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Technologische Abhängigkeiten von US-Anbietern - Transparenz, Risikobewertung und Gegenmaßnahmen bei DATEV?

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letzte Antwort am 31.01.2026 16:27:45 von hapet
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franzflott
Einsteiger
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Hallo!

 

Mit Blick auf das aktuelle weltpolitische und wirtschaftliche Umfeld (Stand 01/2026) möchte ich eine sachliche, aber aus meiner Sicht notwendige Diskussion anstoßen:

 

Wie hoch ist der tatsächliche Grad der technologischen Abhängigkeit der DATEV - und damit mittelbar auch ihrer Mitglieder - von US-amerikanischen Technologien und Anbietern, und wie wird mit den daraus resultierenden Risiken umgegangen?

 

Mir ist bewusst, dass in der heutigen IT-Landschaft ein erheblicher Anteil zentraler Basistechnologien (Betriebssysteme, Datenbanken, Cloud-Infrastrukturen, Entwicklungs- und Sicherheitswerkzeuge etc.) aus den USA stammt und kurzfristig keine vollständige Unabhängigkeit realistisch ist.

 

Auch geht es mir ausdrücklich nicht um ein „entweder-oder“, sondern um Transparenz, Einordnung und strategische Perspektiven.

 

Vor diesem Hintergrund interessieren mich insbesondere folgende Punkte:

 

  1. Abhängigkeitsgrad:
    Gibt es seitens DATEV eine strukturierte Bewertung, in welchen Kernbereichen (z. B. Infrastruktur, Plattformdienste, Sicherheitskomponenten, Software-Stacks) Abhängigkeiten von US-Anbietern bestehen und wie kritisch diese jeweils eingeschätzt werden?

  2. Rechtliche und geopolitische Risiken:
    Wie werden Risiken aus extraterritorialen Rechtsrahmen (z. B. US-Cloud-Act), möglichen Handels- oder Technologiesanktionen sowie politischen Eskalationen konkret bewertet - gerade im Hinblick auf den genossenschaftlichen Auftrag und die besondere Schutzbedürftigkeit der verarbeiteten Daten?

  3. Cloud-Strategie und Abhängigkeiten:
    Inwiefern wird intern diskutiert, ob die fortschreitende „Cloudifizierung“ - trotz der ihr ganz überwiegend beigemessenen technischen und wirtschaftlichen Vorteile - strukturelle Abhängigkeiten eher verstärkt als reduziert?
    Gibt es hier bewusst geplante Gegenmaßnahmen (z. B. Multi-Cloud-Ansätze, Exit-Strategien, stärkere Nutzung europäischer oder eigener Plattformen)?

  4. Maßnahmen zur Risikoreduktion:
    Welche konkreten Schritte werden aktuell bereits unternommen oder geprüft, um technologische Souveränität zumindest teilweise zu erhöhen (z. B. durch Architekturentscheidungen, Anbieterdiversifikation, Eigenentwicklungen, Open-Source-Strategien)?

Meine Fragen sind ausdrücklich nicht als Suggestiv-Kritik an modernen IT-Ansätzen und erst recht nicht an DATEV zu verstehen. Vielmehr geht es mir um eine offene Diskussion darüber, wie bewusst und strategisch mit bestehenden Abhängigkeiten umgegangen wird - gerade in einer Zeit, in der sich politische Rahmenbedingungen schneller ändern können als technische Plattformen.

Ich würde mich über eine Einordnung aus DATEV-Sicht ebenso freuen wie über sachliche Beiträge aus der Community, insbesondere von Kolleginnen und Kollegen, die sich ebenfalls mit IT-Risiken, Governance oder langfristiger Kanzleistrategie befassen.

 

Beste Grüße!

flange
Erfahrener
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Nachricht 2 von 3
377 Mal angesehen

Hallo @franzflott 

 

sehr schwierig…

 

Ich würde sagen: wie beim Rest der Wirtschaft nahezu 100% Abhängigkeit

 

Naja einen Lichtblick gibt es: SkyPDF ist ein zugekauftes Produkt aus Japan. 😉

 

Ich denke wir können alle nur hoffen, dass dem XXXXXXXXXXXXX die Zeit nicht ausreicht um die Weltwirtschaft ins komplette Chaos zu stürzen.

 

Am Ende sind die US-Amerikanischen Konzerne ja auch abhängig vom Weltmarkt. Irgendwann werden die hoffentlich merken, dass „Amerika First“ ihre Geschäftsmodelle zerstört und das Problem von innen heraus lösen.

 

MfG, F.Lange

 

 

Textpassage wegen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht.

hapet
Fortgeschrittener
Offline Online
Nachricht 3 von 3
217 Mal angesehen

Offenbar gibt es auf die von Ihnen gut und präzise formulierten Fragen keine Antworten, die sich in feines Marketinggewand hüllen lassen, @franzflott 

 

Um das laute Schweigen zu durchbrechen, sei aus dieser Quelle zitiert:

 

"Bei der Modernisierung seiner Anwenderprozesse rund um den Zahlungsverkehr arbeitet der IT-Dienstleister DATEV eG mit dem Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) zusammen. Im Zusammenspiel mit Diensten aus dem eigenen Rechenzentrum nutzt DATEV Cloud-Technologie von AWS zur Gestaltung von wichtigen Bausteinen seiner technischen Infrastruktur.

...

Das breite, modular aufgebaute Angebot an AWS-Services ermöglicht es DATEV, Dienste aus dem eigenen Rechenzentrum mit denen von AWS zu verbinden - in einem nahtlosen, durchgängigen Prozess für die Anwender. Neben den Vorteilen für die Nutzerinnen und Nutzer war auch die komfortable Entwicklungsumgebung ein Argument für den Einsatz der AWS-Cloud im Rahmen der neuen Payment-Infrastruktur. „Als weltweit etablierte Plattform macht die Public Cloud von AWS eine sehr effiziente und schnelle Entwicklung von Services möglich“, sagt Prof. Dr. Christian Bär, Chief Technologie Officer bei DATEV. „Viele Routine-Aufgaben lassen sich durch AWS automatisieren....“

... 

Die AWS-Cloud erfüllt entsprechend strenge Compliance- und Sicherheitsanforderungen. Alle in der DATEV-Lösung auf der AWS-Plattform verarbeiteten Daten werden ausschließlich verschlüsselt transportiert und innerhalb der DATEV-eigenen Infrastruktur ebenfalls verschlüsselt aufbewahrt. Anwenderdaten werden dabei ausschließlich im EU-Raum verarbeitet. Zudem hat der IT-Dienstleister die Sicherheit durch interne Datenschutz-Audits und IT-Security Reviews als auch durch externe Penetrationstest auf Herz und Nieren getestet."

 

Man setzt also ganz im Stile Bayerns weiterhin auf US-amerikanische Lösungen, während auf EU-, Bundes- und mancher Landesebene - trotz Beteuerungen bzgl. Sicherheit & Datenschutz - die Notwendigkeit gesehen wird, sich davon unabhängig zu machen.

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letzte Antwort am 31.01.2026 16:27:45 von hapet
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