10 Antworten Neueste Antwort am 27.12.2016 18:45 von jan

    Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten

    sirsimon Neuling

      Hallo zusammen,

       

      kurz vorneweg: ich bin IT-technisch an sich fit, hatte aber bisher mit DATEV noch keine Berührungen (außer lokale Installation von DATEVasp, also reine Client-Installationen).

       

      Der Plan sieht vor, für eine Steuerkanzlei 7 DATEV-Arbeitsplätze einzurichten und dazu einen lokalen Server einzusetzen. DATEVasp kommt nicht in Frage.

      Das Netzwerk der Kanzlei hat bisher keinen Server, es werden lokale Konten auf den Rechnern eingesetzt, die gleichzeitig Zugriff auf entsprechende Laufwerke auf einem zentralen NAS bieten.

      Wenn möglich, soll auch weiterhin ohne Active Directory gearbeitet werden, der Server soll nur für DATEV als Fileserver arbeiten.

       

      Mein Plan ist es, folgende Hardware für den Server einzusetzen: E3-1240v5, 16GB DDR4, 2x480GB SSD(Kingston DC400, Raid1) als Systemplatte, 2x3TB WD RED (Raid1) als Datenplatten, Windows Server 2012 R2 Essentials

       

      Mache ich hier einen Denkfehler, oder ist das so solide machbar? Die lokal auf den Client-Rechnern installierten DATEV-Programme greifen doch dann nur entsprechend auf die Daten von DATEV auf dem Fileserver zu, richtig?

       

      Vielen Dank für Kommentare, Hilfe, konstruktive Kritik und nett verpackte Beschimpfungen!

       

      Mfg

       

      SirSimon

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        • 1. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
          jan Fortgeschrittener
          • Der Essentials Server muss Domänen Controller sein. Ich würde auch kein Netz ohne AD betreiben wollen.
          • Warum SSDs fürs Betriebssystem verschwenden und die Daten auf lahme HDUs?
          • Ich würde keine SATA HDDs (und schon gar nicht mit 5400 RPM) in einem Server betreiben wollen.
          • Generell würde ich einen Marken Server (HP, DELL, Lenovo, Wortmann, Thomas Krenn, etc.) mit entsprechendem Service Level kaufen.
          • Bei 7 Arbeitsplätzen würde ich über einen Terminalserver (oder ASP) nachdenken.
          • Backup?

           

          Warum ist DATEVasp / PARTNERasp keine Lösung?

           

          Du bist "IT-technisch an sich fit" und machst was beruflich? Oder ist das so eine "Nachbarschafts" oder "Schwager" Hilfe?

          • 2. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
            sirsimon Neuling
            • Der Server käme von Aquado, ist also nichts selbst zusammen geschustertes.
            • Backup und USV etc. ist natürlich vorgesehen, habe ich jetzt als gegeben in der Aufzählung weggelassen - oder meinst du zweiten Server als Backup?
            • Terminalserver macht die Sache aufgrund der Lizenzen um einiges kostspieliger, Preis spielt eine große Rolle.

             

            Ich arbeite als IT-Service, komme aber eher aus dem Privatkundenbereich bzw. bin bisher nur in der Betreuung vorhandener Server tätig. Ich betrete hier ein bisschen Neuland, bin aber lernfähig und -willig.

             

            Ich stelle mal nochmal was mit SAS etc. zusammen und poste das hier.

            • 3. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
              jan Fortgeschrittener

              Ich würde dir dazu raten, jemanden dazuzuholen, der sowas bereits mehrfach gemacht hat. Dann macht ihr die Installation in einer Art Workshop und du hast jemanden den du dabei auch noch mit Fragen löchern kannst.

               

              Das kann natürlich alles so gut gehen, kann aber auch ganz schnell ganz schief gehen.

               

              Ansonsten:

               

              An die Kaufempfehlung halten: https://www.datev.de/dnlexom/client/app/index.html#/document/0908081/D090808100069

              Technische Fachschriften: https://www.datev.de/web/de/m/ueber-datev/datev-im-web/datev-von-a-z/server-und-netzwerk-fuer-datev-software-vorbereiten…

              Für den Server Umzug von "Quasiserver" zum Fileserver: https://www.datev.de/dnlexom/client/app/index.html#/document/1080071

              Geändert am 23.12.16 um 20:05 Uhr
              • 4. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                Martin KoIberg Fachmann

                Denkfehler:

                nicht die Clients greifen auf die Daten zu, sondern der am Sever installierte SQL- Server greift auf die Daten zu.

