2 Antworten Neueste Antwort am 07.03.2018 14:00 von michael.renz

    Plattformstrategie - wie sieht die Zukunft der Anwälte aus

    michael.renz Aufsteiger

      Hallo Community,

       

      auch wenn gerade wir Anwälte im Moment in “Sack und Asche“ gehen müssen, weil unsere BRAK und ihre unfähigen Partner das beA „an die Wand gefahren“ haben, wird sich die Digitalisierung gerade in unseren Tätigkeitsfeldern massiv auswirken.

       

      Der EDV-Gerichtstag zeichnet gerade ein (Zukunfts) Bild davon, wie mit Künstlicher Intelligenz unser Aufgabenfeld sich völlig verändern wird. Im Bericht von Heise  wird dargestellt wie der LG-Präsident von Darmstadt sich dazu positioniert. Das ist zwar heute nicht Realität aber schon alles technisch möglich.

      Ich zitiere es mal hier:

       

      Ganz weit in der Zukunft bewegte sich Ralf Köbler, Präsident des Darmstädter Landgerichts. beA spielte da keine Rolle mehr. Sein Blick in die "Glaskugel 2020" zeigte ein Rechtssystem, in dem es überhaupt keinen "Versand" mehr gibt, nur ein Upload und Download von jederzeit in der Cloud verfügbaren Akten, aus denen dank offener Datenformate automatisch Terminanzeigen und Entscheidungsbenachrichtigungen generiert werden. In allen Gerichten gebe es verschlüsseltes WLAN, jeweils für Anwälte und das Publikum. Wenig würde dank Videokonferenztechnik mit Präsenzpflicht vor Gericht verhandelt. Die Vorträge von Klägern und Beklagten würden dann maschinenlesbar vorliegen, wobei dank einer fortgeschrittenen KI-Integration viele Detailfragen maschinell geklärt werden. Köbler wies darauf hin, dass heute schon die Tendenz zu einem hochspezialisierten "LegalTech-Markt" sichtbar sei, in dem der "Anwalt um die Ecke" keine Überlebenschancen hat. So gebe es bereits Anwälte, die sich nur um Klagen bei Flugverspätungen kümmerten. (Detlef Borchers) / (mho)

       

      Ich habe keinen Zeifel, dass das so kommen wird und vermutlich viel schneller als wir alle im Moment denken. Wir sollten uns und DATEV als unseren Dienstleiter darauf vorbereiten.

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        • 1. Re: Plattformstrategie - wie sieht die Zukunft der Anwälte aus
          rahagena Einsteiger

          Dass das so kommen wird, glaube ich auch, nur das Wann ist für mich fraglich. 2020 ist auf jeden Fall ein guter Scherz.
          Warum das den Anwalt um die Ecke überflüssig machen soll, erschließt sich mir jedoch ebenso wenig, wie dieselbe Diskussion bei den Steuerberatern. Solange unser Rechts- und Steuersystem so bleibt, brauchen die Mandanten auch in 20 Jahren noch rechtlichen und steuerlichen Rat. Ich sage nur DsGVO oder GoBD, welcher nicht Steuerberater / Rechtsanwalt hat denn überhaupt Lust, sich mit so etwas auseinanderzusetzen?!

          Ich find die ganze Panikmache schwer übertrieben. Verändern wird sich bestimmt einiges in den nächsten Jahren, aber 2020 verschlüsseltes WLAN in allen Gerichten

           

           

          Edit: Und bis Maschinen juristische Texte verstehen und bewerten können, wird zumindest noch einige Zeit vergehen.

          Geändert am 07.03.18 um 09:43 Uhr
          • 2. Re: Plattformstrategie - wie sieht die Zukunft der Anwälte aus
            michael.renz Aufsteiger

            ja - 2020 ist vermutlich kein realistisches Datum für die vom LG-Präsidenten skizzierte "Vollversion" eines elektronisch geführten Verfahrens. Da stehen sich die Handelnden Personen und Institutionen schon genug selbst im Weg, um dieses "Ziel" zu erreichen.

             

            Aber an dem Grundsätzlichen ändert sich dadurch nichts.

             

            Mir ist übrigens auch kein Stück bange um meinen Job oder die Erfordernis juristischer "Handarbeit" - aber dass sich die Art und der Inhalt der Tätigkeit massiv ändern wird, dessen bin ich mir sicher - schon deshalb weil das heute sich schon mit einer Geschwindigkeit abzeichnet, die - zumindest ich mir - bis vor ein paar Jahren nicht vorgestellt habe.

             

            Mir ist auch vor "geblitzt.de" oder "flight.right" nicht bange, die machen in der Regel einen Job für Mandanten, die - wenn es dieses Plattformangebot nicht gäbe - niemals zu einem "echten Anwalt" gegangen wären. Trotzdem muss so ein Vertriebskonzept "im Auge behalten werden" - ich könnte mir einige Anwendungsbereiche dafür vorstellen - die auch in anderen Organisationsform als den oben genannten abgewickelt werden könnten.