5 Antworten Neueste Antwort am 05.02.2018 14:53 von rahagena

    De-Mail - ein Weg in die sichere digitale Kommunikation? ohne die Kammern!

    michael.renz Fortgeschrittener

      Hallo Community,

       

      Gibts hier noch einige Kollegen mit De-Mail ?? Mein Eindruck ist, das System ist viel zu kompliziert, als dass es sich durchsetzen könnte.

      ich bin bei Telekom - zunächst nur als Privataccount - hat jemand mit anderen Providern und/oder Business-Account Erfahrung?

       

      Nachdem die BStK zur Einrichtung einer DE-Mail aufgerufen hatte, habe ich - als digital aufgeschlossener Bürger und trotz dem mir (theoretisch) zur Verfügung stehenden beA - meinen De-Mail Antrag wieder aufleben lassen. Wiederbeginn war der 27.11. gut 2 Monate später war ich dann im Besitz einer “funktionierenden“ De-Mail-Adresse.

       

      Neben dem langen Zeitraum zwischen Antrag und Freischaltung, war auch der Ablauf des Freischalt- und Einrichtungsverfahrens nicht wirklich komfortabel und selbsterklärend. Zudem ist eine verschlüsselte Kommunikation zumindest beim De-Mail-Provider Telekom und dem für Privatpersonen gedachten Angebot nur über einen Web-Client und mit dem Browser „Chrome“ möglich - ein Outlook-Add-In gibts nicht.

       

      Die Nutzung mit neuem Personalausweis oder Mobil-Tan als Anmeldemedium im Web-Client ist ebenfalls recht umständlich und zudem als sicheres Anmeldeverfahren nicht über Mobilgeräte möglich. Der Eintrag ins De-Mailverzeichnis muss ebenso manuell angestoßen werden, wie die Freischaltung zur Empfangsbereitschaft und die Veröffentlichung des öffentl. Schlüssels für die verschlüsselte Kommunikation. Für eine Einrichtung - so mal neben dem Kanzleialltag her - taugt das System nicht und einem Mandanten erklären dass und wie er’s einrichten soll ist mit angemessenem Aufwand unmöglich.

       

      Das De-Mail Nutzerverzeichnis beinhaltet sehr viele angebliche Teilnehmer - erstaunlicherweise jedoch allenfalls ca. 50 als Steuerberater identifizierbare und von den StB-Kammern glänzt ausschließlich Stuttgart mit einem empfangsbereiten Eintrag - ohne öffentlichen Schlüssel, also auch dort nicht zur verschüsselten Kommunikation freigeben. Alle anderen Kammern sind nichtmal eingetragen - haben vermutlich daher auch keine De-Mail (inkl. BStBK). Die Stuttgarter waren aber so freundlich, auf meine Testmail mit einer Antwort zu reagieren! Großes Lob und herzlichen Dank.

       

      Ich würd mich freuen, wenn hier die Kollegen über evtl. Ihre Erfahrungen und den Kreis der De-Mail-Partner berichten würden.

      Geändert am 05.02.18 um 07:14 Uhr
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        • 1. Re: De-Mail - ein Weg in die sichere digitale Kommunikation? ohne die Kammern!
          Gelöschter Nutzer Beginner

          Moin,

           

          die "Geschäftskunden" Variante von 1&1 ist recht anwenderfreundlich. Der Bestellprozess läuft recht angenehm ab, es sollte aber an einem Stück durchgeführt werden da die gewünschte Domain (also im besten Fall "meine Domain.de" dabei erweitert wird auf "meine Domain.de-mail.de") während des Prozessen für andere blockiert wird und erst nach einer Weile wieder zur Verfügung steht.

           

          Nach dem Anmeldeprozess erhält man die üblichen Bestätigungmails und auch eine mTan um den Vorgang abzuschließen. Spannend wurde es mit der Identitätsprüfung, hier erhält man eine Mail mit dem Hinweis auf einen Anruf zur Terminvereinbarung, dieser erfolgte auch am Folgetag, Termin wurde mit einem Vorlauf von 14 Tagen vereinbart und auch eingehalten. Am Folgetag wurde der Zugang freigeschaltet.

           

          Einloggen über beliebigen Browser, im Webfrontend können alle Einstellungen getroffen werden, einschließlich des Eintrags in das DE-Mail Verzeichnis. In der "Bezahlvariante" können noch weitere zur Domain angelegt werden (es wäre also auch ichauch@ichauch.de-mail.de möglich). Ein Outlook Add-In steht zur Verfügung, ich habe es aber noch nicht auf dem TS installiert, der Download wird durch die IE Sicherheitseinstellungen blockiert, hier ist am IE Nacharbeit erforderlich.