                Plattenkapazität: Hier nutzt der Server für 10 Clients gut 100 Gb auf der Systempartition und nochmals so viel auf der Daten- Partition. Je 256'er SSD im Raid 1 Verbund über die alte SATA II- Anschlüsse (Ewige Historie)

                 

                Wirklich überlegen, ob nicht besser auch superschnelle SSD für die Daten zum Einsatz kommen. Allein die kürzeren Installations- und Datenanpassungs- Zeiten rechnen die Mehrkosten. Die Datenplatte muß !!! superschnelle Zugriffszeiten bringen, damit das ganze nicht von Beginn an lahmt.

                 

                 

                Eine 5. große Platte als zusätzliches Sicherungsmedium und Datengrab für Installationsdaten usw. einbauen.

                 

                Speicher: aufrüsten auf mind. 32 GB, da der SQL- Server das benötigt.

                 

                Unbedingt Active Directory nutzen, da dies etliche Probleme vermeidet und eine höhere Sicherheit bietet. (= DATEV- Vorgabe)

                 

                Gigabit- Vernetzung ist Mindest- Voraussetzung, wenn es nachher schnell gehen soll.

                 

                Frage nach Komm- Server klären.

                • 5. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                  4you-computer Einsteiger

                  Für 7 Plätze ist auch so mein absoluter Grenzwert über einen Termialserver nachzudenken. Die späteren Vorteile bei Updates liegen auf der Hand.

                   

                  Wenn denn kein Terminalserver eingesetzt werden soll (Kostengründe) würde ich wie folgt:

                   

                  - 2 x Intel Xeon ab E5 2637 V4

                  - 32 GB

                  - 2x SAS Raid 1 für Betriebssystem

                  - 4x SAS RAID 10 für Daten

                  - 1x Global Hot Spare

                  - Das ganze an einem guten gesteckten Raid Contoller z.B. Adaptec

                   

                  - Dazu: Nen RDX für Backup und nen einfaches NAS. Datensicherung primär RDX Vollsicherung als Image - 5 Datenträger für MO-FR oder 2 Datenträger im Tausch MO-MI-FR und DI-DO. Auf das NAS dann meinetwegen Inkrementell über einen längeren Zeitraum - je nach Geschmack.

                   

                  Die Plattengrößen: Also meiner Erfarung nach reichen fürs System immer 300-450 GB dicke. Fürs Raid 10 würd ich auch so Bereich 450 - 600 GB Platten wählen, dass sollte dann "brutto" total reichen. Dazu ne USV und fertig.

                   

                  Für DATEV: Nimm einen normalen Server 2012R2 keinen Essentials oder so´n Zeug. Das mach ich echt nur, wenn kein Geld vorhanden ist oder bei mini Kanzleien wo nur zwei Leute auf den Fileserver zugreifen.

                   

                  Zur Installation: Nicht selber Nachdenken!!! Es stellt sich überhaupt nicht Frage ob AD oder nicht. Es wird einfach nach DATEV Empfehlung instaliert: https://www.datev.de/dnlexom/client/app/index.html#/document/1070547?hitMarkTerms%5B%5D=server&hitMarkTerms%5B%5D=Server… Ich nehme mir jedes mal das Schreiben zur Hand und mache es Step-by-Step genau so fertig. So habe ich später wenigstens die Möglichkeit zu sagen: Es ist alles nach Vorgabe installiert.

                   

                  Aquado Server sind echt "OK". Hab ich früher auch gerne eingesetzt. Bin dann aber vor Zeiten zu Wortmann übergegangen, da das für mich ca. 10 Minuten Fahrtweg sind. Somit ist die Ersatzteilversorgung für mich "perfekt". Sonst nur gute Erfahrungen mit Wortmann Servern und das seit Jahren.

