6 Antworten Neueste Antwort am 29.10.2017 19:50 von archilleus

    VaSt-Daten: Falsche (zusätzliche) Lohnsteuerdaten eines unbekannten Dritten nach elektronischem Abruf

    steuerberater Fortgeschrittener

      Hierbei geht es nicht um ein DATEV-Problem (hoffe ich).

       

      Beim Abruf der VaSt-Daten eines Einkommensteuermandats wurden eine Lohnsteuerbescheinigungen eines anderen - uns unbekannten - Steuerpflichtigen mit abgerufen. Die Identifikationsnummer ist gleich, allerdings gibt es unterschiedliche ETIN.

       

      Obwohl der andere, unbekannte Steuerpflichtige nach Klärung mit dem FA wohl eine eigene Ident-Nr. hat, kam es aus mysteriösen Gründen zu diesem Daten-Kuddelmuddel. Einerseits macht die Klärung sinnlose Arbeit, anderseits ist es nicht gerade Datenschutzkonform, wenn Daten anderer Personen abgerufen werden können.

       

      Stehen diese Daten bei der dritten Person zum Abruf dann noch bereit? Wahrscheinlich wird in solchen Fällen auch ein falscher Steuerbescheid bekanntgegeben, wenn vom FA diese Daten nicht (per Mensch) überprüft werden.

       

      Gab es hier beim FA einen Fehler, hat / haben der oder die Arbeitgeber geschlurt oder gibt es ein technisches Problem in der Vollmachtsdatenbank?

       

      Gibt es in der Community ähnliche Erfahrungen und/oder Erklärungen hierfür?

      Geändert am 28.10.17 um 08:15 Uhr
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        • 1. Re: VaSt-Daten: Falsche (zusätzliche) Lohnsteuerdaten eines unbekannten Dritten nach elektronischem Abruf - Datenschutzgau?
          schmulz Einsteiger

          Im letzten Jahr wurden die Daten der Ehefrau als zweite Lohnsteuerbescheinigung in der Anlage N zurück gespielt...der Ehemann ging "leer" aus.

           

          Ich dachte erst an ein Programmfehler seitens DATEV. Es muss aber meines Erachtens ein Fehler bei den Daten beim Finanzamt liegen.

           

          Datenschutzgau? Naja, klar darf so etwas nicht passieren. Fehler passieren aber doch auch bei größter Sorgfalt. Die Fehlerquellen ohne dieser ganzen elektronischen Automatisierung war sicherlich um einiges größer. Verhindern lässt sich dass wohl nie ganz.

           

          In diesem Fall muss die Finanzverwaltung auf Fehlersuche gehen um so etwas zukünftig zu vermeiden.

          • 2. Re: VaSt-Daten: Falsche (zusätzliche) Lohnsteuerdaten eines unbekannten Dritten nach elektronischem Abruf - Datenschutzgau?
            steuerberater Fortgeschrittener

            Ich halte den Vorgang schon für sehr bedenklich (auch) hinsichtlich des Datenschutzes, denn schon bei viel weniger Tiefe an persönlichen Informationen drehen die Datenschützer durch.

             

            Hier können schließlich einige Informationen ausgelesen werden:

             

            Name, Geburtsjahr, ETIN, Identifikationsnummer, Arbeitgeber, SOV-Status, Beschäftigungszeitraum, Unterbrechung, Bruttolohn, Abgaben.

             

            Wenn es in diesem Fall möglich ist, scheint das System (an welcher Stelle auch immer) eben nicht zuverlässig zu sein. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass hierbei ein Mensch in das System / die Daten eingegriffen hat und dies zur falschen Zuordnung geführt hat. Sollte ein solcher Eingriff doch so möglich sein, stimmt eben auch etwas im "System" nicht.

             

            Leider hilft hier auch eine Nachfrage beim FA nicht, mehr als Achselzucken haben wir nicht bekommen.

             

            Tipp vom Finanzamt: Der Mandant möge sich zur Klärung mit dem Arbeitgeber in Verbindung setzen - nur wie soll sich dieser zu diesem komplexen Thema artikulieren? Was ist wenn hier Fehler aufseiten des dritten Arbeitgebers geschehen sind? Wer soll dieses Problem mit welchem Ansprechpartner an welcher Stelle lösen?

             

            Ich bin gespannt ob beim VAST-Abruf im nächsten Jahr das selbe Phänomen vorliegt. Vielleicht wird das ein Dauerbrenner.

            Geändert am 05.10.17 um 09:55 Uhr
            • 3. Re: VaSt-Daten: Falsche (zusätzliche) Lohnsteuerdaten eines unbekannten Dritten nach elektronischem Abruf - Datenschutzgau?
              schmulz Einsteiger

              Das ist richtig, wenn aber manuelle ganze Bescheide an falsche Personen gesendet werden ist es genauso schlimm. Da dreht der Datenschützer nicht durch?!

               

              Bei beiden muss die Fehlerquelle beseitigt werden.

               

              Ganz sicher ein NoGo aber ich finde es bedenklich wenn bei Kleinigkeiten die Datenschützer an die Decke gehen.

              • 5. Re: VaSt-Daten: Falsche (zusätzliche) Lohnsteuerdaten eines unbekannten Dritten nach elektronischem Abruf
                w.paul Einsteiger

                Wir hatten mal ein Bescheid in dem eine Lohnsteuerbescheinigung von einem anderen Steuerpflichtigen eingeflossen ist. Bei der Übernahme der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung hat der Finanzbeamte daneben gegriffen.

                • 6. Re: VaSt-Daten: Falsche (zusätzliche) Lohnsteuerdaten eines unbekannten Dritten nach elektronischem Abruf
                  archilleus Fortgeschrittener

                  Einen ähnlichen Fall hatte ich auch einmal. Soweit ich mich erinnern konnte, waren die eTIN, Geburtsdatum und Name gleich, lediglich die Adresse war eine andere.

                   

                  Ich habe mich sogar mit dem Mandanten gestritten, weil er behauptete keine Versorgungsbezuge erhalten zu haben. Ich erwiderte, dass das FA aber welche veranlagt hatte. Erst nach Rückfrage beim FA hatte sich der Fall aufgeklärt.

                   

                  Also obacht, nicht alles was elektronisch gemeldet wird/wurde ist auch korrekt. Deshalb verlange ich immer die Bescheinigungen (LSt., Riester, Rürup etc.). Diese Höhrigkeit gegenüber der EDV ist unsäglich.

                   

                  In einem anderen Fall hatten wir Daten richtig über Elster versandt, es kamen aber fehlerhafte Daten, die vom FA veranlagt wurden, an. Deshalb sage ich immer, es muss nicht immer das raus kommen, was ich eingebe.

                   

                  In einem Urteil hatte das FG (BFH?) sogar entschieden, dass, wenn der Stpfl. alle LSt.-Daten richtig eingegeben hatte, das Finanzamt aber falsche Daten importierte (hier lag ein Bundeslandwechsel vor; es gibt da wohl 2 unterschiedliche Datenbanken), kann dennoch das FA den Bescheid jederzeit ändern. Es besteht keine Amtsermittlungspflicht.

                   

                  Gruß A. Martens