9 Antworten Neueste Antwort am 24.10.2017 13:30 von t.r.

    Verpflegungsmehraufwand

    carmina Beginner

      Hallo,

       

      da hier so viele Fachleute versammelt sind, hätte ich eine Frage. Ein Mandant hat mich gefragt, welchen Betrag er seinem Arbeitnehmer als Verpflegungsmehraufwand steuerfrei erstatten kann. Hier der Fall:

       

      Der Arbeitnehmer wohnt in Hamburg, muss zu einem Kunden nach Dänemark. Er fährt nachmittags los nach Flensburg, wo er in einem Hotel übernachtet. Am nächsten Tag fährt er von Flensburg aus nach Dänemark, wo er den ganzen Tag beim Kunden arbeitet, abends dann zurück ins Hotel nach Flensburg. Am nächsten Morgen wieder Flensburg - Dänemark, abends dann Dänemark - Hamburg. Er hat ein Hotel ohne Frühstück und bekommt auch sonst keine freien Mahlzeiten.

       

      Also nochmal zur Übersicht:

       

      1. Tag: Hamburg - Flensburg (Übernachtung)

      2. Tag: Flensburg - Dänemark (Arbeit beim Kunden) / Dänemark - Flensburg (Übernachtung)

      3. Tag: Flensburg - Dänemark (Arbeit beim Kunden) / Dänemark - Heimfahrt nach Hamburg

       

      Welche Pauschalen bekommt er?

       

      Ich bin gespannt, ob sich Eure Lösungen mit meiner decken.

       

      Vielen Dank

      Melanie

      • 0. Re: Verpflegungsmehraufwand
        m.fehlau Aufsteiger

        Meine spontane Idee:

         

        1. Tag: Anreisetag ohne Tätigwerden => halbe Pauschale für Deutschland, da Flensburg der Ort ist, der vor 24 Uhr erreicht wird.

         

        2. Tag: Zwischentag mit Tätigwerden => volle Pauschale für Dänemark, da Ort des letzten Tätigwerdens.

         

        3. Tag: Abreisetag mit Tätigwerden => halbe Pauschale für Dänemark, da Ort des letzten Tätigwerdens.

         

        Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

         

        Grüße M. Fehlau

        • Alle Antworten
          • 1. Re: Verpflegungsmehraufwand
            m.fehlau Aufsteiger

            Meine spontane Idee:

             

            1. Tag: Anreisetag ohne Tätigwerden => halbe Pauschale für Deutschland, da Flensburg der Ort ist, der vor 24 Uhr erreicht wird.

             

            2. Tag: Zwischentag mit Tätigwerden => volle Pauschale für Dänemark, da Ort des letzten Tätigwerdens.

             

            3. Tag: Abreisetag mit Tätigwerden => halbe Pauschale für Dänemark, da Ort des letzten Tätigwerdens.

             

            Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

             

            Grüße M. Fehlau

            • 2. Re: Verpflegungsmehraufwand
              Mike Hecker Erfahrener

              Hallo Herr Fehlau!

               

              Spontan hätte ich gesagt: Bei mehrtägigen Reisen wird immer auf den Ort abgestellt, der als letztes vor 24 Uhr erreicht wird. Und das ist beim Anreisetag und bei Zwischentag jeweils Flensburg, also im Inland.

               

              aber: BMF-Schreiben vom 09.12.2015 (BStBl. I 2015 S. 1058):

              "Bei eintägigen Reisen in das Ausland ist der entsprechende Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes im Ausland maßgebend. Bei mehrtägigen Reisen in verschiedenen Staaten gilt für die Ermittlung der Verpflegungspauschalen am An- und Abreisetag sowie an den Zwischentagen (Tagen mit 24 Stunden Abwesenheit) im Hinblick auf § 9 Absatz 4a Satz 5 2. Halbsatz EStG insbesondere Folgendes:

              - Bei der Anreise vom Inland in das Ausland oder vom Ausland in das Inland jeweils

              ohne Tätigwerden ist der entsprechende Pauschbetrag des Ortes maßgebend, der vor

              24 Uhr Ortszeit erreicht wird.

              - Bei der Abreise vom Ausland in das Inland oder vom Inland in das Ausland ist der

              entsprechende Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes maßgebend.

