uns letztes Jahr beschäftigt. Ohne das groß vertiefen zu wollen:
Ich frage mich, welchen Mehrwert kann ich denn aus den Aufträgen tatsächlich ziehen?
Unser derzeitiges Controlling funktioniert eigentlich mehr oder weniger über die Deckungsbeitrag im Rahmender Rechnungsschreibung. Gibt es denn eine Möglichkeit in EO Classic, eine Auswertung etc., einen Gesamten Deckungsbeitrag über den Mandanten zu ermitteln?
Ich nutze es. Es hat ein paar mehr Automatismen als eine von Hand gepflegte Excel-Liste, aber mit einer vernünftigen Auftragsverwaltung hat es natürlich nichts zu tun (keine Workflows, fehlende Programmverbindungen, fehlende Automatismen). Ist halt besser als nichts, Schulnote 4- / 5+ oder so.
Ich nutze die Auftragsverwaltung in EO Klassik seit Jahren.
Es kommt wie immer darauf an, Kanzleigröße usw.
Ich selbst war mal eine one man show, da brauchst das mit Sicherheit nicht, aber inzwischen habe ich 11 Mitarbeiter und allein wg. der Übersicht, da für jede Tätigkeit ein Auftrag angelegt wird, können die Mitarbeiter filtern welche Aufträge und to do sie selbst haben und das ist dann halt zentral gepflegt und nicht individuell wie Excel.
Zumal ich damit jederzeit einen Gesamtüberblick habe was ist an Aufträgen alles da ? ( Status O=offen) , oder in Arbeit = I oder frakturierbar =f (d.h. die Abschlüsse liegen bei mir zur Kontrolle oder A = Abgeschlossen.
Somit kann ich Filtern welche Mandanten habe die Unterlagen noch nich eingereicht, wieviele sind in Bearbeitung wieviele schon abgeschlossen und wie große ist mein eigener Stapel- wobei den kenne ich leider auch ohne Auftragsverwaltung.
Wenn Sie das noch mit Pro Check kombinieren und noch die Zeitaufschriebe der datev verwenden und dies mit den Mitarbeitern einheitlich dokumentieren, bekommen Sie den Zeitaufwand je Auftrag und je Mitarbeiter und bei Procheck (mache ich nur teilweise hat mir bislang di eZeit gefehlt das Kanzleiweit einzuführen) erhalten Sie auch noch Fortschrittstabelle sprich wie weit ist ein Auftrag pro Mitarbeiter bereits abgearbeitet.
Lange Rede kurzer Sinn, ich wollte es nicht missen. Es gibt sicherlich elegantere und schönere Programme hierzu. Aber da in den div. Datevdatenbanken die ganzen Infos vorhanden sind setze ich eben Datev ein.
Wie gesagt ich denke es kommt tatsächlich auf die Kanzleigröße an. Je kleiner desto unnötiger und andersherum. Wo genau die Grenze liegt ? ich weiss es nicht würde aber so 4-5 Mitarbeiter tippen.
Wie gesagt ich denke es kommt tatsächlich auf die Kanzleigröße an. Je kleiner desto unnötiger und andersherum. Wo genau die Grenze liegt ? ich weiss es nicht würde aber so 4-5 Mitarbeiter tippen.
Ich würde die Grenze früher setzen: ab dem ersten Mitarbeiter, evtl. sogar für StBs ohne MA.
Die Vorteile sind im obigen Post gut beschrieben. Ich gehe daher mal ein wenig auf die Schwächen ein:
Zeiterfassung: Versuchen Sie mal, aus dem Auftrag heraus zu ermitteln, wieso die 120 Euro-Fibu 8 Stunden gedauert hat - Fehlanzeige, keine 'retrograde' Nachvollziehbarkeit der Ist-Stunden eines Auftrages. Die Zeitsätze können Sie sich von Hand aus der Kostenkontrolle heraussuchen.
Auftragsstatus "In Arbeit": Der Auftrag ist also "In Arbeit", aha. Aber was haben wir getan, dass er "In Arbeit" ist? Der Datensatz "Auftrag" wird Ihnen das nie verraten. Sie können sich durch die Posteingänge, die Kostenkontrolle, die Checklisten, ggf. durch die Programme hangeln, um zu sehen, was zu dem Auftrag bereits passiert ist.
Auftragsstatus "Fakturierbar": Checkliste vollständig abgearbeitet? Vergessen Sie nicht, jeder Checkliste einen letzten Punkt "Auftrag fakturierbar setzen" hinzuzufügen! Denn zwar ist der Auftrag fakturierbar, da alle Tätigkeiten erledigt wurden, aber es gibt keine Verbindung zwischen Checkliste und Auftrag.
Checklisten und Unteraufträge: Sie können Checklisten bei der Auftragsanlage automatisch anlegen lassen. Aber nicht für Unteraufträge. Sie dürfen Checklisten den Unteraufträgen von Hand zuordnen. No comment.
Individuelle Auftragsarten: (z.B. 33/Einfach und 33/Komfort) können Sie zwar anlegen, aber KREWE können Sie nicht sagen, dass es beim Aufruf von ProCheck nach den zu diesen Aufträgen gehörigen Checklisten suchen soll, KREWE kennt nur 33 und 35 (Programmverbindung Procheck).
Kostenkontrolle: Rechnen Sie mal in einem Fall korrekt nach StBVV und zugehöriger Kommentarmeinung Vorschüsse z.B. zu einer Fibu ab, und versuchen Sie anhand des Auftrages zu erkennen, ob Vorschüsse und Kosten der Leistungserbringung zusammenpassen. Good luck with that, viel Spaß mit dem Auskunftssystem.
Mit einem Tag Zeit fände ich hier sicherlich noch mehr. Kurzfassung: besser als nichts aber viel, viel Handarbeit, bei der viel schief gehen kann (dann driften Auftragsüberwachung und Checklisten auseinander). Zusätzlich zum Überwachen der Aufträge kommt dann auch noch das Überwachen der Auftragsüberwachung. Kann man zwar so programmieren, aber ist dann halt nicht toll.
Die Kommentare der Kollegen fassen es sehr gut zusammen.
Was mich auch wirklich stört, ist die mangelnde Zusammenarbeit mit anderen Programmen wie Dokumentenkorb, Post-Fristen und Bescheide, u.a. Viele Doppelerfassungen.
Manchmal stehen abgeschlossene Aufträge wieder auf "in Arbeit". Grund: Man hat mal in einer abgeschlossenen EStE was nachgeschaut..
Aber ich würde sie nicht weiter nutzen, wenn sie nicht auch einen erheblichen Nutzen hätte.
So kann ich z. B. ersehen, wann welche Unterlagen eingegangen sind, was das für Unterlagen sind und wo sie stehen.