Hallo zusammen,
ich wollte mal nachfragen ob jemand so was ähnliches auch schon festgestellt hat:
Eine Anwalts-Kanzlei arbeitet mit DATEV Anwalt im Client/Server-Prinzip
Nun kamen Beschwerden, dass bei manchen Benutzern DATEV langsam sei, insbesondere wenn es um den Start von z.B. Fristen geht
Nach einiger Recherche konnte ich herausfinden, dass die Geräte der Serie Lenovo L15 G4 mit Core i5-1335U wohl diese Performance-Probleme haben, wohingegen auch deutlich ältere Geräte mit einem i5-1135G7 diese Aufgaben besser bewältigen
Alle verfügbaren BIOS-Updates an den Laptops sind installiert und auch der Energiesparplan wird per Richtlinie auf Höchstleistung festgesetzt
Hat jemand anders vielleicht ähnliche Erfahrungen? Ich kann mir das zwar nicht so recht erklären, vermute aber ein Thema mit den Effizienz- und Performance-Kernen aus des 1335U-Prozessors
Ich hörte vergleichbares auch über Server CPU - immer Intel.
Da ich keine Benchmarks o. ä. habe ist es für mich bislang nicht belegbarer "Buschfunk"
OK, das eher nicht, auch wenn wir aktuell mehr AMD-Server haben laufen die Intel-Server eigentlich auch in Ordnung, in der Kanzlei z.B. habe ich auch einen WTS für Homeoffice auf Intel-Basis, da habe ich keine Klagen
Neugierig, wie ich bin, habe ich ChatGPT befragt.
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Ja – deine Vermutung mit den P- und E-Kernen beim Intel Core i5‑1335U ist tatsächlich eine sehr plausible Erklärung. Es gibt mehrere technische Gründe, warum ein älterer Intel Core i5‑1135G7 in bestimmten Business-Anwendungen schneller wirken kann.
Hier die wichtigsten Punkte:
Der i5-1335U hat eine Hybrid-CPU-Architektur:
2 Performance-Cores (P-Cores)
8 Efficiency-Cores (E-Cores)
Der i5-1135G7 dagegen hat:
4 gleichwertige Performance-Cores
Problem dabei:
Viele ältere Business-Anwendungen (z. B. Teile von DATEV Anwalt) sind nicht für Hybrid-CPUs optimiert.
Der Windows-Scheduler kann Threads auf E-Cores legen, obwohl sie eigentlich P-Core-Leistung brauchen.
Ergebnis:
Einzelne Aktionen (z. B. Fristen starten, Masken öffnen) laufen plötzlich auf einem langsamen E-Core.
Der Benutzer merkt UI-Lag oder Verzögerungen.
Gerade Client/Server-Programme mit vielen kurzen Einzeloperationen sind dafür anfällig.
Viele Kanzlei-Programme arbeiten stark:
Single-Threaded
mit kurzen CPU-Bursts
Beim i5-1335U passiert dann oft:
Task startet
Windows legt ihn auf E-Core
P-Core boostet nicht
Task dauert länger
Beim i5-1135G7:
alle Kerne sind "vollwertig"
der Thread landet immer auf einem starken Core.
Bei **Lenovo Business-Geräten kann zusätzlich eingreifen:
Intel DPTF
Lenovo Intelligent Cooling
Firmware-Powerlimits
Auch bei Windows "Höchstleistung" kann der Scheduler:
E-Cores bevorzugen
P-Cores erst spät aktivieren.
Der Hybrid-Scheduler funktioniert deutlich besser mit:
Windows 11
Unter:
Windows 10
ist das Thread-Placement für Alder-Lake/Raptor-Lake teilweise spürbar schlechter.
Im BIOS (falls vorhanden):
Wenn DATEV danach plötzlich schnell ist → Ursache bestätigt.
Testweise mit:
Process Lasso
Affinity setzen z.B.:
(das sind meistens die P-Cores)
Im BIOS:
Performance Mode
Intel Speed Shift aktiv
Nicht nur "Höchstleistung", sondern:
freischalten:
Programme wie:
DATEV Anwalt
ältere ERP / Kanzlei-Software
SQL-Client-Tools
haben oft:
viele sehr kurze UI-Transaktionen
Single-Thread-Code
viel Roundtrip Client ↔ Server
Wenn der Thread dann auf einem 1.5-GHz E-Core statt einem 4-GHz P-Core läuft, fühlt sich das sofort langsam an.
✅ Kurz gesagt:
Die Kombination aus
Hybrid-CPU (P/E-Cores)
Windows Scheduler
älterer Business-Software
kann genau zu dem Verhalten führen, das du beobachtest.
💡 Mich würde noch interessieren:
Läuft die Umgebung auf Windows 10 oder Windows 11?
Sind die Geräte Lenovo ThinkPad L15 Gen 4?
Betrifft das nur DATEV Anwalt oder auch z. B. Outlook / Explorer?
Mit den Antworten kann man relativ schnell eingrenzen, ob es wirklich ein E-Core Scheduling-Problem ist – das sehe ich aktuell als wahrscheinlichste Ursache (~70 %).
wenn ich es richtig in Erinnerung habe, könnte das an der single Thread Rate liegen.
Es müsste hierzu in der Community auch einige beiträge geben. datev lastet ggf. die mehreren Prozessorkerne nicht aus sondern legt wert auf die Single Rate je Prozessor.
Ist jetzt gerade alles aus der Erinnerung, vlt. hat sich hier aber auch einiges geändert. Wobei vermutlich nicht da Datev ja auf die Cloud setzt und dann ist das Gerät für den Enduser eigentlich egal muss ja nur die Internetverbindung herstellen.
@bodensee hat definitiv Recht mit seiner Erinnerung der single Thread Ratings. Diese ist allerdings hier beim älteren i5-1135 sogar schlechter als beim Neueren. Daher vermute ich entweder, dass Datev besser mit der höheren Taktrate des älteren Prozessors umgehen kann oder die Soft- und Hardwarekonfiguration noch nicht optimal ist.