                  • 6. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                    ichauch Fachmann

                    Moin,

                     

                    ein System mit E3 als Versorger für eine Kanzlei ist schon hart an der Grenze nach unten, es geht, mehr aber nicht.

                     

                    Bei einem reinem Client/Server System ist ein 2 Sockel System schon ganz ordentlich, 32 GB RAM (ECC) die untere Grenze.

                     

                    Essentials ist preislich in Ordnung, erfahrungsgemäß kommen die Wünsche wenn ein Netz da ist, dann wird es mit Essentials dünn.

                     

                    Meine Empfehlung ist es , die Standard Variante zu verwenden (egal ob 2012R2 oder 2016) und damit eine Hyper-V Installation aufzubauen. Die Lizenz erlaubt es, virtuell 2 Instanzen zu betreiben. User CALs nicht vergessen zu erwerben (bei Essentials ja enthalten). Eine Instanz vom Server als DC, die Andere als Fileserver mit SQL. Bei 7 Usern sehe ich ein AD als Pflicht an, alles andere wird nachher für viel Lauferei sorgen.

                     

                    Bei den Platten ist es eine Glaubensfrage ob SSD, SAS oder SATA eingesetzt wird. Die großen SATA Platten laufen bei den Herstellern als Archivplatte, also nicht besonders schnell, die 7.200 U/min SATA mit 6 GB Schnittstelle sind im RAID 1 voll in Ordnung. Im virtualisierten Betrieb bringen SSDs als Datenplatten (im Vergleich zu SATA) auch nicht den unbedingten Schub wenn das System virtualisiert ist. Was ein absolutes muss ist, ist ein Controller mit BBU damit der WriteBackCache sicher genutzt werden kann. Immer auf die neueren Modelle mit NAND Speicher achten, bei älteren Modellen wird der Cache durch die Batterie erhalten, bei den neueren sorgt die Batterie für die Spannung um den Inhalt vom RAM des Cache auf den NAND zu schreiben.

                     

                    Was in einem virtualisierten System Geschwindigkeit bringt sind Kerne und Speicher.

                     

                    Meine Empfehlung daher: AD ist nur durch AD zu ersetzen, DC und SQL trennen, nach DATEV Vorgaben installieren, Hardware nur aus vertrauenswürdigen Quellen (den kleinen Terra kann man auch mit den gleichen Komponenten nachbauen, als Laborsystem ok, im Produktivbetrieb ist das gelabelte Produkt vorzuziehen). Ob Dell, HP, Lenovo, Krenn, ICO ist wie linkes oder rechtes Twix (oder Raider für die Älteren unter uns).

                     

                    Gruß

                    KP

                    • 7. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                      mkinzler Fachmann

                      ein System mit E3 als Versorger für eine Kanzlei ist schon hart an der Grenze nach unten, es geht, mehr aber nicht.

                      ´Sehr hart. Es geht ist sehr optimistisch.

                      ich würde auch mind. 64GB Speicher verwenden und auf Terminalserver setzen.

                      Ein Netz ohne zentrale (Nutzer-)Verwaltung ist aus meiner Sicht auch keine Option.

                      • 8. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                        sirsimon Neuling

                        Vielen Dank für die vielen konstruktiven Antworten!

                        Ich habe mir alles zu Herzen genommen und plane jetzt ein entsprechendes Netzwerk.

                        Sobald ich da bereit bin, werde ich mir erlauben, hier noch einmal ein entsprechendes Update zu posten.

                         

                        Mfg

                         

                        SirSimon

                        • 9. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                          mkinzler Fachmann

                          Kein Problem. Wir helfen gern.

                          • 10. Re: Lokaler Datev-Server für 7 Arbeitsplätze einrichten
                            jan Fortgeschrittener

                            Ich würde bei der "Planung" des Netzwerks definitiv auch eine DATEVasp / PARTNERasp Lösung mit in Betracht ziehen.

                             

                            Und bevor die große "Planung" losgeht sollte zuerst einmal z.B. über die Verfügbarkeit und den maximal hinnehmbaren Datenverlust gesprochen werden. Dann kann man über das Budget sprechen und ggfs. das Budget nach oben oder die Anforderungen nach unten schrauben