           

          Authentifizierter Versand wird über mTAN dargestellt.

           

          Zusammengefasst bin ich mit dem Verfahren recht zufrieden, Service brauchte ich nicht in Anspruch nehmen, die monatlichen 9,99 EUR sind dann auch in Ordnung.

           

          Gruß

          KP

          • 2. Re: De-Mail - ein Weg in die sichere digitale Kommunikation? ohne die Kammern!
            michael.renz Fortgeschrittener

            Hallo Herr Preifer,

             

            bei  der Telekom gibt es für Businesskunden, die das Web-Frontend nutzen wollen wohl auch ein (günstiges) Angebot.

             

            Hatten sie die beiden Angebote 1&1/Telekom geprüft, oder sich Einfachkeitshalber ohne Prüfung für 1&1 entschieden? Ich denke es wäre für die Kollegen, dies sich noch festlegen wollen/müssen wichtig zu wissen, warum wir uns so oder anders entschieden haben.

             

            Ich hab z.B. Das Privatkundenangebot der Telekom genommen, weil ich meinte, damit schnell zu Ziel zu kommen. Hatte bereits 2012 der Account beantragt, aber nicht weiterverfolgt.

            • 3. Re: De-Mail - ein Weg in die sichere digitale Kommunikation? ohne die Kammern!
              Gelöschter Nutzer Beginner

              Ausschlaggebend waren die guten Erfahrungen mit 1 & 1 aus den letzten Jahren im geschäftlichen und privaten Bereich und leider genau das Gegenteil mit der Telekom. Zudem waren die Angebote auf der Webseite der Telekom nun nicht gerade an prominenter Stelle zu finden. Der Anbieter mit dem MX Eintrag war leider sehr teuer - die Lösung hätte den Charme der Exchange Integration geboten, wäre dann aber schlicht Overkill gewesen.

               

              Ich vergaß zu erwähnen das die Identifikation per Hausbesuch (Achtung, es muss dann die Kanzleianschrift als Besuchsort vereinbart werden weil anderenfalls die Meldeanschrift des Inhabers aufgesucht wird) erfolgt.

              • 4. Re: De-Mail - ein Weg in die sichere digitale Kommunikation? ohne die Kammern!
                michael.renz Fortgeschrittener

                ich habe auf den 14.2. einen Vorort-Termin mit dem Telekom-Berater. Evtl. steigen wir insgesamt auf Telekom um, weil ich den "Provider-Wildwuchs":

                 

                • Mobil-Tel = Vodafone
                • Anlagenanschluss Festnetz = ARCOR (wirklich, ist trotz Zusammenschluss mit VODAFONE ein eigener Rechnungsersteller etc.)
                • DSL-Anschluss = Unitymedia (damals wegen Bandbreite die einzige Möglichkeit)

                 

                abschaffen will.

                Die Telekom bietet im Businessbereich eine web-basierte Einstiegsvariante die die eigene Domain einbindet als sogenannte Domain-Reservierung sehr günstig und mit der Möglichkeit, das dann aufzurüsten und in Exchange zu integrieren an:

                 

                Das haben die wirklich sehr gut versteckt -> hier

                Das Hardware-Gateway ist etwa so groß wie ne Fritzbox und kann im Serverschrank untergebracht werden. Das günstigere Software-Gateway ist ein virtueller Linux-Server und erfordert noch ein (bauseits zu besorgendes) USB-Gateway für den Anschluss des Kartenlesegerätes - ist m.E am Ende auch nicht günstiger. Erst ab dem Tarif Basic ist die Exchange-Integration möglich - so zumindest hab's ich bisher verstanden. Wenn sich DE-Mail durchsetzen könnte, wäre das keine teure Lösung.

                • 5. Re: De-Mail - ein Weg in die sichere digitale Kommunikation? ohne die Kammern!
                  rahagena Aufsteiger

                  1&1 liegt bei der Business-Variante bei 9,99 € / Monat. Da ist aber unser aktuelles Problem, dass wir in einer Gegend wohnen, in der kein Authetifizierungs-Shop weit und breit ist und bislang konnte auch noch kein Termin für eine Vor-Ort Authentifizierung angeboten werden... Mit GMX ist es dasselbe, ist ja auch eine 1&1 Tochter.

                  Warum dort keine Video-Authentifizierung möglich ist, die bei einem Bankkonto problemlos geht, konnte mir die nette Dame an der Hotline auch nicht erklären.

                  Damit wird das aber auch bei uns nichts, was ich unseren Mandanten empfehlen könnte. Schade eigentlich.