              - Für die Zwischentage ist in der Regel der entsprechende Pauschbetrag des Ortes

              maßgebend, den der Arbeitnehmer vor 24 Uhr Ortszeit erreicht."

               

              Da aber hier das "Tätigwerden" und der "Tätigkeitsort" so extra aufgeführt wird und der Arbeitnehmer in DK tatsächlich auch "tätig" war würde so zahlen  wie Sie:

              Ich würde also zahlen:

              1 Tag: Anreisetag in D = 12 €

              2. Tag: Zwischentag mit Tätigkeit in DK = 60 €

              3. Tag: Abreise aus DK = 40 €

               

              Viele Grüße

               

              Mike Hecker

              • 3. Re: Verpflegungsmehraufwand
                t.r. Erfahrener

                Kann mich den Kollegen anschließen. Anreisetag D und die beiden anderen Tage Verpflegungsmehraufwand DK.

                • 4. Re: Verpflegungsmehraufwand
                  carmina Beginner

                  Ich danke Ihnen alle herzlich für Ihre Antwort.

                   

                  Genau so hatte ich es auch gedacht, wollte mir aber sicher gehen.

                   

                  Viele Grüße und ein schönes Wochenende

                  Melanie

                  • 5. Re: Verpflegungsmehraufwand
                    carmina Beginner

                    Guten Morgen,

                     

                    jetzt hat sich im Nachhinein noch eine "Komplikation" ergeben: ein vom Arbeitgeber bezahltes Frühstück im Hotel.

                     

                    Wie berechnet sich dann die Kürzung des Verpflegungsmehraufwandes? Das Hotel ist ja in Flensburg und am ersten Tag erhält er ja nur die deutsche Pauschale. Aber die Übernachtung zählt dann wohl schon zum zweiten Tag und die Kürzung erfolgt mit 20 % von 60 €?

                     

                    Viele Grüße

                    Melanie

                    • 6. Re: Verpflegungsmehraufwand
                      Monique Schauer DATEV-Mitarbeiter

                      Hallo Community,

                       

                      kann hier noch jemand weiterhelfen?

                       

                      Viele Grüße

                       

                      Monique Schauer

                      Personalwirtschaft
                      DATEV eG

                      • 7. Re: Verpflegungsmehraufwand
                        t.r. Erfahrener

                        Hallo,

                         

                        ich versuche es mal, wie ich das lösen würde:

                         

                        Nach dem BMF-Schreiben zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts Rz. 71

                         

                        wird der Werbungskostenabzug vielmehr tageweise gekürzt, und zwar

                        • um 20 Prozent für ein Frühstück und
                        • um jeweils 40 Prozent für ein Mittag- und Abendessen

                        der für die 24-stündige Abwesenheit geltenden höchsten Verpflegungspauschale.

                         

                        Tageweise bedeutet für mich, dass ich pro Tag schauen muss. Am Anreisetag wird keine Verpflegung gestellt. Das Frühstück wird erst am zweiten Tag gewährt, also an dem Tag, an dem der Verpflegungsmehraufwand für Dänemark abzurechnen ist. Also wäre auch dieser Wert für die Ermittlung der Kürzung maßgeblich.

                         

                        Viele Grüße

                        T. Reich

                        • 8. Re: Verpflegungsmehraufwand
                          m.fehlau Aufsteiger

                          Hallo Herr Reich,

                           

                          hier kann direkt mit § 9 (4a) EStG argumentiert werden, da sowohl der Satz 5 (Auslandspauschale) als auch Satz 8 (Kürzung) klar regelt, dass um 20 % des Pauschbetrages zu kürzen ist, der (bei Tätigwerden im Ausland) nach Satz 5 zu ermitteln ist. Im Falle des hiesigen 2. Tages also Dänemark.

                           

                          Ihrer tagweisen Auffassung stimme ich in diesem Fall zu, da "zwischen" den Tagen übernachtet wird.

                           

                          Viele Grüße, M. Fehlau

                          Geändert am 24.10.17 um 11:40 Uhr
                          • 9. Re: Verpflegungsmehraufwand
                            t.r. Erfahrener

                            Hallo Herr Fehlau,

                             

                            da haben Sie wohl recht, dass Gesetz lag mir zu nah.

                             

                            Danke für den Hinweis.

                             

                            Viele Grüße

                            T. Reich